AKTUELLE PLATTEN IN ALLER KÜRZE
The Go! Team: Rolling Blackouts (Memphis Industries)
Auf die Frage nach der euphorischsten Band der Stunde kann es eigentlich nur eine ernst zu nehmende Antwort geben: The Go! Team. Ein vollkommen durchgedrehter Hybrid kommt einem da entgegen, jeder Takt ist vollgestopft mit Sounds, Referenzen, Adrenalin und bester Laune. T.O.R.N.A.D.O. heißt einer ihrer Songs vielsagend, Bläser röhren über einem Big Beat und einem Haufen wunderbarer Vintage-Samples, dazu gibt es Cheerleader-Gesang und die Idee einer Party, die nie endet.
Joan as PoliceWoman: The Deep Field (Pias)
Joan Wasser ist nun schon 40, man sieht ihr das nicht an. In ihrer Jugend gab sie gerne das Avantgarde-Artrock-Darling, heute sagt sie: „Beauty is the new Punk Rock.“ Als Joan as PoliceWoman streifte sie zunächst alles Äußere ab, vermied ausladenden Bewegungen und schrieb Songs, die tatsächlich vor allem wunderschön sind. Auf ihrem neuen Album, The Deep Field, geht Joan Wasser nun einen Schritt weiter und flirtet offener mit Soul & R’n’B.
Bored Man Overboard: Rogue (Hazelwood)
Auf unserem allseits geschätzten Frankfurter Label Hazelwood Vinyl Plastics ist mit Bored Man Overboard nun auch endlich ein siebenköpfiges skandinavisches Kollektiv unter Vertrag, das ganz wunderbaren, in sich gekehrten Folk spielt und gleichzeitig weiß, was Größe ausmacht. Klar, dass die Jungs von Bored Man Overboard, keiner älter als 22, deshalb schon als die schwedische Antwort auf Arcade Fire oder The National gehandelt werden.
17. Februar 2011 | Keine Kommentare


Nils Quak schreibt nicht nur regelmäßig Artikel für OPAK, sondern veröffentlicht unter seinem Namen und dem Kürzel NQ elektronische und elektro-akustische Musik zwischen Stille, Fieldrecordings und Experiment.



Im vergangenen Winter hat sich das kurz zuvor gegründete Quartett mit Namen Tusq in seinem ganz persönlichen Patience Camp nahe der finnischen Stadt Lahti verschanzt, um mit Produzent Jürgen Hendlmeier (Flaming Sideburns) das erste gemeinsame Album aufzunehmen. Dort, in der Idylle der verschneiten Waldlandschaft, entstanden zehn melancholisch-rockige Songs, die am 22. Oktober auf dem Debutalbum “Patience Camp” erschienen sind. Was Uli Breitenbach (Gesang, Orgel, Akkordeon), Timo Sauer (Gitarre), Holger Lüken (Drums) und Paul Konopacka (Bass) in dem kleinen finnischen Studio zwischen Feldbett und Sauna eingespielt haben, ist Indierock vom Feinsten: Midtempo-Nummern mit vollem Gitarrensound, schönen Melodien und energiegeladenem Gesang, aus denen man immer etwas Fernweh zu hören meint.






