BALLS
TEXT: Redaktion | RESSORT: Fundsache, Mish Mash29. Oktober 2009 | Keine Kommentare

Amour, Imagination, Rêve. Die Musik von Air ist ja, ähnlich jener von Kruder&Dorfmeister, so etwas wie Kuschelrock in Elektro und legte man Wert darauf, was manche Leute von einem denken, gäbe man vielleicht nicht zu, dass man Air mag.
Fakt ist jedoch, dass Air seinerzeit einen gänzlich eigenen Sound erfunden haben und Teil einer neuen französischen Musikbewegung waren. Sie gewannen großartige Sänger/innen für sich, wurden von Helden der elektronischen Musik geremixed und durften wiederum andere remixen. Die Mechanismen des Internets haben Air auch schon recht früh zu nutzen gewusst und jetzt gehen sie wieder einmal auf Newsletter-Abonnenten-Fang und verschenken dafür etwas:
Wer sich bis zum 7. Juli auf der Band-Webseite registriert, erhält vorab und umsonst die neue Single “Do The Joy”, die auch auf dem Anfang Oktober erscheinenden Album “Love 2″ sein wird.
Also: Track holen und heimlich ruhig mal wieder kuscheln!
Dieses Mal haben die Jungs von Gut wie Gold etwas entdeckt: Iron and Wine stellen Teile ihrer Platte „The Shepherd’s Dog“ in einer Akustikversion zum freien Download bereit. Ganz wundervoll für laue Abende. Klingt abgedroschen, ist aber so.
Die tolle Version der tollen Platte gibt’s dort:
„/every morning we found one more machine to mock our ever waning patience at the well / every evening she’d descend the mountain stealing socks / and singing something good where all the horses fell / like a snake within the wilted garden wall I’d hint to her every possibility / while with his gun the pagan angel rose to say: my love is one made to break every bended knee /”

“/we fall into the solitude of this room / you draw it on my back / our shapes throw shadows on the walls and holes in this mess / behind the ceiling all is lost / no certain place to go / we’ll stay and create a pleasant place of open fields and snow/”
Anne Baier und Lars Kranholdt sind Anois1. Und ihr Album erinnert so sehr an die Szene aus der Unendlichen Geschichte, in der der kleine Junge sich noch nass vom Regen im Raum der Schule verkriecht unter die alte Decke, das große Buch aufklappt, liest und versinkt. Und wie er nicht einmal merkt, dass der Regen aufhört. Und wie er nicht einmal merkt, dass es dunkel wird. „Tree House Whispers“ klingt nach einem Dachboden, auf dem man die Stadt vergessen hat und vom Fenster aus auf ein weites Feld schaut, auf dem sich ab und an mal ein Tier regt. Das sind Lieder, die sich auf’s Wesentliche konzentrieren, den Wind, das Flüstern, die Linien der Äste am Himmel, die Wärme der Schulter neben der eigenen. Anois klettern vom Dachboden durch das Fenster direkt auf den Dachfirst und warten am Schornstein, bis jemand kommt. Eine Hand über der Stirn und mit dem Blick auf das Wetter, das innen tobt.
“/we sew a new world with our hands / “
Fußnotiert: