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XUL ZOLAR – HEX HÖREN UND SEHEN!

Yippie: Endlich wieder ein musikalisches Lebenszeichen der Lieblingskölner von Xul Zolar! Der neue Song heißt „Hex“, klingt dem Namen entsprechend düster und geheimnisvoll – aber glücklicherweise immer noch unverkennbar nach Xul Zolar. Jochen Naaf, Sven Ludwig und Julian Stetter (Vimes) waren hier als Produzententrio am Werk. Am 31. Mai erscheint die limitierte 7“-Vinyl-Single im Eigenvertrieb und sollte dann bitte schleunigst über www.xulzolar.com bezogen werden! Das passende Video samt Song gibt es jetzt und hier schon. Und dieser Soundcloud-Link mit “Hex” und weiteren Songs sollte ebenfalls unbedingt getestet werden. Ja, jetzt!

TEXT: Senta Best | RESSORT: Allgemein, Feature, Musik
17. Mai 2013 | 25 Kommentare




THE LESSAPPEAL – AMUSEMENT

The Lessappeal - Amusements
Seit einigen Jahren schon bin ich mehr oder weniger satt von Schrammelsounds der (punk-)rockigen Sorte. Bin ich jetzt endlich alt und langweilig? Wann ist das passiert? Und warum? Darüber habe ich mir das ein oder andere Mal tatsächlich schon Gedanken gemacht. Ohne großartige Analysen angestellt zu haben, vermute ich des Rätsels Lösung darin, dass alle Schrammelecken-Neuerscheinungen entweder Altes kopieren oder krampfhaft neuartig und besonders pfiffig sein wollen. Was oft nach hinten losgeht. Also habe ich mich kurzerhand losgeeist vom Schrammelkram, schade eigentlich.
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TEXT: Senta Best | RESSORT: Allgemein, Musik, Reviews
7. November 2012 | 60 Kommentare




CAMP MAGNETICS – THE NEXT BIG VERÖFFENTLICHUNG

CMX001 - Camp Inc  - Baustelle Kalk - Cover (2)
Musik auf CDs? Pffft … die silbernen Dinger sind doch längst kurz vorm Untergang! Und MP3s? Völlig unanfassbar, unsexy und damit auch raus! Es lebe das Medium der Zukunft: TAPE! Das dachte sich jedenfalls auch das Kölner Duo Camp Inc. – und gründete kurzerhand ein Tape-Label. Und was lag da näher als erst einmal die eigenen Sachen rauszubringen? Auf Tape natürlich, was denkst du denn? Hinter Camp Inc. und dem frisch gegründeten Label mit dem klangvollen Namen „Camp Magnetics“ verbergen sich die DJs, Produzenten und Autoren Roland Kaiser Wilhelm und Sebastian Ingenhoff. Als Camp Inc. sorgen die beiden schon seit geraumer Zeit in diversen Locations in und um Köln für Furore: Mit ihrem Hardware-Liveset, das nicht etwa aus Laptops, sondern aus Drum Machine, Sampler und Modularsynthesizer besteht. Und neuerdings gibt es noch mehr Furore – mit Camp Magnetics.
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TEXT: Senta Best | RESSORT: Musik
30. Oktober 2012 | 2 Kommentare




OUR CEASING VOICE – WHEN THE HEADLINE HIT HOME

51OUgHkL-tL._SS500_Was ist eigentlich dieses „Postrock“? „Postrock ist das neue Emo?“ Keine Ahnung. Aber im Presseinfo von „Our Ceasing Voice“ bin ich mal wieder über dieses unanständige Wort gefallen. Und nach den ersten drei Songs von „When The Headline Hit Home“ (Revolvermann Records) sehe ich diese allzu oft verwendete Bezeichnung auch irgendwie ein. Auf ihrem Debut-Album bauen die vier Jungs aus den Tiroler Alpen (!) Songs minutenlang auf, erzeugen durch die Mischung aus Spannung, Stärke und Zerbrechlichkeit eine seltsam-düstere Atmosphäre und erarbeiten sich so mühevoll und in epischer Manier die volle Aufmerksamkeit des Zuhörers. Der dann in Erwartung an ein Metal-Gewitter – zu dem die Stimme tatsächlich auch passen würde – glücklich verzückt ist ob des postrockig-düsteren Sounds, der sich schlag- und gänsehautartig über ihn legt. Mir jedenfalls ging es so.
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TEXT: Senta Best | RESSORT: Reviews
4. März 2011 | 2 Kommentare




ELECTRIC OCEAN PEOPLE – CONCRETE & MACHINES

electric_ocean-peopleDer Briefkasten. Oft Feind, manchmal Freund. Meiner ist eckig, grau, unglaublich tief und heute Freund: Beim Öffnen lagen geduldig an die Wand gelehnt ein paar CDs drin rum. Mit der Bitte, ich solle doch mal reinhören. Na gut. Eine davon liegt nun mutig im CD-Player. Sie hat nun schon einige Umdrehungen hinter sich. Und gefällt mir so gut, dass ich mich tatsächlich direkt dazu äußere. Und zwar jetzt und hier: „Electric Ocean People“ aus Hamburg haben sich mit „Concrete & Machines“ (Brutkasten) ihre zweite EP ausgedacht. Und dann auf dem frisch gegründeten Label „Brutkasten“ gleich selbst veröffentlicht. Was mich an den 8 Songs (davon 4 Remixe mit befreundeten Künstlern) am meisten beeindruckt, sind – tatatataaaaaaaa – die Hintergrundgeräusche.
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TEXT: Senta Best | RESSORT: Reviews
28. November 2010 | 3 Kommentare




ERIC ECKHARDT – THIS IS WHERE IT STARTS

eric_eckhardt_cover‘Langweilig’?, ‘gewöhnlich’?, ‘unsexy’? Zugegeben, das oder ähnlich Bösartiges dachte ich so ungefähr nach den ersten paar Hör-Minuten. Aber spätestens nach dem zweiten Durchgang machte sich ein aufkeimendes Unrecht in meinem Gewissen gemütlich. “This It Where It Starts” (A Headful Of Bees) läuft etwas schleppend an, keine Frage. Die Musik klingt auch nicht gerade nach kürzlich neu Erfundenem und bietet eigentlich auch nichts sonderlich Auffälliges – da ist nicht viel, womit man Eric Eckharts Musik besonders beschreiben oder hervorheben könnte. Aber die Songs sind tatsächlich allesamt einfach wunderschön zusammenkomponiert.
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TEXT: Senta Best | RESSORT: Reviews
3. November 2010 | Keine Kommentare




PIETER NOOTEN – HERE IS WHY

nooten_coverWo Streicher sind, wird mir immer ganz warm ums Herz. Jedenfalls bei einer deftigen Kombination mit dem Rest der Instrumente. Pieter Nooten, Ex-Keyboarder der Dark-Wave-Band “Clan of Xynmox” (die in den 80er Jahren in der niederländischen Hausbesetzerszene rummischten), komponiert seit 1985 in mehr oder minder regelmäßigen Abständen wunderbare Songs, packt diese auf Alben und scheint auch auf seinem neusten so ziemlich alles richtig gemacht zu haben.
Der Mix aus luftig-flockigem Schwebezustand mit ruhigen Beats, einigen gestrichenen Sequenzen, bestehend aus Geige, Cello und/oder Bass passt in jedes einzelne meiner Ohren, ist zeitlos und sommer- wie winterkompatibel. Ab und an klingt, dengelt und zupft es aus dem elektronischen Plätscherpassageneck. Insgesamt erinnert „Here Is Why“ (Rocket Girl) an Sigur Rós im Duett mit Air und den früheren Goldfrapp im Background.
Ach, wär’ ich doch bloß Videoinstallationskünstler! Ich würde stundenlang Bäume und Landschaften in Zeitlupe über die blütenweiße Leinwand fahren lassen. Oh Nein – Steuerung X, Steuerung X! Denn langweilig klingt Pieter Nooten nun wirklich nicht

TEXT: Senta Best | RESSORT: Reviews
8. September 2010 | 4 Kommentare




C/O POP IM GLORIA, FREITAG ABEND MIT OMD, CARIBOU, BONAPARTE, ROBYN

Ein bisschen peinlich, sehr bunt und leider unemanzipiert

Zwei mittelalte Herren – beide schwarz gekleidet und mit leichtem Doppelkinn-Ansatz – stehen auf einer Bühne und üben eine extreme Faszination auf das gesamte Gloria-Publikum aus. Diese beiden Herren sind die Gründungsmitglieder der 80er Jahre-Kuschelrockband von OMD. Nun könnte man das Publikum in zwei Sparten aufteilen: Glücklich grinsende (Ex-)OMD-Fans und – mittendrin – fassungslose Konzertgänger, die – zum Teil peinlich berührt und kopfschüttelnd – wortlos das Geschehen auf der Bühne beobachten. Denn diese beiden Herren stehen nicht vor den paar hundert Gästen von Günter Jauchs “Die ultimative Chartshow – Die erfolgreichsten Künstler der 80er Jahre”, sondern vor dem Publikum eines ausverkauften Spex-Konzerts im Rahmen der c/o pop. Wer hier Karten ergattern konnte, wartet ungeduldig auf Caribou, Bonaparte und Robyn.

Stattdessen setzt es erstmal altbekannte 80er Jahre-Hymnen und ein paar neue Songs ähnlichen Stils, performed von einem Laptop und zwei Menschen. Versehentlich, aber womöglich nicht ganz zusammenhangslos kommt mir das Wort “Alleinunterhalter” in den Sinn. Der Gipfel des ganzen sind die völlig übertriebenen Schlagersängerattitüden des topgelaunten Sängers Andy McCluskey. Immer wieder zeigt er mit weit ausholenden Gesten ins Publikum, möchte scheinbar die ganze Welt umarmen und wirft seine Arme dann doch nur um sich, gibt sich völlig seiner vor dem Spiegel einstudierten dramatischen Bewegungen (oder doch auch der Musik?) hin.
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TEXT: Senta Best | RESSORT: Reviews
5. Juli 2010 | 101 Kommentare




FLIMMER – SINGING

flimmer(A Tree In The Field-Records) Flimmer – das sind 2 x Bass, 1 x Schlagzeug und 0,5 x Gesang. Hm, klingt nach 100-prozentiger Schrottmusik? Nach blutjungen Pickeljungs, denen zwar der Gitarrist abhanden gekommen ist, die aber auf Teufelkommraus trotzdem eine Band sein wollen?
Weit gefehlt: Die Flimmer-Mitglieder sind alle seit mindestens anderthalb Jahrzehnten den spätpubertären Schuhen entwachsen, der gemeinsame Versuch mit der Gitarre wurde vor fünf Jahren aufgegeben. Warum? Weil man nach dem Ausstieg der letzten Gitarre festgestellt hat, dass Flimmer-Songs ohne selbige sehr viel besser funktionieren.
Ihre Musik bezeichnen die drei Baseler dementsprechend als „Psy-core“ – eine Stilbezeichnung, die angesichts des druckvollen, treibenden, brachialen und dann auch wieder zurückhaltend-frickeligen Doublebass-Sounds (in denen man übrigens niemals auf den Gitarre-fehlt-Gedanken kommt) ruhig mal überdacht werden sollte. Auf Anhieb stehe ich da allerdings jetzt auch etwas rätselnd vor mehreren Stil-Schubladen. Am wenigsten quietscht die mit der verwischten Hardcore-Aufschrift.
Hin und wieder gesellen sich zu den auf „Singing“ rar gesäten Instrumenten einige elektronische Brocken, dann und wann wird auch ein Mikrofon hinzubemüht: Soweit verständlich, sind die Texte englisch und deutsch, mit zumeist wunderbar dahingerotzter dadaistischer und oft sinnfreier Bedeutung. Pro Song bedarf es entweder gar keiner oder sonst auch eher weniger Worte. Selten benötigen Flimmerstücke länger als zwei Minuten – doch in diesen steckt mindestens so viel wie in den meisten Fünfminütern von Bands, denen keine Gitarre „fehlt“!

TEXT: Senta Best | RESSORT: Reviews
17. Juni 2010 | 1 Kommentar




MARK VAN HOEN – WHERE IS THE TRUTH

Whereisthetruth(City Centre Offices/Indigo) Mich persönlich langweilt instrumentale Musik auf Dauer immer. Warum eigentlich? Und: Wie oft habe ich mir diese Frage bloß schon gestellt? Zum Glück bleiben mir weitere davon erspart, denn bei Song Nummer zwei setzt die erlösende Stimme ein: Frau, zarter Zaubergesang, wunderschön. Und dann auch noch das: Männlicher Gesang tönt hinterher, im Wechsel lösen Tief und Hoch sich ab – noch wunderschöner.
In seinen Songs verbindet der Londoner Van Hoen atmosphärischen Triphop mit verträumten Popmelodien. In sich selbst ruhend baut Stück für Stück aufeinander auf, schaukelt den Hörer immer weiter in eine angenehm melancholische Stimmung; der Gesang hält sich schüchtern im Hintergrund.
Seit 1994 veröffentlicht der 54-jährige Mark van Hoen in unregelmäßigen Abständen mehr anständige als unanständige Alben. Vielleicht sollte er nicht ganz so zurückhaltend sein, denn sinnvoller wäre es schon, wenn endlich mal mehr Menschen Wind von dieser wunderbaren Musik bekämen.

TEXT: Senta Best | RESSORT: Reviews
26. April 2010 | 21 Kommentare




MUSEE MECANIQUE – HOLD THIS GHOST

Highlightcover_Muse¦üe_Mecanique(Souterrain Transmissions/RTD) Bäh, ist das SCHÖN! Vom ersten Ton an SCHÖN vor sich hin wabernder Sound, diese wunderSCHÖN sanfte Stimme, tausende von SCHÖNen Melodien, die sich noch dazu brav im Rahmen von wenigen Tönen aufhalten, alles verdammt noch mal SCHÖNSCHÖNSCHÖN! Dieser Sound ist zwar extrem vielfältig und raumfüllend, aber auf eine andere Weise so SCHÖN einfach, dass man zwischendurch ständig Angst haben muss, gelangweilt zu werden. Wird man aber nicht!
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TEXT: Senta Best | RESSORT: Musik, Reviews
16. März 2010 | 1 Kommentar




TWO DOOR CINEMA CLUB:
TOURIST HISTORY

Two_Door_Cinema_Club(Kitsune) Eigentlich fallen Bands mit Namen wie Two Door Cinema Club oft in der Kategorie „Beschissene Bandnamen“ ungerechterweise ungehört durch das Gutfind-Raster. Ein verdammt glücklicher, nicht mehr nachzuvollziehender Zufall rettete die Herren aus dem schönen Irland in meinen CD-Player. Sehr wahrscheinlich wäre ich auch ohne dieses Stückchen tanzbaren Indie-Pop (mitsamt den sparsam eingesetzten elektronischen Appetithäppchen) einigermaßen froh geblieben. Aber ziemlich sicher ist, dass „Tourist History“ mir den übrig gebliebenen Winter ein bisschen wärmer zaubern wird. Halbwegs sicher bin ich mir allerdings auch, dass diese Band schneller wieder von der Bildfläche verschwindet, als die letzten hitverdächtigen Töne verklungen sein werden. Weil das nächste Album entweder floppt oder gar nicht erst erscheinen wird. Glücklicherweise bin ich keine Wahrsagerin und außerdem: Was bedeuten heutzutage schon Worte wie „wahrscheinlich“ und „sicher“? Einen Scheiß – na also!

 

TEXT: Senta Best | RESSORT: Musik, Reviews
21. Februar 2010 | 3 Kommentare