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ME AND MY DRUMMER -THE HAWK, THE BEAK, THE PREY

MAMD_LP_Aussen_Ansicht„It’s mostly tha voice“ – nichts beweist Gurus‘ altes Diktum besser als Charlotte Brandis glockenklares Organ, das eindeutig größte Geschenk an die Musikwelt diesen Frühjahres. Dabei hat das Berliner Duo Me and my drummer noch viel mehr zu bieten. Perfekten Pop zum Beispiel.
Den erkennt der anorganische Intellektuelle am unwiderstehlichen Drang zum lauten Mitsingen des doch noch völlig unbekannten Textes, dessen verdiente eingehende Exegese vom sich ungewohnt selbstständig gebärdenden Hinterteil endgültig verunmöglicht wird. Catchy as hell, kein Zweifel, aber auch gut? (weiterlesen…)

TEXT: Peter Merg | RESSORT: Musik, Reviews
8. Mai 2012 | 41 Kommentare




RUE ROYALE – GUIDE TO ESCAPE

Manchmal braucht es einen Moment bis es klick macht. Dann hört man beiläufig zu und notiert „guter alter Halleffekt, Junge/Mädchen-Doppelstimme-Gesäusel, Texte egal, all the same, Kling Glöckchen, klingelingeling“. Stangenware für die Teenies mit dem José González-Cover an der Wand, Klappe zu, Platte tot.
 
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Bis man plötzlich konsterniert feststellt, dass die Melodie, welche man gerade im Halbschlaf unter der Dusche vor sich hin summt, gar nicht von den alten Style Council-Platten stammt die man in letzter Zeit so gefeiert hat. Dass es (sieht man von den letzten Kathleen Edwards/Bon Iver-Großtaten ab) schon wirklich verdammt lang her ist, dass eine Platte so aus einem Guss klang. Dass nun ehrlich nichts gegen Pärchen-Gesang einzuwenden ist, wenn es so wunderschön harmonierende Stimmen wie die von Brooklyn und Ruth Dekker sind, die sich hier umgarnen. Dass diese Songs schlicht zu mehr taugen als der wohlgefälligen Umspülung eines Indie-Jugend-Rotweinabends, und wahrscheinlich auch zu mehr als mit der Liebsten im Arm in die Morgensonne zu blinzel, aber dazu besonders gut.
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TEXT: Peter Merg | RESSORT: Allgemein, Musik, Reviews
26. März 2012 | Keine Kommentare




KID DAKOTA – LISTEN TO THE CROWS AS THEY TAKE FLIGHT

KidDakota
Wie es um den allgemeinen Zustand einer Musikrichtung bestellt ist, erkennt man oft nicht am Wirken ihrer Heroen, sondern am musikalischen Niveau welches ihre durchschnittlichsten Vertreter erreichen. An den jüngsten Glanztaten der bekannten Koryphäen von Radiohead bis Tocotronic lässt sich also nicht ablesen, ob man sich um „Indierock“ (jeder weiß was gemeint ist, aber niemand ganz genau) anno 2011 Sorgen machen muss.
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TEXT: Peter Merg | RESSORT: Reviews
9. Oktober 2011 | 1 Kommentar




KATHRYN CALDER – ARE YOU MY MOTHER?

kathryn_calderWenn die Bedeutung Kanadas für alle musikalische Spielrichtungen, deren Bezeichnungen ein „Indie-“ ziert, unterstrichen werden soll, dann wird früher oder später (weil man nicht immer nur „Funeral/Neon Bibel/The Suburbs“ kreischen kann – tut ja jeder) neben Tegan and Sera, The Hidden Cameras, Wolf Parade, Born Ruffians etc.pp. auch die im besten Sinne launige Band The New Pornographers aus Vancouver genannt. Deren Keyboarderin Kathryn Calder, quasi nebenberuflich auch als Solokünstlerin aktiv, hat vor knapp einem Jahr ihr Debütalbum „Are you my mother?“ (Oscar Street Records) veröffentlicht, welches nun seinen Weg auch nach „old europe“ gefunden hat und hier Ende August veröffentlicht wurde.
Fragt sich nur: Auch zu Recht?
Die Antwort lautet: Ja.

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TEXT: Peter Merg | RESSORT: Allgemein
4. September 2011 | 11 Kommentare




CONNAN MOCKASIN – FOREVER DOLPHIN LOVE

conanMockasinKinderchöre sind eine schreckliche Geisel moderner Populärmusik, weshalb es eigentlich keinen sichereren Weg gibt, affektive Spontanablehnung gegenüber einem Album hervorzurufen, als eine Bande quietschiger Quälgeister die ersten Worte singen zu lassen. Einen solchen Frontalangriff auf das akustische Ästhetikempfinden mutet nun Connan Mockasin den Hörern seines neuen Doppelal-bums „Forever Dolphin Love“ (Phantasy Sound/Because Music/Alive! ) zu. Um sie umgehend wieder zu versöh-nen, denn die folgenden 36 Minuten der ersten CD (die zweite umfasst hörenswerte Liveaufnahmen) hinterlassen gebanntes Staunen.
Anders, kurios, seltsam – das sind die Worte, die einem nach dem ersten Hören durch den Kopf schießen. Aber auch vertraut, verspielt, packend. Früher nannte man das wohl Psychedelic. Musik wie eine sich sonnende spanische Katze, die man nicht aufhören kann voll Faszination zu betrachten.

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TEXT: Peter Merg | RESSORT: Reviews
2. Mai 2011 | Keine Kommentare




THOS HENLEY – A COLLECTION OF EARLY RECORDINGS

digipack_6seitig_thos_PRINT-1Thos Henley hat ein hübsches Stimmchen, kann passabel Gitarre spielen, hat die Granden des gefühl-vollen Singen & Songwritens verinnerlicht und ist offenbar der Ansicht, dass diese Umständen ihn dazu qualifizieren, sich auch einmal an der Musik zu versuchen. Womit er durchaus Recht hat. Beziehungsweise Recht hätte, wenn noch ein weiterer Umstand hinzu käme: Die Fähigkeit gute Songs zu schreiben.
Dann wäre auch alles andere kein Problem: Die allzu glatte Produktion, die (mal männlichen, mal weiblichen, aber immer hochemotionalen) Woohuu-Chöre, der dramatische Hall auf der Stimme, das Flüstern, die so hübsch gespielte Akustikgitarre, die gewöhnliche Instrumentierung aus eben derer und den üblichen Verdächtigen E-Orgel, Slide-Guitar, verhalten geschlagenen Drums.

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TEXT: Peter Merg | RESSORT: Reviews
29. April 2011 | 4 Kommentare




SEA OF BEES – SONGS FOR THE RAVENS

Sea_of_beesDie Raben symbolisieren in der Mythologie die Seelenwanderung, die Weisheit und den Traum. Jenen Federtieren ist das Debütalbum „Songs For The Ravens“ (Cooperative) der kalifornischen Singer/Songwriterin Julie Ann Baenziger, die sich Sea of Bees nennt, gewidmet. Ein Album, welches sich in seiner schlichten Erhabenheit so wohltuend vom Gros der täglich neuen Hypes der Musikblogs abhebt.

Denn Sea of Bees spielen Songs von federnder Leichtigkeit und anrührender Traurigkeit zugleich, die einen sowohl in Stunden nächtlicher Weltverzweiflung als auch beim versöhnenden Kaffee am folgenden Morgen zugleich zu begleiten vermögen. Sie enthalten keine Slogans zum an die Wände sprühen und auch keine Zeilen für das Poesiealbum, vielmehr umweht sie ein seltsam-schönes Gefühl der Geborgenheit.
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TEXT: Peter Merg | RESSORT: Reviews
24. Februar 2011 | Keine Kommentare