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VERGESSENE STILE 27

StileXXVIIPOPPO AUS DEM SONNENROTH: DER SCHIEFE FRIED GÄNSTERLEIN

Dolde der Istigkeit, magst dich
eräugen du mir inniglich?
Was gäbe itzt Wiesengrund Geläut,
dir Inburgheit zu zaufen?
Doch bekummert von Grimms
Beständnis erst kehrt ein
der schiefe Fried Gänsterlein
in das Gehaus der Seel.

Die Sprach- und Lyrikinitiative „Die ewig Vorgestrigen“ erreicht als mediales Echo zumeist nur blankes Unverständnis („What the fuck?“- TAZ), spöttelnde Distanz („Mittelaltermarkt eitler, ungereimter sprachlicher Idiosynkrasien“- Bella Triste) oder rigorose Ablehnung („Spinner labern Mist“- Bild). Zu weit zurück in die tatterige Grauzeit der Sprache reicht ihr Duktus, zu fern dem verständlichen Wort der Moderne ist ihr Gestus.
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TEXT: Sebastian Schreck | RESSORT: Vergessene Stile
14. April 2011 | Keine Kommentare




VERGESSENE STILE 26

ich_denkmal.jpg.593935Egon Icherich: Alles ist Ich

Wenn Lyrik schön ist und die Wirklichkeit sich nicht bequemt zu blühen, so muss im Garten der Stile nachgesät werden. Schließlich sollen Blüten sprießen, Stile duften

Und für den frequently askenden unter den Lesenden: Der erste Vergessene Stil in dieser Form trägt die Nummer 26, weil hier bereits unzählige (25) Stile ausgegraben und breitgetreten wurden. Stoff für weiterführende Lektüre bzw. großflächig zu Meidendes ist also ausreichend bei der Hand.
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TEXT: Sebastian Schreck | RESSORT: Vergessene Stile
22. März 2011 | Keine Kommentare




NADAV KANDER: YANGTZE – THE LONG RIVER

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Der 1961 in Israel geborene Fotograf Nadav Kander wuchs in Südafrika auf, doch schon bald zog er nach London: ein Leben, das früh durch den Blick auf andere Länder geprägt wurde. Kander fotografierte für die wichtigsten englischen Zeitungen und Magazine, mit seiner Serie „Obama’s People“ wurde er international bekannt. Vor kurzem ist sein Fotobuch „Yangtze – The Long River“ erschienen.
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TEXT: Marc Peschke | RESSORT: Literatur
20. Februar 2011 | Keine Kommentare




GRANZ ZAPPA. FRANK ZAPPA FÜR FORTGESCHRITTENE

zappa_money.jpgGRAND ZAPPA“ ist der Titel eines Buchs, das sich dem Phänomen Frank Zappa in neuer Weise nähert. Der DIN A3-Schmöker versteht sich als kritisch-vergleichende Diskologie. Etwas ganz Besonderes für Zappatisten.

Dieses Buch ist nicht groß, es ist sehr groß. Beinahe im DIN A3-Format kommt es daher – und schon der Titel setzt eine Duftmarke: „GRAND ZAPPA. Internationale Frank Zappa Discology“ steht auf dem Cover. Doch dieser Band ist nicht nur im Umfang üppig, auch die Ausstattung ist nicht ohne: 1000 Abbildungen, allesamt gedruckt auf 200 Gramm schwerem Bilderdruckpapier.

Doch vor allem überwältigt der Inhalt. Denn der Autor Frank Wonneberg hat dem Jubilar Zappa – er wäre am 21. Dezember 70 Jahre alt geworden – ein Denkmal gesetzt. Der Zappa-Experte hat insgesamt 850 Vinyl-Alben-Versionen der 44 regulären, zu Lebzeiten erschienenen Alben gesammelt, die nun in diesem Band vorgestellt werden – ergänzt um alle seit 1994 erschienenen CDs. Da darf man sich schon fragen: Was ist der Sinn des Ganzen?
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TEXT: Marc Peschke | RESSORT: Reviews
15. Februar 2011 | Keine Kommentare




ON TOUR – NAGEL MIT BAND UND PLATTEN

Nagel ist in diesen Tagen wieder unterwegs. Mit seiner neuen Band Blood Robots, seinem Buch und mehreren Platten

WkdW_Vinyl Am 21.01. erscheinen gleich zwei Platten, an denen Nagel maßgeblich beteiligt ist. Zum einen veröffentlicht Audiolith eine musikalische Umsetzung von “Was kostet die Welt”. Zusammen mit Nikolai Potthoff hat Nagel in den vergangenen Wochen an etwas gearbeitet, das als Spoken Word-Performance auf dem Dancefloor funktioniert – so wie The Streets ungefähr, nur anders. Die Aufnahmen werden als limitierte 10″ und Download verfuegbar sein.

Einen Vorgeschmack gibt es hier:
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TEXT: Redaktion | RESSORT: Literatur, Musik, Präsentationskorb
17. Januar 2011 | 2 Kommentare




DANN KEHRE ICH ZURÜCK + BIN BERÜHMT

Vor einigen Tagen unterhielt sich unsere Autorin Nadine Schildhauer mit Jens Friebe über dessen Würdigung von Ronald M. Schernikau. Nun ist Jens Friebe im Rahmen eines Schernikau-Abends im Heimathafen Neukölln zu sehen.

Schernikau_c_Frank_Feiertag Ronald M. Schernikau – Dichter, Diva, Kommunist -, der im Herbst 1989 letzter Staatsbürger der DDR wurde, wäre 2010 50 geworden. KLEINSTADTNOVELLE, DIE TAGE IN L., LEGENDE, KÖNIGIN IM DRECK heißen die Bücher, die belegen, wie sehr seine Stimme fehlt.

Tobias Amslinger und Hannes Becker, wie Schernikau Absolventen des Leipziger Literaturinstituts, weben aus diesen Texten eine berückende Kollage; Jens Friebe sorgt für korrespondierend lichten Pop.

Eine Veranstaltung des Heimathafens in Kooperation mit dem Konkret Verlag, dem Rotbuch Verlag und dem Verbrecher Verlag.

16. Januar, 20:30 Uhr, Eintritt: 6 Euro
Foto: Frank Feiertag

TEXT: Redaktion | RESSORT: Allgemein, Literatur, Und sonst
12. Januar 2011 | Keine Kommentare




ALS DAS CAFÉ OBERHOLZ NOCH EIN BURGER KING WAR

Anton WaldtDienstagabend, Verbrecherversammlung. Stammtreffen des Verbrecher Verlags im Berliner „Monarch“. „Leute ihr braucht Pornotexte wenn ihr etwas werden wollt!“, erklingt am Anfang der Lesung das Motto, oder besser die Idee zum Buch „Auf die Zwölf“. Anton Waldt, Chefredakteur des elektronischen Musikmagazins De:Bug, spricht aus Erfahrung. Fanden seine Kurzgeschichten über den Raver Tom bislang nur durch den Partysan und Berghainflyer Verbreitung, sind sie nun in gesammelter Form im Verbrecher Verlag erschienen. Noch so ein Wochenende-Buch à la Jens Friebes „52 Wochenenden“? Nein, in den Geschichten von Tom gibt es nämlich kein Wochenende, alles verliert sich in einem Strudel aus Drogencocktails, Sex, Technobeat und wirrer Wahrnehmung.
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TEXT: Gislinde Böhringer | RESSORT: Literatur, Und sonst
28. Oktober 2010 | Keine Kommentare




“WAS SOLL DER IDIOT DA, ICH WILL DOCH NUR SAUFEN!”

Gerade ist es erschienen, Nagels zweites Buch “Was kostet die Welt”. Hier gibt es nun das Video zum Buch, einen Textauszug, einen Bericht zur euphorischen Lesung im “Wiener Blut” und die Tourdaten. Check it out!

nagelNagel läuft durch die ranzig rote, schummrige Bar und plaudert interessiert mit den Gästen. Neben einem kläglichen Mikrofon deutet hier nichts auf eine Lesung hin – zu verraucht ist es, fast alle scheinen sich zu kennen. Zur Begrüßung beglückwünscht Nagel sich selbst zum Buch, alle lachen.

Wahrscheinlich ähnelt das „Wiener Blut“, dieser Absturzschuppen, dem “Radetzky”. Der Stammkneipe von Meise, dem Protagonisten von „Was kostet die Welt“, an dem Nagel anderthalb Jahre gearbeitet hat: „Drei Monate Schreiben und 13 Monate Kürzen“.
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TEXT: Redaktion | RESSORT: Literatur, Präsentationskorb
2. Oktober 2010 | 2 Kommentare




ULRICH HOLBEIN – ICH KLAUE NIE BÜCHER

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Lesen Sie hier die extended Version einer furiosen Abbitte von Ulrich Holbein aus OPAK #6, die wir in extenso leider nicht in unser kleines Magazin einpassen konnten.

TEXT: Redaktion | RESSORT: Literatur, OPAK #06
31. August 2010 | 3 Kommentare




GESCHICHTE UND GEGENWART – FOTOGRAFIE IN SÜADFRIKA

00002718Jeden Abend flattern die Bilder aus Südafrika über die Bildschirme nach Deutschland. Bilder des großen Fußball-Spektakels, farbige Bilder, bunt bemalte Fans, Bilder phantasievoller Kostüme, denen andere gegenüberstehen, die weniger bekannt sind. So scheint auch genau der richtige Zeitpunkt gekommen, die künstlerische Fotografie Südafrikas mit einer Ausstellung und einem Buch in den Fokus zu rücken. Ein Schelm, wer Arges dabei denkt. Der Qualität des Bandes indes tut das keine Abbruch.

Etwa 180 Arbeiten umfasst eine Schau, die jetzt im Museum Goch und auch im Stadthaus Ulm zu sehen ist. Vertreten sind beinahe alle wichtigen Namen der Fotografie Südafrikas. Das Werk der Fotografen umfasst die Zeitspanne von 1950 bis heute – sechzig Jahre des Landes. Sehr genau lassen sich die politischen Entwicklungslinien anhand der Bilder nachvollziehen: Das Leben in der Apartheid, der Widerstand, der Befreiungskampf bis hin in die Gegenwart – entlang der sozialen Entwicklungen wird auch die Fotografie des Landes präsentiert.
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TEXT: Marc Peschke | RESSORT: Reviews
21. Juli 2010 | 1 Kommentar




STORY! GEWINNEGEWINNE!

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„Neukölln? Das ist doch der Stadtteil, wo man nur mit Ritterrüstung und Morgenstern unbeschadet durch kommt, oder?!“ Ganz genau. „Ich habe mal gehört, in Neukölln, da …“ – Na klar! Unzählige Geschichten kursieren über Neukölln. Nicht zuletzt deshalb liefert der Bezirk den geeigneten Hintergrund zur Veranstaltung eines Literaturfestivals. Die Literaturwoche STORY! findet in diesem Jahr zum ersten Mal statt. Vom 24. bis 30. Juli bietet der Heimathafen literarisches und musikalisches Programm.

Vorab ein paar Hinweise: Nagel, einer unserer zuverlässigsten Autoren (dessen neues Buch „Was kostet die Welt“ Ende September erscheinen wird), ist am 27. Juli auf der Bühne zu sehen. Für diesen Tag verlosen wir 1×2 Tickets – bitte einfach eine Email (Betreff: Neukölln) an redaktion at opak-magazin punkt de.
Wer sich büchermäßig auf diesen Abend vorbereiten möchte erhält außerdem die Chance, Christiane Rösingers „Das schöne Leben“ oder Robin Felders „Unsympath“ zu gewinnen. Einfach eine Email (Betreff: Buch) an redaktion at opak-magazin punkt de.

Darüber hinaus kultet STORY! den Stadtteil mithilfe des Song-Contests „Unser Lied für Neukölln“ ab. Und am 30. Juli wird es aufgeführt!

TEXT: Redaktion | RESSORT: Literatur, Win-win-Situation
20. Juli 2010 | 2 Kommentare




DU FREUST DICH JA GAR NICHT!

Vee Speers Serie „Birthday Party“ ist jetzt als Buch erschienen

artwork_images_3276168_401045_vee-speersDie Liste jener Fotokünstler, welche die Kindheit als Thema für sich entdeckten, ist lang. Das kann man verstehen, denn sie ist ein lohnendes fotografisches Sujet. Es ist die Zwischenposition, das Uneindeutige am Kind-Sein, das fasziniert: Das Selbst des Kindes ist fragil, es stehen Möglichkeiten offen. Es ist erst am Anfang: ein, wie oft geschrieben worden ist, paradiesischer Zustand?

Wenn die 1962 geborene australische Fotografin Vee Speers für ihre Serie „The Birthday Party“ Kinder vor eine immer gleiche weiße Wand stellt, um sie in ihren Kostümierungen zu fotografieren, dann mag diese Bildidee anfangs verwundern. Mit Kindheit assoziieren wir eher spontane Bewegung als Statik. Bei Vee Speer ist das anders: Es gibt einen streng festgelegten Rahmen, in dem ihre Modelle agieren.

Eine der ersten Fotokünstlerinnen, die junge Menschen nicht in ihrer Freizügigkeit, sondern hinsichtlich ihrer zukünftigen Rolle fotografierte, war Lisette Model. Die Kindheit ist eine Zeitspanne, in der man sich übt, Rollen einzunehmen – davon erzählt auch Vee Speers Serie „Birthday Party“, die jetzt im Heidelberger Kehrer Verlag als Buch erschienen ist. Nicht, dass ihr Rollenkorsett schon übermächtig zu werden droht, dennoch sind die hier Gezeigten alles andere als frei und unschuldig. Sie stehen da, in ihren phantastischen Kostümen, doch sehen sie gar nicht glücklich aus. „Ja, freust Du Dich denn gar nicht?“, will man sie fragen. Doch nein, auch wenn manche von ihnen sogar lächeln oder lachen. Wirklich froh scheinen sie sich nicht.
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TEXT: Marc Peschke | RESSORT: Reviews
3. Juli 2010 | Keine Kommentare