FENN’O BERG – IN STEREO
(Editions Mego/Groove Attack/A-Musik) Vor mehr als neun Jahren waren Fenn O’Berg so etwas wie eine Laptop/Glitch-Supergruppe. Mit dem Laptop/Gitarren-Künstler Christian Fennesz, Jim O’Rourke, dem Tausendsassa zwischen Pop und experimenteller Musik, und dem Mego-Mastermind und Noise-Künstler Peter Rehberg vereinte sich damals die Crème de la Crème der Laptop-Musik hinter drei schweren schwarzen Powerbooks. Die beiden Veröffentlichungen aus dieser Zeit – beides Aufnahmen von Live-Performances – zeugen von der Durchschlagskraft des Trios. Es gibt nur wenige Alben des Genre, die so viel erhabene Schönheit, Witz und solch unfassbaren Lärm miteinander kombinieren.
(weiterlesen…)
27. März 2010 | Keine Kommentare
(Interval Recordings/A-Musik) Unter den Titel gebenden Moränen versteht man die Schuttablagerungen bei Gletscherbewegungen und die daraus resultierenden Reliefformen. Der Titel ist Programm: Langsame, beinahe stehende Klangformationen driften gegeneinander, zerreiben ihre Sound-Strata zu granularem Klangstaub, der meist stoisch und zäh zwischen den Membranen der Lautsprecher liegen bleibt. Dichte, schwere Drones werden präzise von scharfkantigen Sound-Schlieren durchzogen, mit brettschwerer Stille geteilt und vermischen sich zu einem nicht mehr trennbaren Frequenzmassiv, das einen langsam überrollt. Schade ist jedoch, dass sich „Moraine“ mit knapp 36 Minuten Spielzeit recht wenig Zeit nimmt, um die einzelnen Stücke voll zu entwickeln. Gut und gerne doppelt so lange hätte das Album ruhig sein können, damit es seine Kraft voll entfaltet. So wirken die sechs Stücke an manchen Stellen gehetzt – hier hätten Spannungsbögen mit Gletscher-Geschwindigkeit sicherlich Wunder vollbracht. Dennoch ein erhabenes und streckenweise zutiefst bewegendes Album.




