MEINE GEISTIG UMNACHTETEN
In OPAK #03 schreibt Micheal Weber unter anderem über ein Quartett-Spiel. Dazu gibt es Bilder von Anna Cieplik.
Als Kind bekam ich von einer Tante, einer Studienrätin aus West-Berlin, das Quartett-Spiel „Deutsche Dichter“ geschenkt. In zehn Abteilungen zu je vier Karten war die deutschsprachige Literatur bis ungefähr Gerhard Hauptmann untergebracht, etwa so: A1 – Goethe, A2 – Schiller, A3 – Wieland, A4 – Kleist. Zack! Nach welchen Kriterien die Dichter zu Quartetten gruppiert waren und welche genaueren Angaben unter den jeweiligen Portraits mitgeteilt wurden, weiß ich nicht mehr. Aber ich erinnere mich, dass ich mit Freunden versuchte, die Karten nicht nur zum öden Hin- und Hertausch zu verwenden, sondern so wie die zeitgleich aufkommenden Auto-Quartetts, bei denen man mit Füllmengen, Höchstgeschwindigkeiten, Baujahrangaben und Hubraumzahlen punkten konnte. Also haben wir bei den deutschen Dichtern wohl mit Geburtsdaten und Lebensjahren operiert, um herauszufinden, welche Karte eine andere stechen könnte. Aber viel war da nicht zu holen.
27. November 2009 | 1 Kommentar



Im vergangenen Jahr hatte sich die Plattform Mobile Sessions von Sony Ericsson hauptsächlich der Musik verschrieben.
Der Maler Lefeu lebt den Verfall. Er wohnt und arbeitet in einem heruntergekommenen Mietshaus, das früher einmal eine Fabrikhalle war und das jetzt einer modernen Stadtplanung zum Opfer fallen soll. Lefeus Abbruchhaus ist zum Abriss freigegeben. Das Paris der 70er Jahre soll sauberer werden. Der Abbruch des Hauses Cinq in der Rue de Roquentin hat bereits begonnen, längst arbeiten Bauarbeiter im Treppenhaus und in den Fluren, erstickt der Lärm der vorrückenden Bagger und Bulldozer fast jegliche Unterhaltung. Die Toilette ohne fließendes Wasser, die Heizung funktioniert nicht mehr, der Strom wurde abgestellt – aber Lefeu geht nicht, obwohl ihm eine Abfindung und ein modernes Appartement in Aussicht gestellt wurden.




