FÄLLT AUS: 16.09. DIETMAR DATH & BARBARA KIRCHNER
Aus gesundheitlichen Gründen fällt der Abend zum Implex im Hamburger Golem leider aus. Die Veranstaltung wird nachgeholt, wir halten euch auf dem Laufenden.
14. September 2012 | Keine Kommentare
Aus gesundheitlichen Gründen fällt der Abend zum Implex im Hamburger Golem leider aus. Die Veranstaltung wird nachgeholt, wir halten euch auf dem Laufenden.
In dieser Woche beginnt das Kampnagel-Sommerfestival in Hamburg. Ein Highlight, auf das wir uns freuen, ist das Doku-Theaterstück „Melancholie und Protest“ von Lola Arias. Nach der Geburt von Lola erkrankte ihre Mutter an einer postnatalen Depression. Die Frage nach dem „Warum?“ führt die Theatermacherin in die Geschichte Argentiniens zurück: Ihr Geburtsjahr 1976 trifft mit dem Militärputsch zusammen. Lola zeigt, wie unscharf die Grenzen zwischen dem Privaten und dem Politischen verlaufen. Wir hatten Gelegenheit, mit ihr über das „poetische Dokumentartheater“, die Inszenierung von Erinnerung, Protestbewegung und Diebstahl zu sprechen.

Dein dokumentarisches Theater ist immer sehr direkt: es steht nicht das recherchierte Material im Vordergrund, sondern die darstellenden Personen erzählen ihre authentischen Geschichten innerhalb des Kunstrahmens Theater. In deinem Theaterstück „Melancholie und Protest“ gehst du einen Schritt weiter. Zum ersten Mal stehst du selbst auf der Bühne und erzählst von deiner Mutter. Was war das für ein Erlebnis für dich?
Die Art des dokumentarischen Theaters, das ich mache, verfolgt nicht das „Experten des Alltags“-Konzept, wie das zum Beispiel das Rimini-Protokoll macht. Was mich interessiert, ist reenactment. In diesem Fall zur Militärdiktatur in Argentinien. Unterschiedliche Protagonisten erzählen unterschiedliche Geschichten, es ist aber auch kein klassisches Dokumentartheater, sondern poetisch-dokumentarisch. In dem reenactment gibt es nämlich auch viel Absurdes und es geht ausschließlich um Sachen, die in der Erinnerung stattfinden. (weiterlesen…)
Eine Einnerung in eigener Sache: Am kommenden Sonntag findet im Festsaal Kreuzberg Berlin unser Rolf Dieter Brinkmann-Abend statt. Karten gibt´s bei KOKA36 und an der Abendkasse.

Freitag und Samstag ist das “Ensemble” bereits in Hamburg und Cloppenburg zu sehen.
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“Wenn dieses Buch ein Maschinengewehr wäre”, rief er seinen Kritikern entgegen, “würde ich Sie jetzt über den Haufen schießen!”
Rolf Dieter Brinkmann war als Provokateur, Außenseiter und Wegbereiter von Popliteratur eine der bedeutendsten Figuren des deutschen Literaturbetriebs. Ein Dichter, der die verknöcherte Gesellschaft der 60er und 70er Jahre rücksichtslos verurteilte, Autoren bei ihren Lesungen beschimpfte und den Kulturbetrieb genauso verschreckte wie faszinierte.

Brinkmann war Protagonist einer Szene, die Mitte der 60er Jahre alles Hochkulturelle über Bord warf und sich im Underground verortete. „Keiner weiß mehr“ (1968) erzählt eine einfache, geradezu profane Geschichte: (weiterlesen…)
Mark Fisher über Smartphones, Riots, die Alternativlosigkeit des Kapitalismus und das Zeitalter der Revolutionen
Mark Fisher ist Gründungsmitglied der „Cybernetic Culture Research Unit“, arbeitet als Dozent an der Goldsmiths-Universität und am City Literary Institute in London. Seine journalistischen Arbeiten erscheinen u. a. im New Statesman, Frieze, The Wire, Sight and Sound und FACT. Seit 2003 betreibt er sein Blog „k-punk“.

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Wie bereits berichtet erschien im März der erste Comicband „Roxanne & George“ unserer Comic-Autorin Carolin Walch. Mehr davon gibt es am kommenden Freitag, den 20. April im Buchladen Strips & Stories auf St. Pauli. Dort stellt Carolin Walch ab 19 Uhr ihren Comicband vor und signiert eure Exemplare.
Unsere Comic-Autorin Carolin Walch hat ihre erste Graphic Novel veröffentlicht! Am 13. März ist “Roxanne & George” im Reprodukt Verlag erschienen.

Und darum geht’s:
“Are you a hipster?” – “Fuck, no!”
Roxanne und George führen ein Leben, wie es glamouröser nicht sein könnte. Als Kinder zweier Rocklegenden ist ihr Leben geprägt von Partys, Luxus und Exzessen – dokumentiert durch die eigene Reality-Show auf MTV. Alles läuft perfekt, bis ihre Väter den Beschluss fassen, nicht mehr länger die Pausenclowns für ein Millionenpublikum zu spielen.
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starfruit publications veröffentlicht eine Gemeinschaftsarbeit von Heike Aumüller und Dietmar Dath
Gerade gestern ist er erschienen, „Der Implex“. Eine Schrankwand von Buch, verfasst von Dietmar Dath und Barbara Kirchner – sicher haben die meisten davon gehört. Dass der Nürnberger Verlag starfruit publications im April eine Gemeinschaftsarbeit von Dietmar Dath und Heike Aumüller (Kammerflimmer Kollektief) veröffentlicht, ist hingegen weniger bekannt.
In „Verbotene Verbesserungen“ – so der Titel des Buches – führen die beiden ihre Zusammenarbeit fort. Wir erinnern uns: Dietmar Dath und das geschätzte Kammerflimmer Kollektief bescherten uns mit „Im Erwachten Garten“ einen denkwürdigen Abend im Hamburger Polittbüro. Wir freuen uns, hier einen Auszug aus „Verbotene Verbesserungen“ präsentieren zu dürfen!
Ausruhmantra

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Ob Douglas Coupland wohl für immer diese Generation-XY-Bücher schreiben müssen wird? „JPod“, das nach der Erstveröffentlichung 2006 erst kürzlich auf deutsch erschien, wirkt jedenfalls wie ein Versuch, dem berühmten Erstling „Generation X“ ein „Update“ zu verpassen. Darin geht es um eine Gruppe Computerspiel-Programmierer (na klar: Nerds) und deren Alltag im „JPod“, so der Spitzname ihrer Abteilung. Es geht um ein neues Skateboard-Spiel, in das aus Marketing-Gründen ausgerechnet eine „coole“ Schildkröte eingebaut werden muss, um zielloses Internetsurfen, das ewige Aufstellen irgendwelcher Listen und die (ziemliche absurde) Familiengeschichte des Protagonisten Ethan.
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ELISABETH WÜRFEL: GESPIELEN DES GESCHICKS
Die Liebenden muss niemand feiern,
sie feiern sich selbst-
in dreckigen Hotelzimmern,
in heimlichen Zusammenkünften.
Sie können nicht anders und der Schmutz
an ihren Fingern kleistert das Bündnis
gegen die Welt zu.
Sie sind Gespielen des Geschicks
und schicken sich selbst einander zu
weit jenseits des Schicklichen.
Verbotene, verwünschte Liebesschwüre
an abseitige und dumme Götter.
Das ist die Heiligkeit der Liebenden,
sie feiern sich selbst.
„Im Krieg und in der Liebe ist alles erlaubt“ sagte schon der alte Preußenkönig von Clausewitz und da die Liebe nur die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln ist, so verbarg der weise Flötenspieler immer eine Kanonenkugel in den Blumen an seine Geliebten.
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Charlotte Schimmel: Weil Weihnachten ist
Rudolph, der Weihnachtsmann,
stellt sich nicht zimperlich an,
wenn sein leuchtender Bart
am ewigen Geburtstag
leuchtet und schimmert
und der rote Sack voller Cola
auf dem Rücken wimmert
wie die Gedichte der Kinder
unter der Knute der Rute.

Er reitet auf seinem dicken Bauch
durch alle Schornsteine
und Heizungsrohre auch.
Rudolph, der Weihnachtsmann,
kommt Weihnachten meist gut an.
Nein, fein säuberliches Differenzieren und ehrfürchtige Traditionstreue sind keineswegs ihre Tasse Tee.
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Johnny Strohbuben: Sonne auf, Herz runter
Winken die Worte nach innen,
was werden sie nur finden?
- ein Haus in den Frühling oder
das geteilte Echo der Verzweiflung?
Distanzen, länger als alle Gedanken,
nicht wie früher, als noch Sonne war
im Blick, als noch Herzen rhythmisch herrschten.
Und ein und aus gingen die Zeilen, nie
versiegend sondern Wurzeln treibend.
Eine Epoche in Gesang herrlich wie nie,
sonnambulant sich nie sättigend, denn
der Horizont war nicht wollern, wollte
es sein, ein hochtrabendes Märchen.
Heute geht nur Geld und es geht aus.
Aus dem alten Land ritt einst ein junger Dichter mit Hut im Gesicht in die große Stadt ein. Er wollte Lyrik, Liebe und Leidenschaft in die leeren Augen der Moderne pflanzen und tief und bohemistisch wie ein Werther leben und lieben, dichten und denken.
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