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OVAL – DNA

OVAL - DNAAls im Sommer 2010 nach gut zehn Jahren zwei neue Oval-Veröffentlichungen in den Regalen standen, war die Irritation stellenweise doch recht groß. Anstelle der pulsierenden, kleinteiligen Clicks und ratternden Störgeräuschen bestimmten plötzlich übereinander stolpernde Melodie-Fragmente und Obertonkatarakte das Klangbild. Selbst klassische Schlagzeug-Sounds fanden ihren Weg in die Tracks. Was sich damals als drastischer Bruch zeigt, wird durch das neueste Oval-Album „DNA“ ein Stück weit revidiert.
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TEXT: Nils Quak | RESSORT: Musik, Reviews
1. Dezember 2011 | Keine Kommentare




NOTIC NASTIC – FULL SCREEN

noticnastic
Mit düsterem Elektropop hat man mich ja quasi sofort. Ich mochte schon als Teenie lieber zu She Wants Revenge als Christina Aguilera auf Schulparties tanzen, ich mag Fever Ray, ich mag es wenn es dunkel wird und wenn die Bässe böse und treibend werden. Und genau darum geht’s bei Notic Nastic. Aber auch um artsy Party, sehr femininer Sexyness und – dessen bin ich bin mir ziemlich sicher: die haben da so eine Sache mit Zombies am Laufen.
Schon das Debüt des New York/Berlin-Duos erschien auf Shitkatapult, ein Jahr später also der Nachfolger der selbstbenannten Techno-Aliens, die ihre Identität lieber für sich behalten und ganz zeitgeistig in ihren Texten ein bisschen Kapitalismuskritik üben und über die Musikindustrie herziehen – Kritik ist dieses Jahr eben angesagter als Blingbling. Besonders gut funktioniert das beim Kracher „Illuminati Bitch“. (weiterlesen…)

TEXT: Aida Baghernejad | RESSORT: Musik, Reviews
21. November 2011 | Keine Kommentare




FRENCH FILMS – IMAGINARY FUTURE

frenchfilms“Imaginary Future” von den French Films hört sich so unfassbar britisch an, dass man von selbst nie auf die Idee kommen würde, dass es sich bei dem Quintett um Finnen handelt. Doch braucht man britisch klingenden Indie-Wave aus Finnland, wo man doch eben erst aufgehört hat, Indiemusik aus England zu hören?
Dass die Band nicht nur sehr viel The Drums gehört hat, sondern auch unter großem Joy Division-Einfluss steht, kann und will sie scheinbar gar nicht verleugnen. Die düstere Stimme von Sänger Johannes Joni bietet einen wohltuenden Kontrast zu fröhlichen Indiemelodien, die dadurch melancholisch werden, was dem Ganzen eine gewisse Ernsthaftigkeit verleiht. Dazu gibt es treibende Gitarren, ein reduziertes Schlagzeug und insgesamt eine Vielzahl an wunderbaren Melodien, die uns schon im frühen Winter den Sommer herbeiwünschen lassen. French Films können in der Indie-Reihe ganz vorne mitspielen, so viel ist klar.
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TEXT: Sarah Schneider | RESSORT: Musik, Reviews
12. November 2011 | Keine Kommentare




LA CHIVA GENTIVA – “PELAO”

La Chiva GentivaIch habe mich gerade gefragt, ob Argumente ganz allgemein aus der Mode gekommen sind. Oder ob das nur bestimmte Bereiche des Lebens betrifft. Wie Plattenkritiken zum Beispiel.
Die zwar ihrerseite nicht wirklich aus der Mode gekommen sind, aber dafür wegen der Krise ihres Objekts schon auch selbst in eine geraten sind, wofür man nicht nur Diederichsen lesen muss. Der zumindest sinngemäß gesagt hat, man könne über aufregende Musik nur noch im Feuilleton schreiben. Und schließlich: Was ist aufregende Musik? Was einen aufregt, hängt schließlich immer stark von dem ab, wo man herkommt. Zum Beispiel das hier:
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TEXT: Andreas Schnell | RESSORT: Musik, Reviews
2. November 2011 | Keine Kommentare




PETERLICHT – DAS ENDE DER BESCHWERDE

PeterLicht
Es muss einen Grund geben, warum es heute scheinbar zum guten Ton gehört, die Musik von PeterLicht geil zu finden. Mit voller Erwartung blicken wir nun also auf sein sechstes Album „Das Ende der Beschwerde“ und stellen fest, dass das Ende der komplexen Gedankenketten des Kölner Songwriters noch lange nicht in Sicht ist. (weiterlesen…)

TEXT: Sarah Schneider | RESSORT: Musik, Reviews
29. Oktober 2011 | Keine Kommentare




POLAR M – NORTHERN BIRDS

POLAR M
Die goldene Zeit der Indie-Elektronik ist lange vorbei. Als sich Ende des letzten Jahrtausends scheue Indie-Jungs und -Mädchen mit klobigen Laptops und Synthesizern daran machten, verhuschte, knisternde und glücklicherweise selten perfekte elektronische Musik zu machen, gab es einiges zu entdecken. Aufregend war es zwischen Bitcrush-Sounds, vertrackten Beats und Synth-Geflicker. (weiterlesen…)

TEXT: Nils Quak | RESSORT: Musik, Reviews
27. Oktober 2011 | Keine Kommentare




SCHLAMMPEITZIGER – VORAUSSCHAUENDE BEBAUUNG

Schlammpeitziger
Treten Sie ein! Kommen Sie näher! Hier gibt es lauter wunderliche Dinge zu sehen! Da ein Knadderatz, dort ein kleiner Tanz und vergessen Sie nicht die Hauptattraktion: Vergnügunsparkchef Schlammpeitziger mit seinem verzogenen Synthiesound.
Erleben Sie eine Fahrt zum Mond und feiern Sie eine Cocktailparty mit Aliens und Robotern. Das alles passiert zu entspannten Dancerhythmen, die nicht in die unsrige Welt passen. Und dann wiederum – peng und puff! – finden wir uns auf einem sonntagnachmittäglichen Spaziergang am Rhein wieder und hören uns seltsame Texte an, die Hgich.T zu Ehren gereichen würden.
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TEXT: Aida Baghernejad | RESSORT: Musik, Reviews
17. Oktober 2011 | Keine Kommentare




KID DAKOTA – LISTEN TO THE CROWS AS THEY TAKE FLIGHT

KidDakota
Wie es um den allgemeinen Zustand einer Musikrichtung bestellt ist, erkennt man oft nicht am Wirken ihrer Heroen, sondern am musikalischen Niveau welches ihre durchschnittlichsten Vertreter erreichen. An den jüngsten Glanztaten der bekannten Koryphäen von Radiohead bis Tocotronic lässt sich also nicht ablesen, ob man sich um „Indierock“ (jeder weiß was gemeint ist, aber niemand ganz genau) anno 2011 Sorgen machen muss.
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TEXT: Peter Merg | RESSORT: Reviews
9. Oktober 2011 | Keine Kommentare




YOKO DUO – BEHAVING LIKE WIDOWER

Yoko-Duo-Behaving-Like-A-Widower-300x300Die Geschichte hinter diesem Album kommt daher wie die eines Web 2.0 Märchens. Ein junger Musiker in Stockholm lädt unter dem Namen ‘One Chef’ zwei oder drei Singer-Songwriter Songs mit elektronischen Komponenten auf Myspace, auf die über ein paar Umwege ein Berliner Produzent aufmerksam wird. Dieser macht einen Remix und kurz darauf kommt es zu einer kurzen Kooperation auf dessen neuen Album in Berlin. Etwa ein Jahr später gibt es schließlich den Entschluss einen eigenen Longplayer zusammen zu machen.
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TEXT: Gislinde Böhringer | RESSORT: Musik, Reviews
7. September 2011 | 1 Kommentar




CONTEMPORARY NOISE SEXTET – GHOSTWIRTER’S JOKE

l Die polnischen Hardcore-Brüder Kapsa (Something Like Elvis) gehen neue Wege: Mit dem Contemporary Noise Sextett sind sie jazzig, illustrativ und experimentierfreudig. Kopfkinomusik. Da verwundert es auch nicht, dass CNS auch schon einen Soundtrack zu einem Theaterstück gemacht haben. Auf Ghostwriter’s Joke vertonen sie jedoch kein Szenenspiel, sondern Lebensgeschichten von Freunden und Bekannten. Verschrobene, schwadige Bilder machen sich auf – erinnert mich irgendwie an das hier.

Die Rhytmussektion klebt und die Bläser sind, im meiner Vorstellung, verschwitzt und mit dem Unterleib gen Publikum gebogen. Polens junge Jazzszene ist ja eh gerade am Brodeln (siehe z.B. Mikołaj Trzaska – Leżał Możliwie / robotobibok – 54kw ).
Und auch hier: es groovt gewaltig, „Chasing Rita“ ist eins dieser Stücke, bei denen man unverhofft zu einem ausladenden Kopfnicker ansetzt. Die Arrangements sind weniger mit Jazz, als mit Rock oder Alternative verwandt. Die einzelnen Melodiethemen der Stücke bleiben zwar sehr präsent, stehen jedoch auf einem Prog-Rock schwangeren Unterbau. Dass die Jungs nicht nur Emo-Hardcore-wasauchimmer gehört haben, sondern auch mit Loops und Samples aufgewachsen sind, merkt man auch. Unter den freejazzigen Ausbrüchen hangelt sich im Untergrund immer noch eine Repetition durch.
Obwohl ich mir noch etwas mehr Aufbrüche und den ein oder anderen Knarz und Bimmel gewünscht hätte, überzeugt dieses Album durch seine Entspanntheit und Natürlichkeit. Die Scheibe ist Ausdruck dafür, wie angenehm man da drüben heutzutage mit dem traditionsbelasteten Jazz umgeht. Kein angestrengter Versuch, zu dekonstruieren; kein gewolltes Klangexperiment mit der Beteiligung von Abfall und Lebensmittel.
Rundum halten Contemoporary Noise Sextet eine Spannung aufrecht und überraschen dabei immer wieder. Noch etwas mehr Kitzeln und Ausprobieren hätten mich gefreut, doch sind CNS wie Zubrowka, ein kleiner Grashalm macht es gleich interessant-anders.

TEXT: Julian Niedermeier | RESSORT: Reviews
12. August 2011 | Keine Kommentare




KEITH FULLERTON WHITMAN / ALIEN RADIO – S/T

splitDas Hamburger Label Dekorder ist schon seit langem ein Garant für spannende Releases weit abseits von Trends. So wie die dort soeben erschienene Split-LP von Keith Fullerton Whitman und Alien Radio, auf der beide Künstler die Welt der modularen Synthesizer erforschen.
Keith Fullerton Whitmans Seite besteht aus einem einzelnen, gut 15 Minuten langen Stück. Schicht über Schicht legen sich die Synthesizer-Patterns übereinander, bis sie zu ein schwebendes Netz aus flirrenden Arpeggios und pulsierenden Sounds zusammen finden, das sich selber in Trance kreiselt.

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TEXT: Nils Quak | RESSORT: Reviews
11. August 2011 | Keine Kommentare




WOODEN SHJIPS – WEST

west cover smallWooden Shjips stellen im neueren Spacerock-/Psychedelic-Hype eine wohltuende Ausnahme dar, denn trotz ausuferndem Geknödel dominiert bei den Wahlkaliforniern die hypnotische, straighte – und erstaunliche treibene – Rhythmik. Wooden Shjips, das war von Anfang an ein angenehm direkter, trotz aller Klischees komplett unpeinlicher musikalischer Anachronismus. Natürlich winken Spacemen 3 durch die wabernden Nebelschwaden, aber hier sind sie mit dicken, bunt bemalten Motorrädern vorgefahren, und die im Wind wehenden Haare sind noch etwas dichter. „West“ ist ein spannendes Konzeptalbum über den – surprise surprise – amerikanischen Westen, welcher für die von der Ostküste stammenden Bartträger von je her eher ein Mythos war, und das Spielen mit den üblichen, wohl auch nötigen Formeln macht der Band hörbar Spaß.
Nach zwei Alben auf Holy Mountain und einem Berg inzwischen rarer und teuer gehandelter EPs hat sich nun Thrill Jockey der Band angenommen, was u.a. dafür sorgt, dass „West“ die ersten Wooden Shjips-Aufnahmen sind, die in einem richtigen Studio entstanden. Und bei allen Effektorgien und Experimenten im Post-Rock-Backkatalog des Labels aus Chicago: So viel Fuzz gab´s dort noch nie.

TEXT: Kristof Künssler | RESSORT: Reviews
4. August 2011 | 1 Kommentar