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AFRIRAMPO – WE ARE UCHU NO KO

weareuchunokoWas doch so alles an einem vorbeigeht… Seit 2002 schon gibt es dieses Duo aus Osaka, das hier unbeschwert weltoffenen Noise-Rock offeriert. Dabei verraten sie ein Gespür für pointierte Pop-Melodien ebenso wie eine überschäumende Lust am Lärm, die manchmal mit Fuzz in Richtung Weltall dröhnt, anderswo zerlegen sie beherzt die Strukturen des Songs, dann wieder rocken sie die imaginäre Garage mit naiver Unbeschwertheit. Klar, aus Japan haben wir in den letzten Jahren immer wieder eigenwillige und großartige, übrigens auch großartigere Rock-Entwürfe gehört, in deren Hörweite auch Afrirampo (Rock Action/Pias/Rough Trade) arbeiten: Melt Banana, Boredoms, OOIOO, Ruins, Acid Mothers Temple und so weiter.
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TEXT: Andreas Schnell | RESSORT: Reviews
28. März 2011 | Keine Kommentare




TUPOLEV – TOWER OF SPARKS

Tuploev CoverTupolev bearbeiteten bislang ein recht klassisches und dennoch nicht minder spannendes Postrock-Feld zwischen klassischen Song- und Melodiestrukturen wie man sie etwa von den Japanern Mono kennt und vertrackten Jazz-Referenzen. Mit der jetzt erhältlichen Veröffentlichung „Tower of Sparks“ (Valeot Records), bewegen sie sich einen guten Schritt abseits ausgetretener Pfade. Zentrales Element der acht streckenweise recht temporeichen Stücke ist der Flügel, um den Schlagzeug, Bass und vereinzelte Streicher kreisen und die mit angedeuteter, verhuschter Elektronik und Fieldrecordings ergänzt werden.
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TEXT: Nils Quak | RESSORT: Reviews
27. März 2011 | Keine Kommentare




SEEFEEL – SEEFEEL

SeefeelSchatten, leuchtende Schatten. Vierzehn Jahre später. Die Übertragung des Wortes Glitch direkt in den Klang selbst hinein. Es ist noch Stimme da im Kratzen, noch Struktur im schleifenden Mäandern; die flimmernden Augen werden allerdings wohl bleiben, keine Sorge. Bassfurchen durchfräsen die Minuten in Zeitlupe, Knirschen gibt dem Tempoverschleppen Begleitung und zusammen untermalen sie das Irrlichtern von Gitarrenschleifen, hochfrequenten Störtönen und verhallten Stimmen.
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TEXT: Jo Rutenberg | RESSORT: Reviews
12. März 2011 | Keine Kommentare




SIN FANG – SUMMER ECHOES

SinFangSindri Már Sigfússon beherrscht das Spiel der Gegensätze. Der isländische König des Indiepop verliert sich nicht nur in den scheinbar endlosen Weiten seines Landes und gibt sich akribisch der Poesie und dem Musizieren hin, sondern zelebriert auch gerne ein Wochenende mit Pizza und Fußball. Die nunmehr vierte Veröffentlichung (Morr/Indigo) scheint ein Spiegel seines persönlichen Facettenreichtums zu sein, findet man hier doch experimentelle Stücke, wie man sie von Gefährten wie Sigur Ros erwarten würde, neben Popsongs, die ein klares Arrangement mit den gewohnten Akkordabfolgen beinhalten.
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TEXT: Maximilian Römer | RESSORT: Reviews
11. März 2011 | Keine Kommentare




AKTUELLE PLATTEN IN ALLER KÜRZE

james-blake-album-artJames Blake: James Blake (Polydor)

Meine Güte, was wurde dieser junge Mann mit Erwartungen erdrückt. Zwei klitzekleine EPs, und schon sprach man von der Rettung des Soul in der minimalen, von Stille durchsetzten, digitalen Moderne. Natürlich kann das selbst betitelte Debüt von James Blake nicht all das einlösen, aber in den besten Momenten bekommt man eine Ahnung, welches Ausnahmetalent da am Werk ist. Wie einer die losen Fäden der Musikgeschichte aufgreift und sie tatsächlich neu verknüpft, wie einer sein Glück an den Rändern sucht und dort eine sperrige, zerklüftete, leise Kraft findet, über die man nicht hinwegsehen kann.

this-is-head-0001_front-300x300This is Head: 0001 (Adrian Recordings/Alive)

Es war klar, dass auch der Krautrock irgendwann wiederkommen würde, die Lust am Retrorollenspiel ist einfach zu groß. Bei This is Head, einem Haufen Musiknerds aus Malmö, wird schnell klar, dass da nicht bloß noch eine neue Referenz hergestellt werden soll, sondern dass am Anfang von allem tatsächlich die Liebe für die alten Sounds steht. Kraut-Disco-meets-Intelligent-Indie-Rock könnte man sagen, was allerdings nach einer zu ernsten Angelegenheit klingt. Vor allem ist da nämlich auch die Lust am Spiel, die „0001“ zu einem wunderbaren Album macht.

josh_t_pearson_album_300Josh T. Pearson: Last of the Country Gentlemen (Mute/RTD)

Mag sein, dass der eine oder andere sich noch an Lift to Experience erinnert. Keine Ahnung, wie oft sie in die John Peel Sessions eingeladen wurden, in fünf Monaten mindestens dreimal, ein einzigartiger Ritterschlag. Bald aber lösen sich alle Versprechungen in Streitereien auf, und Lift-to-Experience-Kopf John T. Pearson, zu dessen erklärten Fans Schwergewichte wie Band of Horses oder Nick Cave gehören, fällt in tiefes Schweigen. Nun ist der Texaner und Wahl-Pariser zurück. Mit sieben endlos traurigen, brutal sparsamen, grandiosen Songs, die er in zwei Nächten in einem Berliner Studio aufnahm.

TEXT: Tim Gorbauch | RESSORT: Reviews
9. März 2011 | Keine Kommentare




OUR CEASING VOICE – WHEN THE HEADLINE HIT HOME

51OUgHkL-tL._SS500_Was ist eigentlich dieses „Postrock“? „Postrock ist das neue Emo?“ Keine Ahnung. Aber im Presseinfo von „Our Ceasing Voice“ bin ich mal wieder über dieses unanständige Wort gefallen. Und nach den ersten drei Songs von „When The Headline Hit Home“ (Revolvermann Records) sehe ich diese allzu oft verwendete Bezeichnung auch irgendwie ein. Auf ihrem Debut-Album bauen die vier Jungs aus den Tiroler Alpen (!) Songs minutenlang auf, erzeugen durch die Mischung aus Spannung, Stärke und Zerbrechlichkeit eine seltsam-düstere Atmosphäre und erarbeiten sich so mühevoll und in epischer Manier die volle Aufmerksamkeit des Zuhörers. Der dann in Erwartung an ein Metal-Gewitter – zu dem die Stimme tatsächlich auch passen würde – glücklich verzückt ist ob des postrockig-düsteren Sounds, der sich schlag- und gänsehautartig über ihn legt. Mir jedenfalls ging es so.
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TEXT: Senta Best | RESSORT: Reviews
4. März 2011 | 1 Kommentar




BRIGHT EYES – THE PEOPLE’S KEY

bright-eyes-the-peoples-keyFast vier Jahre ist es nun her, dass Cassadaga erschien, das letzte Album der Wunderband Bright Eyes. Der Hype um Mastermind Conor Oberst, dem man zutraute, die Indiemusik wenn nicht zu retten, so doch wenigstens auf eine neue Stufe zu heben, war da schon ein wenig abgeklungen. Die schmalen Schultern waren unter der Last der Erwartung fast zerbrochen. 2002, mit seinem noch heute grandiosen Album „Lifted…“, das schon sein viertes war, wurde der damals 22jährige zum neuen Messias. Das Zentrum der Indie-Welt lag plötzlich in Omaha, Nebraska. Und wer nicht bald den gesamten Backkatalog seines Labels Saddle Creek kannte, gehörte nicht mehr dazu. Denn niemand zelebrierte Zerbrechlichkeit, Schwermut, Angst so gekonnt, so stilsicher wie Conor Oberst.
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TEXT: Tim Gorbauch | RESSORT: Reviews
3. März 2011 | Keine Kommentare




SEA OF BEES – SONGS FOR THE RAVENS

Sea_of_beesDie Raben symbolisieren in der Mythologie die Seelenwanderung, die Weisheit und den Traum. Jenen Federtieren ist das Debütalbum „Songs For The Ravens“ (Cooperative) der kalifornischen Singer/Songwriterin Julie Ann Baenziger, die sich Sea of Bees nennt, gewidmet. Ein Album, welches sich in seiner schlichten Erhabenheit so wohltuend vom Gros der täglich neuen Hypes der Musikblogs abhebt.

Denn Sea of Bees spielen Songs von federnder Leichtigkeit und anrührender Traurigkeit zugleich, die einen sowohl in Stunden nächtlicher Weltverzweiflung als auch beim versöhnenden Kaffee am folgenden Morgen zugleich zu begleiten vermögen. Sie enthalten keine Slogans zum an die Wände sprühen und auch keine Zeilen für das Poesiealbum, vielmehr umweht sie ein seltsam-schönes Gefühl der Geborgenheit.
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TEXT: Peter Merg | RESSORT: Reviews
24. Februar 2011 | Keine Kommentare




THE DECEMBERISTS – THE KING IS DEAD

The-Decemberists-The-King-Is-DeadWunderbar altmodisch…

Das letzte Album, The Hazard of Love, war üppig und groß, wahrscheinlich sogar viel zu üppig und viel zu groß. Ein Konzeptalbum, eine Art Folk- und Prog-Rock-Oper, ausladend und verschlungen. Nun aber kehren die Decemberists zurück zu überraschender Kargheit. “The King is dead” (Beggars/Indigo), das sechste Album der Band aus Portland, Oregon, wirkt wunderbar altmodisch, wie aus der Zeit gefallen. Die Songs sind schlicht und klar, irgendwo zwischen Country, Folk und Rock, die Grenzen sind da seit je fließend.
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TEXT: Tim Gorbauch | RESSORT: Reviews
22. Februar 2011 | Keine Kommentare




AKTUELLE PLATTEN IN ALLER KÜRZE

go-team-rolling-blackoutsThe Go! Team: Rolling Blackouts (Memphis Industries)

Auf die Frage nach der euphorischsten Band der Stunde kann es eigentlich nur eine ernst zu nehmende Antwort geben: The Go! Team. Ein vollkommen durchgedrehter Hybrid kommt einem da entgegen, jeder Takt ist vollgestopft mit Sounds, Referenzen, Adrenalin und bester Laune. T.O.R.N.A.D.O. heißt einer ihrer Songs vielsagend, Bläser röhren über einem Big Beat und einem Haufen wunderbarer Vintage-Samples, dazu gibt es Cheerleader-Gesang und die Idee einer Party, die nie endet.

Joan As Police Woman - The Deep Field - Packshot copyJoan as PoliceWoman: The Deep Field (Pias)

Joan Wasser ist nun schon 40, man sieht ihr das nicht an. In ihrer Jugend gab sie gerne das Avantgarde-Artrock-Darling, heute sagt sie: „Beauty is the new Punk Rock.“ Als Joan as PoliceWoman streifte sie zunächst alles Äußere ab, vermied ausladenden Bewegungen und schrieb Songs, die tatsächlich vor allem wunderschön sind. Auf ihrem neuen Album, The Deep Field, geht Joan Wasser nun einen Schritt weiter und flirtet offener mit Soul & R’n’B.

bored-man-overboard-rogue-L-AbDjjsBored Man Overboard: Rogue (Hazelwood)

Auf unserem allseits geschätzten Frankfurter Label Hazelwood Vinyl Plastics ist mit Bored Man Overboard nun auch endlich ein siebenköpfiges skandinavisches Kollektiv unter Vertrag, das ganz wunderbaren, in sich gekehrten Folk spielt und gleichzeitig weiß, was Größe ausmacht. Klar, dass die Jungs von Bored Man Overboard, keiner älter als 22, deshalb schon als die schwedische Antwort auf Arcade Fire oder The National gehandelt werden.

TEXT: Tim Gorbauch | RESSORT: Reviews
17. Februar 2011 | Keine Kommentare




ON TOUR UND AKTUELLES ALBUM – NEW IDEA SOCIETY

New_Idea_SocietySich ständig neu zu erfinden haben NEW IDEA SOCIETY nicht nötig. Die Perfektionierung des Bestehenden scheint die Maxime der Band zu sein. Und so wird auf „Somehow Disappearing“ (Shiny Shoes/Cargo) der eigene Anspruch hochgeschraubt, die Platzierung musikalischer Effekte sekundengenau geplant und Mike Law schreibt Texte, die sich nicht vor Begrifflichkeiten wie “poetisch” scheuen müssen. Zwischen Gitarren, Klavier und dezent eingebauten Synthieeffekten versteckt sich eine grundlegende Melancholie, die jedoch mehr Mut macht als resignierend zu wirken.
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TEXT: Maximilian Römer | RESSORT: Reviews, Unterwegs
25. Januar 2011 | Keine Kommentare




ON TOUR – BORED MAN OVERBOARD

bmo coverWenn Bored Man Overboard auf der Bühne stehen, wird es kuschelig: Die sieben Musiker der schwedischen Indie-Folk-Band zaubern mit elegischen Klängen und folkigen Rocknummern eine fast mystische Atmosphäre in die Clubs. Hierzulande noch weitgehend unbekannt, schicken sich die Stockholmer jetzt an, Deutschland zu erobern. Mit ihrer aktuellen Tour, auf der sie ab dem 18. Januar ihr Debutalbum in sieben deutschen Städten präsentieren, können Bored Man Overboard nun endlich beweisen, dass sie ihren Status als hoch gehandelter Internet-Geheimtipp absolut verdient haben. Präsentiert von OPAK.
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TEXT: Lena Gouverneur | RESSORT: Präsentationskorb, Reviews, Unterwegs
14. Januar 2011 | 1 Kommentar