» This is just a modern rock song

THIS IS JUST A MODERN ROCK SONG #5

lennart thiemLENNART THIEM, Jahrgang 1984, lebt in Hamburg, mag das Internet sehr gerne und noch viel lieber Musik. Beides kommt zusammen, wenn es darum geht, KünstlerInnen, die aus unterschiedlichsten Gründen wenig Aufmerksamkeit bekommen, vorzustellen. Was hier unternommen werden soll.
 

Ich möchte keinen Smalltalk mehr halten, ich mag nicht über die Kälte reden, der Schnee soll hübsch auf meinen Kopf fallen, nicht in ihn hinein, dann kann er nämlich rigoros in den Gegend geschüttelt werden, ganz anders als die Floskeln, mit denen man auf Bemerkungen meteorologische Erscheinung betreffend zu antworten hat. „Ja, das ist wirklich schlimm“, so etwas will höflich und nichtssagend geäußert werden, damit man als Erwiderung schreckliche Geschichten über verspätete Busse und rutschige Gehwege zu hören bekommen darf und anschließend durch diesen tiefgründigen Austausch erfrischt an einen vor dreisten Flocken geschützten Arbeitsplatz trottet, wo es niemals Wetter gibt.
Vor dem Fenster aber wirbelt’s lustig und die Gedanken schweifen ab, schließlich wissen wir, dass Schnee etwas Gutes ist, warum sollten ihn sonst die folgenden wunderbaren Bands und Songs im Namen führen?

Hier also eine kleine Auswahl gegen die olle Mittelmäßigkeit, die es keinem Winter gönnt, kalt und verschneit zu sein.
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TEXT: Lennart Thiem | RESSORT: Musik, This is just a modern rock song
10. März 2010 | Keine Kommentare




THIS IS JUST A MODERN ROCK SONG #04

lennart thiemLENNART THIEM, Jahrgang 1984, lebt in Hamburg, mag das Internet sehr gerne und noch viel lieber Musik. Beides kommt zusammen, wenn es darum geht, KünstlerInnen, die aus unterschiedlichsten Gründen wenig Aufmerksamkeit bekommen, vorzustellen, was hier unternommen werden soll.
 

Entschuldigt bitte die aus dem Folgenden resultierende Binsenweisheit, aber da sie in meinem Bekanntenkreis in letzter Zeit des öfteren zu hören war, beschäftigte mich gerade die suggestive Frage: „Ist euch einmal aufgefallen, wie viel gute Musik gerade erscheint?“. Und wenn ich jetzt darüber nachdenke, erinnere ich mich daran, diesen Satz auch benutzt zu haben, weiß im Moment aber gar nicht mehr so recht, was damit gesagt werden sollte. Schließlich sind die Zeiten, in denen Musik einfach so „erscheint“ und wieder verschwindet, vorbei. Mittlerweile würde es mehr Sinn machen, von einem „Auftauchen“ der Stücke und Alben zu sprechen, wir haben ja das Internet, und somit ist Präsenz nicht mehr zwangsläufig an Aktualität gebunden. Soweit also der Ruf aus dem Binsendickicht.

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TEXT: Lennart Thiem | RESSORT: Musik, This is just a modern rock song
27. Januar 2010 | Keine Kommentare




THIS IS JUST A MODERN ROCK SONG #03

lennart thiemLENNART THIEM, Jahrgang 1984, lebt in Hamburg, mag das Internet sehr gerne und noch viel lieber Musik. Beides kommt zusammen, wenn es darum geht, KünstlerInnen, die aus unterschiedlichsten Gründen wenig Aufmerksamkeit bekommen, vorzustellen, was hier unternommen werden soll.
 

Gegenwärtig wird ja überall gern gezeigt, was die Zeit so zeitigte, egal, ob es sich dabei um Listen das Jahr, Jahrzehnt, die Listenmacher selbst betreffend oder Jubiläen handelt. Daran ist nichts auszusetzen, allerdings begegnet man dabei nur Menschen, die aufmerksamen VerfolgerInnen der „Musiklandschaft“ (was für ein Wort!) längst bekannt seien dürften, woran wiederum nichts auszusetzen wäre, gäbe es nicht ein paar Anlässe zur freudigen Rückschau, um die sich niemand so recht zu scheren scheint. Ist irgendjemandem einmal aufgefallen, dass sich das grandiose Label Morr Music seit zehn Jahren für die wunderschön anrührende Veröffentlichungen verantwortlich zeichnet? Einigen schon, die Damen und Herren hauptberufliche JournalistInnen scheint es jedoch wenig zu interessieren.

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TEXT: Lennart Thiem | RESSORT: Musik, This is just a modern rock song
17. Dezember 2009 | Keine Kommentare




THIS IS JUST A MODERN ROCK SONG #02

lennart thiemLENNART THIEM, Jahrgang 1984, lebt in Hamburg, mag das Internet sehr gerne und noch viel lieber Musik. Beides kommt zusammen, wenn es darum geht, KünstlerInnen, die aus unterschiedlichsten Gründen wenig Aufmerksamkeit bekommen, vorzustellen, was hier unternommen werden soll.
 

Man sollte Acts wie Health oder den Fuck Buttons für das, was sie tun, dankbar sein, nicht nur, weil sie gute Musik spielen, sondern auch, weil sie das vermeintlich Unaufregende durch all ihr wunderschönes Getöse wieder ein wenig interessanter machen.

Frankel alias Michael Orendy aus Los Angeles zum Beispiel schreibt keine neuartige Musik, er ist ein Songwriter im klassischen Sinne, mit klassischer Instrumentierung und klassischen Arrangements, Parameter werden hier keine verschoben. Bereits zwei Alben erschienen seit 2007, das letzte, „Anonymity Is The New Fame“, erst 2009, beide jedoch vorerst nicht in Europa. Doch auch in den USA wird Orendy nicht gerade übermäßig bestürmt und umworben, woran das liegt, wird zumindest beim Hören des titelgebenden Songs der letzten Platte (siehe unten) nicht deutlich.
Gut zu wissen, dass diese Art von Popmusik dennoch immer Ihr Publikum finden wird, man denke nur an den ebenso großartigen wie sträflich unterschätzten Ron Sexsmith. Dessen und Orendys Musik nämlich gehört bei allem musikalischem Konservativismus zu den erträglichen Folgen der voranschreitenden Historisierung des Pop, hier produziert sich ein Genre so lange wieder, bis es eine Güte erreicht, die berührt, ohne aufzuwühlen, die wächst und nicht vom Zeitgeist gepflückt so lange in der Vase erster Begeisterung präsentiert wird, bis sie welkt oder vertrocknet.

Frankel – Anonymity Is The New Fame

TEXT: Lennart Thiem | RESSORT: Musik, This is just a modern rock song
4. November 2009 | Keine Kommentare




THIS IS JUST A MODERN ROCK SONG #01

lennart thiemLENNART THIEM, Jahrgang 1984, lebt in Hamburg, mag das Internet sehr gerne und noch viel lieber Musik. Beides kommt zusammen, wenn es darum geht, KünstlerInnen, die aus unterschiedlichsten Gründen wenig Aufmerksamkeit bekommen, vorzustellen, was hier unternommen werden soll.
 

Ab wann drängt Perfektion die Musik selbst in den Hintergrund? Und was für eine Art von Bewunderung lässt sich für eine Band empfinden, deren Epigonentum offensichtlich ist?
Allgemeingültige Antworten darauf können bitte in den Kommentaren hinterlassen werden, ich werde mich hüten, meine Begeisterung in Angesicht dessen, was Music Go Music tun, zu hinterfragen. Ein Rausch ist zuweilen die Folge einer Vergiftung, und selten träumt man wunderbarer als im Fieber. Und wer weiß, vielleicht bringt der hoffentlich einst stattfindende Release ihres Debütalbums „Expressions“ im deutschsprachigen Raum Ernüchterung mit sich, doch bis dahin bin ich davon überzeugt, dass es sich bei den KalifornierInnen um die beste Band handelt, die jeweils in einer gefaketen Fernsehshow aufgetreten ist. Als Konsequenz dessen stört es mich auch nicht, dass jeder einzelne Ton eine Verneigung vor ABBA darstellt, denn zum einen handelt es sich bei ABBA um eine in vielerlei und unterschiedlichster Hinsicht überragende Band (überragend soll heißen: offensichtlich größer als andere, was auch die Verfehlungen einschließt), zum anderen besteht ein großer Unterschied zwischen „nach ABBA klingen wollen“ und „wie ABBA klingen und verdammt schick aussehen“. Bewundert bitte mit mir die höchst verwirrende Brillanz, mit der Coolness hier * wird.

*es kann Beliebiges eingesetzt werden, zum Beispiel „in Frage gestellt“, „zelebriert“, „überstrapaziert“ oder „jenseits der anerkannten Maßstäbe proklamiert“.

Music Go Music – Light of Love

TEXT: Lennart Thiem | RESSORT: Musik, This is just a modern rock song
19. Oktober 2009 | 1 Kommentar