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ALL DAS NUR STYLE?

Der aufmerksamen LeserInnenschaft ist es sicherlich nicht entgangen, dass der Fehlerteufel an dieser Stelle des Hefts zugeschlagen hat. Jan-Eike Michaelis hier nun über Drive
 
Drive
 
Wie Telefone dienen auch Autos in Filmen meist dazu, erzählerische Abkürzungen zu nehmen. Außer in Filmen, in denen es um die heißen Schlitten selbst geht. Sowie in Nicolas Winding Refns neuem Streich „Drive“. Wenn sich der namenlose, wortkarge Held (Ryan Gosling) hier hinters Steuer klemmt, hält die eh schon minimale Handlung völlig inne und es geht um Textur, Stimmung, Pose: Der glänzende Samt von Goslings Jacke, sein starrer Blick, das Knirschen der ledernen Autofahrerhandschuhe; dazu käsige 80er-Jahre-Synthies in einem nächtlichen L.A. mit nassen Straßen – the birth of cool. Allerdings dient hier, der Titel legt es schon nahe, nicht das Gefährt, sondern das Fahren selbst als Stimulus.
All das wäre bloß Style, würde es „Drive“ nicht gelingen, seine Oberfläche mit dem tragischen Potenzial kurzzuschließen, die dem Konzept des archetypischen Helden per se eingeschrieben ist. Denn ein Held ist immer auch Soziopath, wenn er sich über die allernotwendigste Regel des gesellschaftlichen Zusammenlebens hinwegsetzen muss, um sein Ziel zu erreichen – nämlich den Drachen zu töten, der in aller Regel dann doch Mensch ist, wodurch der Held selbst Drache wird (oder Skorpion) und die Prinzessin garantiert niemals nie kriegt! Winding Refn bringt das in einer einzigen atemberaubenden Fahrstuhlszene völlig ohne Dialoge auf den blutigen Punkt.

Bild: © Universum Film

TEXT: Jan-Eike Michaelis | RESSORT: Film, Reviews
22. Februar 2012 | 1 Kommentar




HELL

1. Der Film in einem Satz:

Die Hölle auf Erden: wenn man in einen bayrischen Bauernhof einheiraten muss.



2. Darum geht‘s:

Das Jahr 2016. Die Temperatur 10 Grad höher. Die Erde ein unwirtlicher Flecken. Die Sonne ein unbarmherziger Killer. Durch die hohen Temperaturen ist das Leben auf der Erde beinah zum Erliegen gekommen, Wasser eine Rarität, Essen ebenso. Wir lernen eine Gruppe Überlebender kennen, die in die Berge wollen, wo noch Wasser vorhanden sein soll. Marodierende Horden nutzen die Notsituationen aus, jeder ist sich selbst der Nächste und so dauert es nicht lange, bis unsere Gruppe in Gefangenschaft gerät…
Gelungene, gut aussehende deutsche Genre-Filme sind Seltenheiten. Deutsche Science-Fiction-Dystopien gar rare Einzelfälle. “Hell” ist beides: zu Beginn ein starkes Endzeitmovie, dem es mit einfachen Mitteln gelingt, die Verwüstung der Erde darzustellen. Alles in helle
Filter getaucht, blendet das Bild auf der Leinwand die Zuschauer wie die Sonne die Helden blendet. Auch die Ödnis der Landschaft ist durchwegs nachvollziehbar, gelungen aufbereitet. Im zweiten Teil entwickelt sich der Film von Science-Fiction-Dystopie zu einem klassischen Backwoods-Horror – und das ist geradezu erfrischend, nicht immer nur amerikanische Hillbillys am Menschenfressen zu sehen, sondern einen einfachen bayrischen Bauernhof als Hort der Brutalität kennenzulernen. Und wer vom Land kommt, der weiß, dass das es keine
arge Überzeichnung ist, welchen Weg eine Bauernmutti auf sich nimmt, um doch noch eine Frau für den Sohn zu finden!

3. Der beste Moment:

Die Science-Fiction-Hälfte ist etwas origineller geraten als die zweite Horrorhälfte – und für eine deutsche Produktion auch überraschender. Hier überzeugt die Ausgestaltung durchwegs.

4. Diese Menschen mögen diesen Film:

Wer weder Mitglied im Deutschen Bauernverband noch bei Sonnenanbeter e.V. ist.

* Regie: Tim Fehlbaum

TEXT: Christian Ihle | RESSORT: At the Movies mit Ihle
21. September 2011 | 7 Kommentare




GESTÄNDNISSE

1. Der Film in einem Satz:

Lehrer gegen Schüler: ein Kampf bis aufs Blut.


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TEXT: Christian Ihle | RESSORT: At the Movies mit Ihle
17. August 2011 | 14 Kommentare




DIE TRÄUME DES KINOS SIND DREIDIMENSIONAL

Foto: J. R. Eyerman/Time Life Pictures/Getty Images, 1952.

Überlegungen zum Kino in 3-D.

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TEXT: Jan-Eike Michaelis | RESSORT: Film
3. August 2011 | 11 Kommentare




KABOOM

1. Der Film in einem Satz:

This is the way the world ends.
This is the way the world ends.
This is the way the world ends: Not with a whimper but a bang.


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TEXT: Christian Ihle | RESSORT: At the Movies mit Ihle
1. Juli 2011 | 2 Kommentare




CLEAN, SHAVEN

Die Tage kam der hierzulande etwas vergessene Film „Clean, Shaven“ bei dem guten Label Bildstörung auf DVD und Blu-Ray raus. Wir haben ihn geguckt und sagen hier, warum ihr ihn auch gucken müsst.

Rez Clean Shaven 2

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TEXT: Redaktion | RESSORT: Film, Reviews
28. Juni 2011 | 27 Kommentare




DETOUR

1. Der Film in einem Satz:

Autopanne in skandinavischen Wäldern? Keine. Gute. Idee.


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TEXT: Christian Ihle | RESSORT: At the Movies mit Ihle
27. Mai 2011 | 8 Kommentare




DER OPAK FILMKLUB GEHT IN DIE ZWEITE RUNDE: SOUND OF NOISE

Im Mai zeigen wir den zweiten Film aus unserer kleinen Reihe “Filme, die es nicht in den inneren Kinozirkel schaffen, aber dennoch – verdammt nochmal – auf eine Leinwand gehören”.

Sound of Noise

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TEXT: Redaktion | RESSORT: Film, Präsentationskorb, Unterwegs
6. Mai 2011 | 13 Kommentare




UTOPIA LTD – 1000 ROBOTA

1. Der Film in einem Satz:

Musikbusiness brennt.

2. Darum geht‘s:

1000 Robotas Aufstieg zu einem hierzulande seltenen Indiemedienhype und die Schwierigkeit, all die Presseaufmerksamkeit in zahlende Besucher und Plattenkäufer umzuwandeln – Frustration im Studio, auf den Bühnen und im Gespräch mit der eigenen Plattenfirma Tapete Records inklusive.

Bemerkenswert ist Utopia Ltd vor allem, weil Regisseurin Sandra Trostel die Band von Beginn an verfolgen kann – wir müssen nicht auf alte VHS-Aufnahmen der Eltern zurückgreifen, um die Band im Entstehen zu sehen, sondern können dank Trostel bereits die Unterschrift von Sänger Anton Spielmann auf seinem Plattenvertrag “live” mitverfolgen. Insbesondere die ökonomischen Zwänge des Musikbusiness und was es dadurch 2010 bedeutet, in einer Band zu sein oder ein Plattenlabel zu führen, werden in Utopia Ltd. deutlich.

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TEXT: Christian Ihle | RESSORT: At the Movies mit Ihle
5. Mai 2011 | 2 Kommentare




DER OPAK FILMKLUB GEHT IN DIE ERSTE RUNDE: FOUR LIONS

Ab April zeigen wir jeden zweiten Mittwoch im Monat (mit einer Ausnahme) im Zeise Kino in Hamburg Filme, die es (wahrscheinlich) nicht in die deutschen Kinos schaffen.

OPAK Filmklub - Four Lions
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TEXT: Redaktion | RESSORT: Film, Präsentationskorb, Unterwegs
6. April 2011 | 19 Kommentare




WINTER’S BONE

1. Der Film in einem Satz:

Der ganz harte Stoff: White Trash, Crystal Meth, Tod, Verderben und Countrytraditionals.

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TEXT: Christian Ihle | RESSORT: At the Movies mit Ihle
3. April 2011 | 23 Kommentare




I KILLED MY MOTHER

Review_Film_I Killed My Mother
Am 3. Februar startet das Regiedebüt des unverschämt jungen Multitalents Xavier Dolan im Kino. Unsere Autorin Tina Rentzsch hat genauer hingeschaut und sich auf die Spur nach dem Wesen dieses ungewöhnlichen Coming-of-Age-Films begeben.
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TEXT: Tina Rentzsch | RESSORT: Film, Reviews
3. Februar 2011 | 4 Kommentare