OPAK | wir müssen reden » Oliver Koch

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DIE FRAGE DER ZUSAMMENARBEIT NEU GESTELLT

Florida Jane von Christina Gransow und on:stop:off verwischt die Grenze zwischen Musikproduktion und Illustration.
 

 
Christina, Architektur und Stadt sind deine Themen. Was interessiert dich daran?
 
Christina: Ich habe mich intensiv mit den Ideen von Le Corbusier auseinandergesetzt, dem schweizerisch-französischen Architekten und Theoretiker. Er hatte eine Utopie entwickelt, eine Zukunftsvision einer neuen Idealstadt. Läuft man heute durch Gegenden, die mit dieser Vision etwas zu tun haben, stellt man fest, dass die Idee der Idealstadt oft zu ihrem Gegenteil geworden ist. Viele Gebäude der Nachkriegsmoderne werden ignoriert, abgerissen oder gelten als gescheiterte Experimente. Das finde ich interessant. Die Gebäude sind meiner Meinung nach wirklich schön und ich habe Spaß daran, sie zu zeichnen.
 
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TEXT: Oliver Koch | RESSORT: Fundsache, Mish Mash, Musik
18. April 2012 | 5 Kommentare




TOCOTRONIC LIVE

Rechtzeitig zur Tocotronic-Tour ein Auszug unserer vierten Ausgabe.
„Sie machen Opposition, im Zweifel gegen sich selbst. Tocotronic forderten die Lüge, feierten die Kapitulation und verlangen jetzt danach, sich selbst zu zertrümmern. Ein Gespräch über die Krise der Subversion, gebildete Popmusik und Humor.“

Text und Interview von Rasmus Engler und Lasse Koch.

TEXT: Oliver Koch | RESSORT: Musik, OPAK #04
7. März 2010 | 276 Kommentare




MUSIC FOR YOUR HEART

Die meisten kennen sie aus dem Radio. Sandra Zettpunkt, ehemals mit dem legendären Sunday Service am Puls des Underground, moderiert die musikalische Themensendung Golden Glades auf ByteFM – unbedingt empfehlenswert, um Einblicke in die Schatztruhe einer der kundigsten und geschmackssichersten Musikkritikerinnen des Landes zu bekommen!

Golden Glades – jeden zweiten Mittwoch von 18.00 -20.00 Uhr auf ByteFM.

Außerdem betätigte sich Frau Zettpunkt immer wieder auch als Musikerin, aktuell unter dem Namen Music For Your Heart. Das Album „Turning Marvel“ ist im Alleingang komponiert, wurde in Glasgow und Hamburg mit Raymond McGinley (Teenage Fanclub) aufgenommen, von Bob Weston (Shellac) gemastert, einige Bässe steuerte Calexicos Volker Zander bei. Ein elegantes Album, gutes Video auch!

musicforyourheart

TEXT: Oliver Koch | RESSORT: Feature, Musik
15. Februar 2010 | 3 Kommentare




NICHT NUR FÜR ZILLO-LESER

01

helmrinderknecht

Noch bis zum 13.03. zeigt HELMRINDERKNECHT contemporary design in Berlin eine ungewöhnliche Ausstellung: Präsentiert werden Objekte des Schweizer Designers Frédéric Dedelly, der sich von der Vanitas-Malerei und Reliquiarkunst des Barock inspirieren lassen hat und mit „Memento Mori“ Themen wie Vergänglichkeit und Erinnerung mit Designobjekten zelebriert.
 

02

dietodederfotografiePraktisch zum Eingrooven:
Die Tode der Fotografie von Katharina Sykora. Jüngst bei Wilhelm Fink erschienen, behandelt der erste Teil dieser auf zwei Bände angelegten Studie Fotografien in den Toten-, Begräbnis- und Erinnerungspraktiken westlicher Kulturen.

Unlesbar, weil Stoff zu heavy? Keineswegs. „Der Tod ist eine epistemologische Herausforderung nicht nur für unseren Verstand, sondern für unser Gefühl und unsere Sinne.“
Katharina Sykora ist Professorin für Kunstgeschichte, ihr Blick nüchtern distanziert und beispielhaft bezugreich. Sie verknüpft kunstgeschichtliche Untersuchungen mit medientheoretischen Auseinandersetzungen zur Grenze der Darstellbarkeit des Todes und stellt kulturhistorische Fragen nach dem gesellschaftlichen Kontext des Fotografierens, Präsentierens und Betrachtens von Toten. Stets anschaulich zwischen abstrakter Ebene und konkreten Fallbeispielen vermittelnd, formuliert Sykora in dem Bewusstsein, ein Standardwerk vorzulegen. Gute Einschätzung, nicht zuletzt auch wegen der ausgezeichneten Gestaltung dieses Buches.

TEXT: Oliver Koch | RESSORT: Und sonst, Unterwegs
11. Februar 2010 | 3 Kommentare




A FOREST MIGHTY BLACK

Nach der erfolgreichen Öffnung vor drei Monaten, wird nun die zweite Ausstellung im Namen des Raumes präsentiert. In der Licht- und Rauminstallation #2 Schwarzwald gestaltet der Leipziger Künstler Steve Viezens eine märchenhafte Kulisse verschlungener Referenzgeflechte.

imnamendesraumes2

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TEXT: Oliver Koch | RESSORT: Präsentationskorb, Unterwegs
10. Februar 2010 | 11 Kommentare




GISELA ELSNER: HUMORISTIN DES MONSTRÖSEN

Schlagartig berühmt wurde die damals 27jährige Schriftstellerin Gisela Elsner mit ihrem Debütroman „Die Riesenzwerge“ aus dem Jahr 1964. Ihr „böser“ satirischer Blick auf die scheinheilige Welt der bundesdeutschen Nachkriegsgesellschaft faszinierte und entsetzte. Auch ihr extravagantes Äußeres, ihr „Kleopatra-Look“, sorgte für Aufsehen.

Elsner Kleopatra_Sina Moehring© Sina Möhring

Vielen galt Elsner in den 60er Jahren als die bedeutendste Satirikerin der BRD, heute jedoch sind ihre neun Romane und zahlreichen Erzählungen kaum noch jemandem bekannt. Der Kinofilm „Die Unberührbare“ (2000) über den Selbstmord der Autorin im Jahr 1992 erfuhr zwar große mediale Aufmerksamkeit, was aber am Desinteresse gegenüber Elsners Werk nichts änderte.
Die Aufsatzsammlung „Die letzte Kommunistin“ unternimmt nun den Versuch einer Wiederentdeckung Elsners.

Lasse Koch führte ein Gespräch mit der Herausgeberin, der Hamburger Literaturwissenschaftlerin Christine Künzel.
Hier gibt es die ungekürzte Langfassung als PDF.

TEXT: Oliver Koch | RESSORT: Heft, OPAK #04
1. Februar 2010 | 3 Kommentare




THE PROOF IS ON FIRE

“OPPPACKKK. Ich glaube, das ist für sie. Ich hoffe, es ist nichts Wichtiges!”, nein, liebe Postbotin. Wie immer ist es nichts Wichtiges. Sie brauchen die Umschläge aber nicht grundsätzlich zu knicken oder falten, basteln sie doch beim nächsten Mal am besten gleich ein kleines Schiffchen aus den großen Umschlägen! Und setzen dieses dann draußen in einer Pfütze ab, wir finden es ganz bestimmt!

“Druck & Werte” lautet der Absender, der Brief ist so steif, als wäre ein dickes Stück Pappe drin. Aufgerissen, ausgepackt, aufgefaltet, erst mal Kaffee geholt. Für die Nerven, oder dagegen. Wieso kleben die Bögen eigentlich so? Ahh, vielleicht ist das hier das berühmte Fotopapier, von dem alle immer reden. Aber wer hat eigentlich den Namen der Fotografin falsch geschrieben? Mist, das war ja ich! Danke Proof, jetzt wissen wir, was noch zu korrigieren ist. Auch photomäßig, denn was der freundliche Mann in der Modestrecke trägt, das ist gar kein Ölfilm, wie du es uns zeigst, es ist eine Jacke, die sicherlich auch Falten wirft! Was auch immer zu tun ist, heute nachmittag geht es damit weiter.

TEXT: Oliver Koch | RESSORT: Heft, OPAK #01
12. März 2009 | 12 Kommentare




ÜBERSCHRIFTEN

Es hat geschätzte drei Wochen gedauert, bis sich die Überschrift gefunden hatte. Ein recht experimenteller Artikel in Anlehnung an Thomas Bernhard. Zitate, Schnitte, Bedeutungsebenen, verschiedene Handlungsstränge zeichnen Bernhards Spirit nach, seinen politischen Gehalt, die Verweigerungstaktik wird in die Jetztzeit übertragen. Aber ehrlich gesagt: Wie soll die Überschrift lauten?
„Ein Mann geht keinen Weg“ – hm…
„Eine Faust fährt durchs Land!“

Letztere Überschrift ist natürlich ein Geniestreich. Keine Frage: 1a Punchline! Leider vollkommen unpassend und irreführend, weil zu gaggig. Trotzdem machen? Der Autor ziert sich. Ja, aber ist doch super! Der Autor sagt, das sei natürlich ein ausgezeichnetes Argument, nur stehe diese Überschrift dem Text wirklich nicht zu Gesicht. Na gut, okay. Das ist ein Punkt. Außerdem sei doch kommuniziert worden, dass bei OPAK anders gearbeitet würde. Überschriften seien nicht der Willkür redaktioneller Entscheidungen ausgesetzt, der Autor hätte da ein bedeutendes Wörtchen mitzureden. Ein prinzipielles Problem also. Ja, stimmt auch wieder. Dahinter sollte man nicht zurück. Hinter Absprachen, die sein müssen, wenn man es ohne Kohle probiert. Schon wieder eine unangenehme Diskussion.

Und welche Überschrift ist es letztlich geworden? Bitte das Heft aufschlagen. Ab 27. März.

TEXT: Oliver Koch | RESSORT: Heft, OPAK #01
10. März 2009 | 3 Kommentare