AKTUELLE PLATTEN IN ALLER KÜRZE
James Blake: James Blake (Polydor)
Meine Güte, was wurde dieser junge Mann mit Erwartungen erdrückt. Zwei klitzekleine EPs, und schon sprach man von der Rettung des Soul in der minimalen, von Stille durchsetzten, digitalen Moderne. Natürlich kann das selbst betitelte Debüt von James Blake nicht all das einlösen, aber in den besten Momenten bekommt man eine Ahnung, welches Ausnahmetalent da am Werk ist. Wie einer die losen Fäden der Musikgeschichte aufgreift und sie tatsächlich neu verknüpft, wie einer sein Glück an den Rändern sucht und dort eine sperrige, zerklüftete, leise Kraft findet, über die man nicht hinwegsehen kann.
This is Head: 0001 (Adrian Recordings/Alive)
Es war klar, dass auch der Krautrock irgendwann wiederkommen würde, die Lust am Retrorollenspiel ist einfach zu groß. Bei This is Head, einem Haufen Musiknerds aus Malmö, wird schnell klar, dass da nicht bloß noch eine neue Referenz hergestellt werden soll, sondern dass am Anfang von allem tatsächlich die Liebe für die alten Sounds steht. Kraut-Disco-meets-Intelligent-Indie-Rock könnte man sagen, was allerdings nach einer zu ernsten Angelegenheit klingt. Vor allem ist da nämlich auch die Lust am Spiel, die „0001“ zu einem wunderbaren Album macht.
Josh T. Pearson: Last of the Country Gentlemen (Mute/RTD)
Mag sein, dass der eine oder andere sich noch an Lift to Experience erinnert. Keine Ahnung, wie oft sie in die John Peel Sessions eingeladen wurden, in fünf Monaten mindestens dreimal, ein einzigartiger Ritterschlag. Bald aber lösen sich alle Versprechungen in Streitereien auf, und Lift-to-Experience-Kopf John T. Pearson, zu dessen erklärten Fans Schwergewichte wie Band of Horses oder Nick Cave gehören, fällt in tiefes Schweigen. Nun ist der Texaner und Wahl-Pariser zurück. Mit sieben endlos traurigen, brutal sparsamen, grandiosen Songs, die er in zwei Nächten in einem Berliner Studio aufnahm.
9. März 2011 | Keine Kommentare









HGich.T
Wer verlässlich Melancholie geliefert bekommen will, die keine Posen braucht, sondern nur ein paar Moll-Akkorde, Bass, Gitarre, Schlagzeug und eine nicht einmal besonders markante Stimme, der ist bei I am Kloot seit Jahren genau richtig. Auch „Sky an night“, ihr jüngstes Album, ist unaufgeregt wie eh und je, gelassener, in sich ruhender klang Manchester schon lange nicht mehr.
Wolf Parade
Lust an der Irritation





