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BON HOMME – s/t

Bon_Homme_CoverErinnert ihr euch noch an Jean-Michel Jarre? Millionen von Zuschauern lauschten berauscht seit Ende der Siebziger dem Klang seiner Laser-Harfe und anderen seltsamen Instrumenten. Der Großmeister des Synthesizers scheint auch Tomas Høffding inspiriert zu haben. Als „Bon Homme“ (RAR/Motor Entertainment) bastelte der WhoMadeWho-Sänger ein Album voller psychedelischer Electro-Nummern. Die zehn Stücke sind so verschroben wie er selbst dank Glockenspiel und Theremin, einem Instrument, das ohne Berührung gespielt wird. Auch Jarre entlockte den beiden Antennen des Theremins die ein oder andere geisterhafte Sinfonie. Høffding legt einen schweren Beat darunter und singt darüber mit dandyhafter Coolness. Wirklich verstehen kann man die Musik des guten Mannes aus Dänemark aber sicherlich nur live. Høffding fehlt nur noch eine Laser-Harfe, um der neue große Jarre zu werden.

TEXT: Regina Lechner | RESSORT: Reviews
3. September 2010 | Keine Kommentare




YOUNG MAN – BOY

young_man_boy(Kitchen/Cargo) Von so einer Geschichte träumen viele. Und nur ganz, ganz selten passiert sie tatsächlich, da gehört schon eine Menge Glück dazu. Ein junger Mann schreibt im heimischen Jugendzimmer seine ersten Songs, covert ein paar Tracks die er gut findet, und dreht mit Freunden dazu kleine Videos. Das ganze stellt er auf seinen YouTube-Channel, den Bradford Cox von Deerhunter zufällig entdeckt und daraufhin in seinem Blog überschwänglich lobt. Der verhoffte Karrieresprung folgt für den unbekannten Musiker schließlich in Paris: Eine Konzertagentur nimmt ihn unter Vertrag, und er spielt im Vorprogramm von Animal Collective und den Local Natives. Nun ist das erste Album da, von einem Jungen, der sich selbst „Young Man“ nennt und sein Album „Boy“. Im echten Leben heißt der niedliche Wuschelkopf übrigens Colin Caulfield und könnte gut der große Bruder von Holden Caulfield sein, aus dem Jugendbuchklassiker „Catcher In The Rye“. Ähnlich wie der Roman von J.D. Salinger thematisiert Young Man in seinen Songs das Gefühl, auf der Stufe zum Erwachsenwerden zu stehen. Romantisch, vertäumt, vielleicht auch verklärt, mit allen Unsicherheiten und Vorfreuden, an die man doch gerne zurück denkt.

TEXT: Regina Lechner | RESSORT: Reviews
9. Juni 2010 | Keine Kommentare




LIARS – SISTERWORLD

Liars(Mute Records) Der Umzug von Berlin nach LA hat Bandleader Angus Andrew offensichtlich gut getan: Nie waren die Stücke der Liars so gut arrangiert. Während es bei den den vier Vorgängeralben noch schwer fiel, die ganze Platte von vorne bis hinten durchzuhören und konzeptuelle Themen wie Hexentreffen auf dem Brocken zu verstehen, ist das Songwriting von „Sisterworld“ erstaunlich klar. Düster, verschroben und wütend ist der Sound der Liars aber immer noch. Passend dazu hat der Regisseur Andy Bruntel ein ziemlich gruseliges Steinigungs-Video gedreht.

TEXT: Regina Lechner | RESSORT: Musik, Reviews
6. April 2010 | 1 Kommentar




THE DRUMS – SUMMERTIME!

the_drums(Moshi Moshi / Cooperative Music / Universal) Angesichts steigender Temperaturen kann die Suche nach dem Sommerhit des Jahres so langsam beginnen. The Drums sind mit ihrer EP „Summertime!“ jedenfalls heiße Anwärter. Mit „Let’s go surfing“ gewinnen sie problemlos alle Badeseenixen und Strandbadgigolos, dafür reichen eine beschwingt gepfiffene Melodie und drei flotte Akkorde. „Baby, would you like to come with me?“ stöhnt Sängerchen Jonathan Pierce lasziv, „yes, I do!“ ruft es in mir. Die Leichtigkeit unbeschwerter Sommerferien mit abendlichen Lagerfeuerromanzen inklusive Bikinistreifen-Streicheln sind das Lebensgefühl, von dem „Summertime!“ erzählt. In schmalziger Schlager-Art gehören aber auch kleinere Streitigkeiten (natürlich mit anschließender Versöhnung) zum Summer of Love à la The Drums. Der Sommer kann kommen.

TEXT: Regina Lechner | RESSORT: Musik, Reviews
1. April 2010 | Keine Kommentare