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FLOWERPORNOES – ICH LIEBE MENSCHEN WIE IHR

Flowerpornoes – Ich liebe Menschen wie ihr

(Gim Records)
Vor einigen Wochen saß ich, als gerade von einigen unerfreulichen Ereignissen verbeultes, vom Leben und unergründlichen Seelenregungen geohrfeigtes angehäuftes Elend, nächtens auf dem Sofa einer Freundin. Es waren die kalten Novembertage, und wir saßen drinnen, Holzofen, alter Hof, Dorf, der letzte Zug später, diese Tage waren das, und als der Strom der Worte endete, ging ich, Scheibe für Scheibe, durch ihre Sammlung alter Heft-CDs, All Areas, Sounds Now, New Noises, mit immer wieder hängenbleibendem Blick, da schossen mir Riffs und Refrains durch den Kopf, Momentaufnahmen von früher auch, Songs und Erinnerungen. Ich weiß nicht, wie oft ich glücklich nickte, auf ihrem Sofa, es war viel Zeit noch, bis raus in die Kälte, der Bahnhof im Nachbardorf, die Straßenlaternen lange schon stumm. Irgendwann jedenfalls (weiterlesen…)

TEXT: Steffen Greiner | RESSORT: Musik, Reviews
7. Januar 2013 | 1 Kommentar




THE LESSAPPEAL – AMUSEMENT

The Lessappeal - Amusements
Seit einigen Jahren schon bin ich mehr oder weniger satt von Schrammelsounds der (punk-)rockigen Sorte. Bin ich jetzt endlich alt und langweilig? Wann ist das passiert? Und warum? Darüber habe ich mir das ein oder andere Mal tatsächlich schon Gedanken gemacht. Ohne großartige Analysen angestellt zu haben, vermute ich des Rätsels Lösung darin, dass alle Schrammelecken-Neuerscheinungen entweder Altes kopieren oder krampfhaft neuartig und besonders pfiffig sein wollen. Was oft nach hinten losgeht. Also habe ich mich kurzerhand losgeeist vom Schrammelkram, schade eigentlich.
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TEXT: Senta Best | RESSORT: Allgemein, Musik, Reviews
7. November 2012 | 60 Kommentare




SWEET LIGHTS – SWEET LIGHTS

Der schmale Grat zwischen Regress und Oldschool – ohje, dieses Fass aufzumachen, dafür bin ich viel zu faul. Sweet Lights jedenfalls spielen Sonnenflutenpowerpop, der, wo er schon nicht kopiert, sich so doch augenzwinkernd und üppig bedient bei Beatles, Beach Boys & Co.
 
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TEXT: Steffen Greiner | RESSORT: Musik, Reviews
21. Juni 2012 | 10 Kommentare




PIERRE SCHAEFFER – LE TRIÈDRE FERTILE

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War Mego seinerzeit schon ein sehr durchlässiges Label, was verschiedene Stile anging, so verfügt der Nachfolger Editions Mego über eine doch recht große Anzahl an Sublabels für die verschiedensten Spielarten experimenteller und elektronischer Musik. (weiterlesen…)

TEXT: Nils Quak | RESSORT: Allgemein, Musik, Reviews
6. Juni 2012 | 9 Kommentare




ME AND MY DRUMMER -THE HAWK, THE BEAK, THE PREY

MAMD_LP_Aussen_Ansicht„It’s mostly tha voice“ – nichts beweist Gurus‘ altes Diktum besser als Charlotte Brandis glockenklares Organ, das eindeutig größte Geschenk an die Musikwelt diesen Frühjahres. Dabei hat das Berliner Duo Me and my drummer noch viel mehr zu bieten. Perfekten Pop zum Beispiel.
Den erkennt der anorganische Intellektuelle am unwiderstehlichen Drang zum lauten Mitsingen des doch noch völlig unbekannten Textes, dessen verdiente eingehende Exegese vom sich ungewohnt selbstständig gebärdenden Hinterteil endgültig verunmöglicht wird. Catchy as hell, kein Zweifel, aber auch gut? (weiterlesen…)

TEXT: Peter Merg | RESSORT: Musik, Reviews
8. Mai 2012 | 41 Kommentare




NILS QUAK – “AETHER”

CoverNQNeben Beobachtungen zu Musik am Rand der Popkultur, schraubt Opak-Autor Nils Quak auch veritable Experimentalelektronik zwischen Ambient, Drone und Noise. Sein kürzlich erschienenes Album „Aether“ ist vollkommen am modularen Synthesizer entstanden und jedem Liebhaber langsam atmender, raumfüllender Tracks nur wärmstens zu empfehlen.
Erhätlich ist Aether auf der Bandcamp-Seite von Nils Quak:
www.nqmusic.bandcamp.com/album/aether
www.nhlsqaik.com

TEXT: Redaktion | RESSORT: Allgemein, Musik, Reviews
26. April 2012 | 350 Kommentare




RUE ROYALE – GUIDE TO ESCAPE

Manchmal braucht es einen Moment bis es klick macht. Dann hört man beiläufig zu und notiert „guter alter Halleffekt, Junge/Mädchen-Doppelstimme-Gesäusel, Texte egal, all the same, Kling Glöckchen, klingelingeling“. Stangenware für die Teenies mit dem José González-Cover an der Wand, Klappe zu, Platte tot.
 
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Bis man plötzlich konsterniert feststellt, dass die Melodie, welche man gerade im Halbschlaf unter der Dusche vor sich hin summt, gar nicht von den alten Style Council-Platten stammt die man in letzter Zeit so gefeiert hat. Dass es (sieht man von den letzten Kathleen Edwards/Bon Iver-Großtaten ab) schon wirklich verdammt lang her ist, dass eine Platte so aus einem Guss klang. Dass nun ehrlich nichts gegen Pärchen-Gesang einzuwenden ist, wenn es so wunderschön harmonierende Stimmen wie die von Brooklyn und Ruth Dekker sind, die sich hier umgarnen. Dass diese Songs schlicht zu mehr taugen als der wohlgefälligen Umspülung eines Indie-Jugend-Rotweinabends, und wahrscheinlich auch zu mehr als mit der Liebsten im Arm in die Morgensonne zu blinzel, aber dazu besonders gut.
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TEXT: Peter Merg | RESSORT: Allgemein, Musik, Reviews
26. März 2012 | Keine Kommentare




OVAL – DNA

OVAL - DNAAls im Sommer 2010 nach gut zehn Jahren zwei neue Oval-Veröffentlichungen in den Regalen standen, war die Irritation stellenweise doch recht groß. Anstelle der pulsierenden, kleinteiligen Clicks und ratternden Störgeräuschen bestimmten plötzlich übereinander stolpernde Melodie-Fragmente und Obertonkatarakte das Klangbild. Selbst klassische Schlagzeug-Sounds fanden ihren Weg in die Tracks. Was sich damals als drastischer Bruch zeigt, wird durch das neueste Oval-Album „DNA“ ein Stück weit revidiert.
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TEXT: Nils Quak | RESSORT: Musik, Reviews
1. Dezember 2011 | 11 Kommentare




NOTIC NASTIC – FULL SCREEN

noticnastic
Mit düsterem Elektropop hat man mich ja quasi sofort. Ich mochte schon als Teenie lieber zu She Wants Revenge als Christina Aguilera auf Schulparties tanzen, ich mag Fever Ray, ich mag es wenn es dunkel wird und wenn die Bässe böse und treibend werden. Und genau darum geht’s bei Notic Nastic. Aber auch um artsy Party, sehr femininer Sexyness und – dessen bin ich bin mir ziemlich sicher: die haben da so eine Sache mit Zombies am Laufen.
Schon das Debüt des New York/Berlin-Duos erschien auf Shitkatapult, ein Jahr später also der Nachfolger der selbstbenannten Techno-Aliens, die ihre Identität lieber für sich behalten und ganz zeitgeistig in ihren Texten ein bisschen Kapitalismuskritik üben und über die Musikindustrie herziehen – Kritik ist dieses Jahr eben angesagter als Blingbling. Besonders gut funktioniert das beim Kracher „Illuminati Bitch“. (weiterlesen…)

TEXT: Aida Baghernejad | RESSORT: Musik, Reviews
21. November 2011 | 14 Kommentare




FRENCH FILMS – IMAGINARY FUTURE

frenchfilms“Imaginary Future” von den French Films hört sich so unfassbar britisch an, dass man von selbst nie auf die Idee kommen würde, dass es sich bei dem Quintett um Finnen handelt. Doch braucht man britisch klingenden Indie-Wave aus Finnland, wo man doch eben erst aufgehört hat, Indiemusik aus England zu hören?
Dass die Band nicht nur sehr viel The Drums gehört hat, sondern auch unter großem Joy Division-Einfluss steht, kann und will sie scheinbar gar nicht verleugnen. Die düstere Stimme von Sänger Johannes Joni bietet einen wohltuenden Kontrast zu fröhlichen Indiemelodien, die dadurch melancholisch werden, was dem Ganzen eine gewisse Ernsthaftigkeit verleiht. Dazu gibt es treibende Gitarren, ein reduziertes Schlagzeug und insgesamt eine Vielzahl an wunderbaren Melodien, die uns schon im frühen Winter den Sommer herbeiwünschen lassen. French Films können in der Indie-Reihe ganz vorne mitspielen, so viel ist klar.
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TEXT: Sarah Schneider | RESSORT: Musik, Reviews
12. November 2011 | 3 Kommentare




LA CHIVA GENTIVA – “PELAO”

La Chiva GentivaIch habe mich gerade gefragt, ob Argumente ganz allgemein aus der Mode gekommen sind. Oder ob das nur bestimmte Bereiche des Lebens betrifft. Wie Plattenkritiken zum Beispiel.
Die zwar ihrerseite nicht wirklich aus der Mode gekommen sind, aber dafür wegen der Krise ihres Objekts schon auch selbst in eine geraten sind, wofür man nicht nur Diederichsen lesen muss. Der zumindest sinngemäß gesagt hat, man könne über aufregende Musik nur noch im Feuilleton schreiben. Und schließlich: Was ist aufregende Musik? Was einen aufregt, hängt schließlich immer stark von dem ab, wo man herkommt. Zum Beispiel das hier:
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TEXT: Andreas Schnell | RESSORT: Musik, Reviews
2. November 2011 | 13 Kommentare




PETERLICHT – DAS ENDE DER BESCHWERDE

PeterLicht
Es muss einen Grund geben, warum es heute scheinbar zum guten Ton gehört, die Musik von PeterLicht geil zu finden. Mit voller Erwartung blicken wir nun also auf sein sechstes Album „Das Ende der Beschwerde“ und stellen fest, dass das Ende der komplexen Gedankenketten des Kölner Songwriters noch lange nicht in Sicht ist. (weiterlesen…)

TEXT: Sarah Schneider | RESSORT: Musik, Reviews
29. Oktober 2011 | 2 Kommentare