Entwurf, Bruchstück, Umriss.
Was daraus geworden ist, bleibt hier nebensächlich. Irgendwann einmal hat die Skizze etwas bedeutet, sie wurde von Umständen ausgelöst – im besten Fall erinnert man sich daran. Eine Snippetstory, dieses Mal von Nikolai Potthoff.

Es gab da diese Zeit, als plötzlich lustige kleine Plastikaffen wie verrückt aus dem Urwald abgehauen sind. Erst kamen die grauen und braunen, dann hellbraune und pinke….und angeblich gab es auch einen weißen, aber dieses Gerücht wurde wahrscheinlich nur gestreut, um mir ein schlechtes Gefühl zu geben. (Man müsste bei Oliver Korittke nachfragen, in dessen sicherlich eigens gebautem Affenzimmer angeblich einer stehen soll.)
Als der UNKLE-Schuh designt wurde, gesellte sich das Glück auf meine Seite. Mein Freund – übrigens der gleiche, der die Affen aus dem Dschungel gerettet hatte – reservierte mir ein Paar dieser streng limitierten Auflage. Na dann, schnell den Schweiß von der Stirn gewischt und die Schuhe dann doch nicht getragen, weil sie einfach wahnsinnig hässlich waren.
Der kleine James Lavelle- bzw. UNKLE-Mikrokosmos wurde langsam und nicht aufhaltbar zu einem Makrokosmos. Das Album „Psyence Fiction“ mit all seinen Gästen hatte in der Welt der elektronischen Musik genauso wie in der Indiehölle seine Spuren hinterlassen. Und, zugegeben, bei mir etwas zu tiefe! Da sah mein Kopf aus, als wäre James Lavelle persönlich einige Monate Langlauf in meinem Gehirn gefahren. Ich konnte mich nicht wehren, ins Studio zu gehen und genau das zu produzieren, was ich jeden Tag hörte. Und wie begeistert ich war, dass es sich fast genauso anhörte, sich der gleichen Stimmung bemächtigte! Viele große Gesten. Sehr groß. Fertig. Ab in die digitale Schublade.
Und jetzt ein letztes Mal hervorgekramt und festgestellt, wie schade es ist, dass UNKLE es eh schon gemacht haben. Oder will da noch jemand drauf singen? Thom Yorke hatte leider keine Zeit…
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