I AM OAK – OASEM
Nachdem Thijs Kuijkens Debüt „On Claws“ bereits großen Anklang in der internationalen Musikpresse fand, kann der Niederländer sich nun tatsächlich „Let’s make the Netherlands a threat again“ auf die Fahne schreiben. Und so singt er auf seiner neuesten Veröffentlichung (Midsummer Records) auch „Raise your fists like you ought to / Raise your voice like mine“. Dieser symbolische Aufschrei bleibt aber das einzig Bedrohliche des Albums, denn Oasem beinhaltet den ruhigen Folk, den man von Kuijken bereits gewohnt ist. Das vertraute Gerüst aus Gitarre und einem sich langsam schleppenden Schlagzeug wird auf Oasem allerdings immer wieder von elektronischen Instrumenten unterwandert und die rauschenden Synthies versehen das Album mit einer Wärme, die fast schon greifbar erscheint.
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14. Juli 2011 | Keine Kommentare



(Enraptured) Man stelle sich folgendes vor: Amerikanischer Film. Ein Pärchen, das sich irgendwo zwischen empathischer Zustimmung durch den Zuschauer und nicht ganz klischeefreiem Turteln bewegt. Das ganze natürlich in Slow-Motion und an einem Sommertag, den nichts trüben kann. Die Musik, die bei eben dieser Szene im Hintergrund läuft, könnte von Junkboy stammen. Melodiöse Gitarren und ein dezentes Drumming plätschern so vor sich hin, ohne jemals aufdringlich zu sein, um die perfekte Idylle bloß nicht zu zerstören.
(Souterrain Transmissions/RTD) Das Leben der beiden amerikanischen Schwestern Sierra und Bianca, die als CocoRosie zusammen musizieren, liest sich wie Jack Kerouac’s „On the Road“. Auch für die Aufnahmen des vierten Langspielers hat das Duo die heimischen Zelte abgebrochen und ist von Buenos Aires nach Melbourne und weiter nach Berlin und New York gereist. Gerne würde ich behaupten, dass diese Städte Einfluss auf den Sound von Grey Oceans hatten, aber das dort aufgewiesene Soundrepertoire ist vielseitiger denn je zuvor. Sphärischer Gesang dominiert das Album während ansonsten sich an so ziemlich allem bedient wird, was sich zum musizieren eignet. Elektrodrums, die sogar ein tanzbares CocoRosie Stück hervorbringen, orchestrale Untermalung, die einem eine ordentliche Ladung Pathos in den Gehörgang pflanzt und Synthesizer, deren Möglichkeiten bis zum Anschlag ausgereizt werden. All dies geschieht in alter und wohlbekannter Manier, obwohl die Songs strukturierter sind, jedoch nicht ihren kryptischen Charme verlieren. Mit Gael Rakotondrabe wurde für diese Aufnahme noch ein fabelhafter Jazz-Pianist aus La Réunion an Bord genommen, der mit seinem präsenten Auftreten Grey Oceans den letzten Feinschliff verpasst, der dafür sorgt, dass diese Veröffentlichung – abgesehen von einem grausamen Artwork – eine wirklich gelungene Platte ist.



