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ULRICH HOLBEIN – ICH KLAUE NIE BÜCHER

Kunst-Mittelalter-2

Lesen Sie hier die extended Version einer furiosen Abbitte von Ulrich Holbein aus OPAK #6, die wir in extenso leider nicht in unser kleines Magazin einpassen konnten.

TEXT: Redaktion | RESSORT: Literatur, OPAK #06
31. August 2010 | 3 Kommentare




GESCHICHTE UND GEGENWART – FOTOGRAFIE IN SÜADFRIKA

00002718Jeden Abend flattern die Bilder aus Südafrika über die Bildschirme nach Deutschland. Bilder des großen Fußball-Spektakels, farbige Bilder, bunt bemalte Fans, Bilder phantasievoller Kostüme, denen andere gegenüberstehen, die weniger bekannt sind. So scheint auch genau der richtige Zeitpunkt gekommen, die künstlerische Fotografie Südafrikas mit einer Ausstellung und einem Buch in den Fokus zu rücken. Ein Schelm, wer Arges dabei denkt. Der Qualität des Bandes indes tut das keine Abbruch.

Etwa 180 Arbeiten umfasst eine Schau, die jetzt im Museum Goch und auch im Stadthaus Ulm zu sehen ist. Vertreten sind beinahe alle wichtigen Namen der Fotografie Südafrikas. Das Werk der Fotografen umfasst die Zeitspanne von 1950 bis heute – sechzig Jahre des Landes. Sehr genau lassen sich die politischen Entwicklungslinien anhand der Bilder nachvollziehen: Das Leben in der Apartheid, der Widerstand, der Befreiungskampf bis hin in die Gegenwart – entlang der sozialen Entwicklungen wird auch die Fotografie des Landes präsentiert.
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TEXT: Marc Peschke | RESSORT: Reviews
21. Juli 2010 | 1 Kommentar




STORY! GEWINNEGEWINNE!

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„Neukölln? Das ist doch der Stadtteil, wo man nur mit Ritterrüstung und Morgenstern unbeschadet durch kommt, oder?!“ Ganz genau. „Ich habe mal gehört, in Neukölln, da …“ – Na klar! Unzählige Geschichten kursieren über Neukölln. Nicht zuletzt deshalb liefert der Bezirk den geeigneten Hintergrund zur Veranstaltung eines Literaturfestivals. Die Literaturwoche STORY! findet in diesem Jahr zum ersten Mal statt. Vom 24. bis 30. Juli bietet der Heimathafen literarisches und musikalisches Programm.

Vorab ein paar Hinweise: Nagel, einer unserer zuverlässigsten Autoren (dessen neues Buch „Was kostet die Welt“ Ende September erscheinen wird), ist am 27. Juli auf der Bühne zu sehen. Für diesen Tag verlosen wir 1×2 Tickets – bitte einfach eine Email (Betreff: Neukölln) an redaktion at opak-magazin punkt de.
Wer sich büchermäßig auf diesen Abend vorbereiten möchte erhält außerdem die Chance, Christiane Rösingers „Das schöne Leben“ oder Robin Felders „Unsympath“ zu gewinnen. Einfach eine Email (Betreff: Buch) an redaktion at opak-magazin punkt de.

Darüber hinaus kultet STORY! den Stadtteil mithilfe des Song-Contests „Unser Lied für Neukölln“ ab. Und am 30. Juli wird es aufgeführt!

TEXT: Redaktion | RESSORT: Literatur, Win-win-Situation
20. Juli 2010 | 2 Kommentare




DU FREUST DICH JA GAR NICHT!

Vee Speers Serie „Birthday Party“ ist jetzt als Buch erschienen

artwork_images_3276168_401045_vee-speersDie Liste jener Fotokünstler, welche die Kindheit als Thema für sich entdeckten, ist lang. Das kann man verstehen, denn sie ist ein lohnendes fotografisches Sujet. Es ist die Zwischenposition, das Uneindeutige am Kind-Sein, das fasziniert: Das Selbst des Kindes ist fragil, es stehen Möglichkeiten offen. Es ist erst am Anfang: ein, wie oft geschrieben worden ist, paradiesischer Zustand?

Wenn die 1962 geborene australische Fotografin Vee Speers für ihre Serie „The Birthday Party“ Kinder vor eine immer gleiche weiße Wand stellt, um sie in ihren Kostümierungen zu fotografieren, dann mag diese Bildidee anfangs verwundern. Mit Kindheit assoziieren wir eher spontane Bewegung als Statik. Bei Vee Speer ist das anders: Es gibt einen streng festgelegten Rahmen, in dem ihre Modelle agieren.

Eine der ersten Fotokünstlerinnen, die junge Menschen nicht in ihrer Freizügigkeit, sondern hinsichtlich ihrer zukünftigen Rolle fotografierte, war Lisette Model. Die Kindheit ist eine Zeitspanne, in der man sich übt, Rollen einzunehmen – davon erzählt auch Vee Speers Serie „Birthday Party“, die jetzt im Heidelberger Kehrer Verlag als Buch erschienen ist. Nicht, dass ihr Rollenkorsett schon übermächtig zu werden droht, dennoch sind die hier Gezeigten alles andere als frei und unschuldig. Sie stehen da, in ihren phantastischen Kostümen, doch sehen sie gar nicht glücklich aus. „Ja, freust Du Dich denn gar nicht?“, will man sie fragen. Doch nein, auch wenn manche von ihnen sogar lächeln oder lachen. Wirklich froh scheinen sie sich nicht.
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TEXT: Marc Peschke | RESSORT: Reviews
3. Juli 2010 | Keine Kommentare




ELISABETH RANK – UND IM ZWEIFEL FÜR DICH SELBST

Elisabeth Rank_Im Zweifel(Suhrkamp) „Man rechnet ja nicht damit. Wir glaubten an ein Morgen.“ Lene und Tonia verbringen unbekümmert ihren Studentenalltag in Berlin, bis ein Unfall alles verändert. Tim verliert dabei sein Leben, und Lene ihren Freund. Lene und Tonia verlassen Berlin, den Ort ihrer Erinnerungen, und begeben sich auf eine Reise, deren Richtung sie nicht kennen.
Im Auto umgibt sie eine Stille, die bedrohlich auf Tonia einwirkt. Passende Worte, um Lene Trost zu spenden, wollen ihr nicht einfallen. Wie die Landschaft Mecklenburg-Vorpommerns ziehen in Tonias Kopf Bilder aus ihrer sorgenfreien Kindheit vorbei, Lene versucht unterdessen, sich die Zeit mit Tim ins Gedächtnis zurückzurufen.
Die Unsicherheit und damit einhergehende Angst vor Entfremdung der beiden Protagonistinnen beschreibt Rank auf eine beklemmende Weise. „… ich hatte Angst, es würde von uns nichts übrigbleiben.“ Die Hitze der Tage unterstreicht die Paralyse der beiden, die den Text durchdringt. Die Stärke der Erzählung liegt genau in dieser Sprachlosigkeit der Figuren. Rank schildert eindrücklich das Unbehagen, geht dabei aber behutsam vor. Eindringlich beschreibt sie die körperliche Nähe zwischen den Freundinnen, welche die Ratlosigkeit und die damit einhergehende Distanz kompensiert. Einzig die knifflige Liebesgeschichte, die in einem zweiten Erzählstrang eingeflochten wird, wirkt etwas klischeehaft.
Einen Generationenroman, wie er auf dem Klappentext versprochen wird, hat Elisabeth Rank nicht geschrieben. Der Roman ist mehr als das: ein feinsinniges, atmosphärisch dichtes Buch, das sich den großen Themen Tod und Loslassen behutsam nähert, ohne dabei in Sentimentalitäten zu verfallen. Rank gibt den Figuren die Zeit, langsam wieder zu sich zu kommen, und lässt sie in kleinen Schritten zurück in einen Alltag finden.

TEXT: Janine Schemmer | RESSORT: Reviews
18. Juni 2010 | Keine Kommentare




NIETZSCHE UND ZWEI, DREI SEINER BEWUNDERER

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Ulrich Holbein mit Apollo-Uwe und Dionys-Werner auf einer Reise zum Geburtsort der Tragödie.

Hier
findet sich der vollständige Text der gekürzten Version aus OPAK #5 als PDF. Es treten auf: Herbert„Zeitblom“ Müller, Dr. Zelinsky sowie Dr. Burgauner alias Alois Prossmann.
Von Ulrich Holbein erscheint demnächst im Elfenbein Verlag „Bitte umblättern! Einhundertelf Appetithäppchen“.

TEXT: Ulrich Holbein | RESSORT: Literatur, OPAK #05
3. Mai 2010 | Keine Kommentare




GUY TILLIM – AVENUE PATRICE LUMUMBA

Koloniale Ruinen.

Er fotografierte Kindersoldaten im Kongo, ganz ohne Hoffnung und ungeschönt, dann zeigte er die Stadt Johannesburg, „Jo’burg“ – diesmal mit einem positiveren Blick auf die Veränderungen, auf die Transformation der vergangenen Jahre. Seine Serie „Congo Democratic“ über die ersten freien Präsidentschafts- und Parlamentswahlen im Kongo wurde im Jahr 2007 auf der documenta präsentiert. Jetzt stellt der Südafrikaner Guy Tillim sein neues Buch vor.

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Er ist einer der bedeutendsten Fotografen des afrikanischen Kontinents. Engagiert, ernsthaft, sensibel, kritisch, aber auch bisweilen geprägt von einer gewissen Distanz zu seinen Sujets, zeigt der 1962 in Johannesburg geborene Fotograf prekäre Lebensumstände in seiner südafrikanischen Heimat. Doch stets sind es auch die stillen, intimen Momente, die ihn faszinieren, wie auch sein neues Buch „Avenue Patrice Lumumba“ (Guy Tillim: Avenue Patrice Lumumba. Texte von Robert Gardner und Guy Tillim. Englisch, Französisch und Portugiesisch. 128 Seiten. Gebunden. 57 Abbildungen. Prestel Verlag 2008. ISBN 9783791340661. 49,95 Euro) vor Augen führt. „Eines kann man jedoch immer“, sagt Tillim, „ … etwas Hässliches, Brutales in etwas Erhabenes und Erlösendes verwandeln …“ Der in Kapstadt lebende Tillim tut dies, indem er tief blickt: diesmal auf die Architektur der kolonialen und postkolonialen Gesellschaft Afrikas.
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TEXT: Marc Peschke | RESSORT: Reviews
30. April 2010 | Keine Kommentare




IRANBUSCHWEG

bartzSein Auftritt in der Hamburger Roten Flora war außergewöhnlich. Ein paar Hundert Staunende fragten sich: „Wer ist nur dieser Christian Bartz?“ Die Antwort ist einfach. Jemand, der Texte schreibt. Texte, wie den folgenden.

Heute ist er mit seinem zweiten abendfüllenden Programm im Hamburger Polittbüro zu sehen.

“IRANBUSCHWEG? Ist das eine Road Map zur Versöhnung von Antiimps und Antideutschen? Nein, es ist das wohl am häufigsten gestellte Rätsel im nächtlichen Telefonquizdschungel des deutschen Fernsehens. Welche hiesige Stadt verbirgt sich hinter diesen Buchstaben: IRANBUSCHWEG???

Jaha, Braunschweig. Letztens beim Durchzappen gab der Moderator den Tipp, dass die naheliegende Weltstadt Burghausen nicht die richtige Lösung sei, er jetzt aber auch nicht wisse, ob man jene gesuchte Stadt überhaupt kennen könne. Doch wir alle kennen leider Braunschweig.
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TEXT: Redaktion | RESSORT: Literatur, Und sonst
14. April 2010 | Keine Kommentare




PETRA SCHOLL-ARTUR LIEST AUS:
DAS PFERD DAISY LAHMT

image_event_99393984047c52eb5df6bbPetra Scholl-Artur hat mit „Das Pferd Daisy lahmt“ einen der ganz großen Tierromane unserer Zeit verfasst. Das 2476 Seiten starke Buch beschreibt das Leben der Stute Daisy von der Geburt bis zum tragischen Ende. Was hat man Petra Scholl-Artur nicht alles vorgeworfen: „Vermenschlichung“ schreibt der Glashüttener Stadtanzeiger, „falsch verstandene Tierliebe“ die Bad Camberger Morgenpost.

Petra Scholl-Artur zeigt sich davon unbeeindruckt. Sicherlich nicht zuletzt, weil die herbe Kritik das Buch erst zum Kassenschlager hat werden lassen. Gelesen wird an diesem ersten April aus den zwei Kapiteln „Spring Daisy, spring“ und „Galopp“. OPAK ist stolzer Präsentator der Lesung, die heute abend in der PANORAMABR des Berghain stattfinden soll. Die Lesung findet parallel zum AUTECHRE Konzert statt. Ein bedauerlicher Zufall, beides wurde zur gleichen Zeit gebucht. Aber die unkomplizierte und äußerst sympathische Petra Scholl-Artur ist guter Dinge: „Lese ich eben etwas lauter“.

Für alle Liebhaber anspruchsvoller Tierliteratur ist „Das Pferd Daisy lahmt“ ein absolutes Muss. Besucher des Konzertes hören Petra Scholl-Artur natürlich kostenlos.

TEXT: Hendrik Seipel-Rotter | RESSORT: Präsentationskorb, Reviews, Unterwegs
1. April 2010 | 2 Kommentare




LISA RANK – UND IM ZWEIFEL FÜR DICH SELBST

Und im Zweifel für dich selbst_Cover»Am Rand der Landstraße hielten wir an, um zu rauchen. Nebeneinander lehnten wir am Auto, es mußte schön ausgesehen haben für die, die in den Autos saßen und an uns vorbeifuhren. Zwei Beine in einem Rock und zwei Beine in einer engen Hose, wehende Haare und Zigaretten zwischen den Fingern. Wie Cowboys standen wir, und vielleicht dachten sie, wir fänden das gut, wir würden das genießen.«

Wir hatten lange Zeit sehnsüchtig gewartet. Vor ein paar Wochen endlich ist Elisabeth Ranks toller Debütroman „Und im Zweifel für dich selbst“ bei Suhrkamp erschienen. Und es gibt Lesetermine! Heute abend wird Frau Rank neben – Verzeihung – vier grauen Herren im Rahmen der Leipziger Buchmesse lesen, am 20. dann auch in Berlin. Ab 20 Uhr im Hans Wurst in der Dunckerstraße 2a, zusammen mit This Mess Is Mine. Super wird das!
Wer „Und im Zweifel für dich selbst“ noch nicht besitzen sollte, kann es hier gewinnen! Wir verlosen 3×1 Exemplar. Einfach eine Email (Betreff: lesilesi) mit Anschrift an redaktion@opak-magazin.de und dann geht’s los! Einsendeschluss ist der 21.03.

TEXT: Redaktion | RESSORT: Literatur, Unterwegs, Win-win-Situation
18. März 2010 | Keine Kommentare




FANTASIE ÜBER DIE ZUKUNFT DES SCHREIBENS

Thierry Chervel, langjähriger Redakteur bei taz und SZ, Mitbegründer von perlentaucher.de, schreibt hier über die Zukunft des Schreibens, die Zukunft des Textes überhaupt: “Das Buch verschwindet von seinen Rändern her, oder genauer: Es löst sich auf in den neuen Aggregatzustand der Zeichen wie Eisschollen im Klimawandel.” Sehr interessant.

TEXT: Redaktion | RESSORT: Fundsache, Literatur
16. März 2010 | Keine Kommentare




TRISTAN EGOLF – KORNWOLF

Kornwolf(Suhrkamp) Das lokale Käseblatt von Stepford versetzt seine Leser mit der Veröffentlichung eines Fotos, das ein absonderlich hässliches Wesen im Wald zeigt, in Aufruhr: „Etwas direkt von einer Müllhalde in Jersey. Oder aus den Tiefen eines Dixi-Klos.“ Andere meinen, es sehe eher aus „wie Richard Nixon, über und über mit Schlamm oder Kot bekleckert.“ Klar ist aber: Der Teufel von Blue Ball geht wieder um. Die alte Legende vom Werwolf, der im Landstrich sein Unwesen treibt, erwacht, und die Ereignisse spitzen sich zu, als „besorgte – also bewaffnete“ Bürger beschließen, das Ungeheuer zur Strecke zu bringen.
Noch explosiver wird die Lage dadurch, dass hier eigentlich niemand den anderen leiden kann: Der Bevölkerungsanteil Amischer wird abfällig „Deitschis“ genannt, verachtet selbst wiederum die gottesferne Lebensart der verkommenen „Englischen“, und auch innerhalb der verfeindeten Lager brodelt es ordentlich. Elias, Amisch-Teenager mit geschätzter Körpertemperatur von dreiundneunzig Grad, der tierisch stinkt und gern Slayer hört, wird da jedenfalls schnell verdächtig …
Egolfs „Kornwolf“ verkörpert den geschlagenen Underdog, der die Dummheit und Brutalität des wütenden Mobs provoziert und schließlich in ebenso über- wie ohnmächtiger Rache zurückschlägt. Wie dessen Debüt „Monument für John Kaltenbrunner“ zeichnet sich auch „Kornwolf“ durch Egolfs besonderes Vergnügen aus, skurril-drastische Eskalations-Situationen zu schaffen, in denen sich wenigstens kurz eine anarchische Störung der Verhältnisse Bahn bricht. Dass sich auf Dauer dennoch nichts ändert, ist pessimistischer Tenor in Tristan Egolfs Texten. Und so bleibt das Motto: Lang lebe der Underdog.

TEXT: Niklas Dommaschk | RESSORT: Literatur, Reviews
1. März 2010 | Keine Kommentare