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BARCELONA – EIN ABGESANG

In OPAK #01 beschreibt Sharon Welzel ihren Blick auf Barcelona, der wenig gemein hat mit den üblichen Lobhudeleien.

Mit beachtlichem Tempo hat man aus einem grauen Industriestandort eine mediterrane Metropole gemacht und der Preis dafür war hoch: Um 1992 die barcelona - l'estel ferit Olympischen Spiele zu veranstalten, wurden erneut tausende Menschen umgesiedelt; der Strand, so wie er heute existiert, musste erst erfunden werden.

Als Hommage an diejenigen, die dort einst mit kleinen Paella-Ständen ihren Lebensunterhalt verdient haben und für die Idee von mediterranem Flair weichen mussten, existiert heute nur noch ein rostiges Türmchen von Rebecca Horn. Die Skulptur L’estel ferit (Der verletzte Stern) besteht aus Quadern, die dem Originalformat der Buden nachempfunden sind.
Heute ein unfehlbarer Treffpunkt am sonst so aufgeräumten Strand.

Vamos a la playa – und damit genug des Lamentierens! Es ist großartig in einer Stadt am Meer zu wohnen – künstlich hin oder her. Neben Rauschen, Surf und Weite ist der Strand schließlich ein öffentlicher Raum von beachtlicher Größe und gerade in einer Stadt wie dieser, in der viel zu viele in beengten Kammern ohne Licht hausen unentbehrlich.

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TEXT: Sharon Welzel | RESSORT: Heft, OPAK #01
28. Mai 2009 | 11 Kommentare