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POLAR M – NORTHERN BIRDS

POLAR M
Die goldene Zeit der Indie-Elektronik ist lange vorbei. Als sich Ende des letzten Jahrtausends scheue Indie-Jungs und -Mädchen mit klobigen Laptops und Synthesizern daran machten, verhuschte, knisternde und glücklicherweise selten perfekte elektronische Musik zu machen, gab es einiges zu entdecken. Aufregend war es zwischen Bitcrush-Sounds, vertrackten Beats und Synth-Geflicker. (weiterlesen…)

TEXT: Nils Quak | RESSORT: Musik, Reviews
27. Oktober 2011 | Keine Kommentare




SCHLAMMPEITZIGER – VORAUSSCHAUENDE BEBAUUNG

Schlammpeitziger
Treten Sie ein! Kommen Sie näher! Hier gibt es lauter wunderliche Dinge zu sehen! Da ein Knadderatz, dort ein kleiner Tanz und vergessen Sie nicht die Hauptattraktion: Vergnügunsparkchef Schlammpeitziger mit seinem verzogenen Synthiesound.
Erleben Sie eine Fahrt zum Mond und feiern Sie eine Cocktailparty mit Aliens und Robotern. Das alles passiert zu entspannten Dancerhythmen, die nicht in die unsrige Welt passen. Und dann wiederum – peng und puff! – finden wir uns auf einem sonntagnachmittäglichen Spaziergang am Rhein wieder und hören uns seltsame Texte an, die Hgich.T zu Ehren gereichen würden.
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TEXT: Aida Baghernejad | RESSORT: Musik, Reviews
17. Oktober 2011 | 14 Kommentare




KID DAKOTA – LISTEN TO THE CROWS AS THEY TAKE FLIGHT

KidDakota
Wie es um den allgemeinen Zustand einer Musikrichtung bestellt ist, erkennt man oft nicht am Wirken ihrer Heroen, sondern am musikalischen Niveau welches ihre durchschnittlichsten Vertreter erreichen. An den jüngsten Glanztaten der bekannten Koryphäen von Radiohead bis Tocotronic lässt sich also nicht ablesen, ob man sich um „Indierock“ (jeder weiß was gemeint ist, aber niemand ganz genau) anno 2011 Sorgen machen muss.
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TEXT: Peter Merg | RESSORT: Reviews
9. Oktober 2011 | 1 Kommentar




YOKO DUO – BEHAVING LIKE WIDOWER

Yoko-Duo-Behaving-Like-A-Widower-300x300Die Geschichte hinter diesem Album kommt daher wie die eines Web 2.0 Märchens. Ein junger Musiker in Stockholm lädt unter dem Namen ‘One Chef’ zwei oder drei Singer-Songwriter Songs mit elektronischen Komponenten auf Myspace, auf die über ein paar Umwege ein Berliner Produzent aufmerksam wird. Dieser macht einen Remix und kurz darauf kommt es zu einer kurzen Kooperation auf dessen neuen Album in Berlin. Etwa ein Jahr später gibt es schließlich den Entschluss einen eigenen Longplayer zusammen zu machen.
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TEXT: Gislinde Böhringer | RESSORT: Musik, Reviews
7. September 2011 | 7 Kommentare




CONTEMPORARY NOISE SEXTET – GHOSTWIRTER’S JOKE

l Die polnischen Hardcore-Brüder Kapsa (Something Like Elvis) gehen neue Wege: Mit dem Contemporary Noise Sextett sind sie jazzig, illustrativ und experimentierfreudig. Kopfkinomusik. Da verwundert es auch nicht, dass CNS auch schon einen Soundtrack zu einem Theaterstück gemacht haben. Auf Ghostwriter’s Joke vertonen sie jedoch kein Szenenspiel, sondern Lebensgeschichten von Freunden und Bekannten. Verschrobene, schwadige Bilder machen sich auf – erinnert mich irgendwie an das hier.

Die Rhytmussektion klebt und die Bläser sind, im meiner Vorstellung, verschwitzt und mit dem Unterleib gen Publikum gebogen. Polens junge Jazzszene ist ja eh gerade am Brodeln (siehe z.B. Mikołaj Trzaska – Leżał Możliwie / robotobibok – 54kw ).
Und auch hier: es groovt gewaltig, „Chasing Rita“ ist eins dieser Stücke, bei denen man unverhofft zu einem ausladenden Kopfnicker ansetzt. Die Arrangements sind weniger mit Jazz, als mit Rock oder Alternative verwandt. Die einzelnen Melodiethemen der Stücke bleiben zwar sehr präsent, stehen jedoch auf einem Prog-Rock schwangeren Unterbau. Dass die Jungs nicht nur Emo-Hardcore-wasauchimmer gehört haben, sondern auch mit Loops und Samples aufgewachsen sind, merkt man auch. Unter den freejazzigen Ausbrüchen hangelt sich im Untergrund immer noch eine Repetition durch.
Obwohl ich mir noch etwas mehr Aufbrüche und den ein oder anderen Knarz und Bimmel gewünscht hätte, überzeugt dieses Album durch seine Entspanntheit und Natürlichkeit. Die Scheibe ist Ausdruck dafür, wie angenehm man da drüben heutzutage mit dem traditionsbelasteten Jazz umgeht. Kein angestrengter Versuch, zu dekonstruieren; kein gewolltes Klangexperiment mit der Beteiligung von Abfall und Lebensmittel.
Rundum halten Contemoporary Noise Sextet eine Spannung aufrecht und überraschen dabei immer wieder. Noch etwas mehr Kitzeln und Ausprobieren hätten mich gefreut, doch sind CNS wie Zubrowka, ein kleiner Grashalm macht es gleich interessant-anders.

TEXT: Julian Niedermeier | RESSORT: Reviews
12. August 2011 | 3 Kommentare




KEITH FULLERTON WHITMAN / ALIEN RADIO – S/T

splitDas Hamburger Label Dekorder ist schon seit langem ein Garant für spannende Releases weit abseits von Trends. So wie die dort soeben erschienene Split-LP von Keith Fullerton Whitman und Alien Radio, auf der beide Künstler die Welt der modularen Synthesizer erforschen.
Keith Fullerton Whitmans Seite besteht aus einem einzelnen, gut 15 Minuten langen Stück. Schicht über Schicht legen sich die Synthesizer-Patterns übereinander, bis sie zu ein schwebendes Netz aus flirrenden Arpeggios und pulsierenden Sounds zusammen finden, das sich selber in Trance kreiselt.

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TEXT: Nils Quak | RESSORT: Reviews
11. August 2011 | 1 Kommentar




WOODEN SHJIPS – WEST

west cover smallWooden Shjips stellen im neueren Spacerock-/Psychedelic-Hype eine wohltuende Ausnahme dar, denn trotz ausuferndem Geknödel dominiert bei den Wahlkaliforniern die hypnotische, straighte – und erstaunliche treibene – Rhythmik. Wooden Shjips, das war von Anfang an ein angenehm direkter, trotz aller Klischees komplett unpeinlicher musikalischer Anachronismus. Natürlich winken Spacemen 3 durch die wabernden Nebelschwaden, aber hier sind sie mit dicken, bunt bemalten Motorrädern vorgefahren, und die im Wind wehenden Haare sind noch etwas dichter. „West“ ist ein spannendes Konzeptalbum über den – surprise surprise – amerikanischen Westen, welcher für die von der Ostküste stammenden Bartträger von je her eher ein Mythos war, und das Spielen mit den üblichen, wohl auch nötigen Formeln macht der Band hörbar Spaß.
Nach zwei Alben auf Holy Mountain und einem Berg inzwischen rarer und teuer gehandelter EPs hat sich nun Thrill Jockey der Band angenommen, was u.a. dafür sorgt, dass „West“ die ersten Wooden Shjips-Aufnahmen sind, die in einem richtigen Studio entstanden. Und bei allen Effektorgien und Experimenten im Post-Rock-Backkatalog des Labels aus Chicago: So viel Fuzz gab´s dort noch nie.

TEXT: Kristof Künssler | RESSORT: Reviews
4. August 2011 | 22 Kommentare




I AM OAK – OASEM

iamoakNachdem Thijs Kuijkens Debüt „On Claws“ bereits großen Anklang in der internationalen Musikpresse fand, kann der Niederländer sich nun tatsächlich „Let’s make the Netherlands a threat again“ auf die Fahne schreiben. Und so singt er auf seiner neuesten Veröffentlichung (Midsummer Records) auch „Raise your fists like you ought to / Raise your voice like mine“. Dieser symbolische Aufschrei bleibt aber das einzig Bedrohliche des Albums, denn Oasem beinhaltet den ruhigen Folk, den man von Kuijken bereits gewohnt ist. Das vertraute Gerüst aus Gitarre und einem sich langsam schleppenden Schlagzeug wird auf Oasem allerdings immer wieder von elektronischen Instrumenten unterwandert und die rauschenden Synthies versehen das Album mit einer Wärme, die fast schon greifbar erscheint.
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TEXT: Maximilian Römer | RESSORT: Reviews
14. Juli 2011 | 2 Kommentare




DEEPCHORD – HASH-BAR LOOPS

booklet_coverUm es neutral auszudrücken: Dub Techno ist eine recht wertekonservative Sache. Seit mehr als fünfzehn Jahren werden die gleichen Sounds immer wieder aufs Neue durchdekliniert. Die Reverb geschwängerten metallischen Räume, die modulierenden Synth-Chords, die ewig gleichen Echo-Sounds. Was in den Neunzigern hoffungsvoll mit Basic Channel und den Chain Reaction Veröffentlichungen begann, wurde schnell ein ziemlich klischeebehaftetes Untergenre der Elektronikmusik – quasi die Afterwork-House Variante für vermeintliche Bescheidwisser.
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TEXT: Nils Quak | RESSORT: Reviews
27. Juni 2011 | 2 Kommentare




TANNHÄUSER STERBEN & DAS TOD – EIGENGIFT

LP_Cover.aiWo bin ich hier gelandet? Der Planet Tannhäuser Sterben & das Tod ist eine ganz, ganz seltsame Welt. Irgendwie endzeitig, irgendwie vorzeitig, man kann das alles nicht genau zuordnen. Da vorne plätschert eine Reggaeton-Gitarre, drüben ist plötzlich ganz rockig, dann für Sekunden tanzbar, bis es anfängt zu knattern, zu knarzen. Synthies und Computerklicks und -klacks, Stimmen, die verzerrt werden und in Hall münden, eine fast sphärische Frauenstimme, krrrk macht es und Filme reißen und im Hintergrund erahnt man etwas, was man früher noch Musik nannte. Aber vorne hört es sich an wie Monster und kaputte Elektrogeräte, die sich aber von der Menschheit losgesagt haben und nun ein eigenes Leben führen. Nochmal: Wo bin ich hier gelandet?
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TEXT: Aida Baghernejad | RESSORT: Reviews
31. Mai 2011 | 5 Kommentare




ARMS AND SLEEPERS – THE ORGAN HEARTS

Arms and SleepersLangsam rollt die neue Platte der Arms and Sleepers an. Ihre Dramaturgie ist von Vorne bis Hinten derart stringent das man sich manchmal fragt, wozu denn überhaupt noch Pausen zwischen die Tracks geschnitten wurden. Das Gefühl von Zugfahrt, das sich schon zu Beginn des Albums einstellt, wird man auch im restlichen Verlauf nicht los. Man steigt also ein – nicht in einen spektakulär verrosteten Ostblockzug mit besoffenem Schaffner, auch in keinen ICE 3 – und fährt gemächlich auf ziemlich festen Schienen durch die Landschaft. Ihre vorherigen Alben wurden oft als filmische Erlebnisse bezeichnet, doch Filme, dich ich als Erlebnis bezeichnen würde sind auch verstörend und brutal, verletzend oder experimentell. Das ist hier wohl nicht der Fall. Stattdessen wurde eine Strecke gewählt, die unerklärlicherweise durch Touristendörfern wie Air (Antwerp), Gotan Project (Reprise) oder gar U2 (I sing the body electric) führt. Sie verschwinden zwar bald schon wieder im sphärischen Dickicht der Platte, aber nichtsdestotrotz…
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TEXT: Hendrik Lehmann | RESSORT: Musik, Reviews
4. Mai 2011 | Keine Kommentare




CONNAN MOCKASIN – FOREVER DOLPHIN LOVE

conanMockasinKinderchöre sind eine schreckliche Geisel moderner Populärmusik, weshalb es eigentlich keinen sichereren Weg gibt, affektive Spontanablehnung gegenüber einem Album hervorzurufen, als eine Bande quietschiger Quälgeister die ersten Worte singen zu lassen. Einen solchen Frontalangriff auf das akustische Ästhetikempfinden mutet nun Connan Mockasin den Hörern seines neuen Doppelal-bums „Forever Dolphin Love“ (Phantasy Sound/Because Music/Alive! ) zu. Um sie umgehend wieder zu versöh-nen, denn die folgenden 36 Minuten der ersten CD (die zweite umfasst hörenswerte Liveaufnahmen) hinterlassen gebanntes Staunen.
Anders, kurios, seltsam – das sind die Worte, die einem nach dem ersten Hören durch den Kopf schießen. Aber auch vertraut, verspielt, packend. Früher nannte man das wohl Psychedelic. Musik wie eine sich sonnende spanische Katze, die man nicht aufhören kann voll Faszination zu betrachten.

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TEXT: Peter Merg | RESSORT: Reviews
2. Mai 2011 | Keine Kommentare