Die Frage nach dem „Warum“ kann ich inzwischen schon gar nicht mehr beantworten, aber bevor ich „Spring“ zum ersten Mal in den CD-Player steckte, kreisten meine Erwartungen scham- und willenlos rund um die 60er Jahre. Ob das nun am Beatles-Klassiker oder schlicht und erschreckend einfach nur am Wort lag – keine Ahnung. Die zweite Erwartungs-Enttäuschung entpuppte sich am Ende dann als noch viel besser: „Yesterday Shop“- diese wunderbaren Songs mit den mal verspielten und dann wieder verzerrten Gitarren, den verträumt-melancholischen Melodien und dem stark UK-akzentuierten Gesang – kommen angeblich aus Deutschland. Noch dazu aus dessen Süden, gibt es doch gar nicht! Was erwartet man da im Normalfall? Jedenfalls nichts allzu Weltbewegendes. Meine unverschämten Gedanken, Erwartungen und Vorurteile enttäuschten also auf ganzer Linie – sehr zum Wohlwollen der verwöhnten Gehörgänge. Bei Yesterday Shop handelt es sich weder um die 60er-, und noch weniger um die 10er Jahre. Die Band aus Reutlingen/Balingen bietet vielmehr eine Mischung aus dem, was Emo war, bevor es Schimpfwort wurde und dem, was Postrock war, bevor diese Bezeichnung als universelle Schublade für alles, was nicht als Pop durchging verwendet wurde. Also doch eine kleine Reise in die Vergangenheit, wenn auch nur in die nähere?! Ach, ganz egal. Hauptsache, mich verzaubern wunderschöne Melodien, die gemeinsam mit Shoegazergitarren auf poppigen Klangteppichen daherwabern. Und zwar Song für Song, von Anfang an und immer wieder.
Die vier Jungs von Yesterday Shop sind u.a. mit Songs der aktuellen EP „Spring“ live zu bewundern ab dem 2. August. Hingehen!
02. August 2010: Franz K. (mit Dear Paris) – Reutlingen
03. August 2010: Kriegkstr12 (mit Kiwus) – Frankfurt
05. August 2010: Molotow Bar – Hamburg
07. August 2010: AZ (mit Bloons) – Mülheim
08. August 2010: Café Waldi – Leipzig