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I AM OAK – OASEM

iamoakNachdem Thijs Kuijkens Debüt „On Claws“ bereits großen Anklang in der internationalen Musikpresse fand, kann der Niederländer sich nun tatsächlich „Let’s make the Netherlands a threat again“ auf die Fahne schreiben. Und so singt er auf seiner neuesten Veröffentlichung (Midsummer Records) auch „Raise your fists like you ought to / Raise your voice like mine“. Dieser symbolische Aufschrei bleibt aber das einzig Bedrohliche des Albums, denn Oasem beinhaltet den ruhigen Folk, den man von Kuijken bereits gewohnt ist. Das vertraute Gerüst aus Gitarre und einem sich langsam schleppenden Schlagzeug wird auf Oasem allerdings immer wieder von elektronischen Instrumenten unterwandert und die rauschenden Synthies versehen das Album mit einer Wärme, die fast schon greifbar erscheint.
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TEXT: Maximilian Römer | RESSORT: Reviews
14. Juli 2011 | Keine Kommentare




SIN FANG – SUMMER ECHOES

SinFangSindri Már Sigfússon beherrscht das Spiel der Gegensätze. Der isländische König des Indiepop verliert sich nicht nur in den scheinbar endlosen Weiten seines Landes und gibt sich akribisch der Poesie und dem Musizieren hin, sondern zelebriert auch gerne ein Wochenende mit Pizza und Fußball. Die nunmehr vierte Veröffentlichung (Morr/Indigo) scheint ein Spiegel seines persönlichen Facettenreichtums zu sein, findet man hier doch experimentelle Stücke, wie man sie von Gefährten wie Sigur Ros erwarten würde, neben Popsongs, die ein klares Arrangement mit den gewohnten Akkordabfolgen beinhalten.
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TEXT: Maximilian Römer | RESSORT: Reviews
11. März 2011 | Keine Kommentare




ON TOUR UND AKTUELLES ALBUM – NEW IDEA SOCIETY

New_Idea_SocietySich ständig neu zu erfinden haben NEW IDEA SOCIETY nicht nötig. Die Perfektionierung des Bestehenden scheint die Maxime der Band zu sein. Und so wird auf „Somehow Disappearing“ (Shiny Shoes/Cargo) der eigene Anspruch hochgeschraubt, die Platzierung musikalischer Effekte sekundengenau geplant und Mike Law schreibt Texte, die sich nicht vor Begrifflichkeiten wie “poetisch” scheuen müssen. Zwischen Gitarren, Klavier und dezent eingebauten Synthieeffekten versteckt sich eine grundlegende Melancholie, die jedoch mehr Mut macht als resignierend zu wirken.
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TEXT: Maximilian Römer | RESSORT: Reviews, Unterwegs
25. Januar 2011 | Keine Kommentare




JUNKBOY – KOYO

koyo(Enraptured) Man stelle sich folgendes vor: Amerikanischer Film. Ein Pärchen, das sich irgendwo zwischen empathischer Zustimmung durch den Zuschauer und nicht ganz klischeefreiem Turteln bewegt. Das ganze natürlich in Slow-Motion und an einem Sommertag, den nichts trüben kann. Die Musik, die bei eben dieser Szene im Hintergrund läuft, könnte von Junkboy stammen. Melodiöse Gitarren und ein dezentes Drumming plätschern so vor sich hin, ohne jemals aufdringlich zu sein, um die perfekte Idylle bloß nicht zu zerstören.
Auf der Habenseite finden sich dennoch ein paar Streicherarrangements, der gekonnte Einsatz eines organischen Klaviers und der hohe, teils zerbrechliche Gesang, was der nunmehr vierten Veröffentlichung des britischen Trios den Feinschliff hin zu einem Langspieler verpasst, der nicht durch Abwechslung oder Experimente, aber durch einen stetig warmen Sound gefällt. In Interviews sprechen die drei Herren gerne über den Strand und die späte Folk-Bewegung. Passt perfekt ins Bild, obwohl man über “Koyo” auch sagen muss: Die Musik im Hintergrund der oben entworfenen Filmszene könnte von Junkboy stammen, muss sie aber gewiss nicht.

Maximilian Römer

TEXT: Maximilian Römer | RESSORT: Reviews
6. Juni 2010 | Keine Kommentare




COCOROSIE – GREY OCEANS

CocoRosie_GreyOceans_RE Digipac(die#15036)_Final+.indd(Souterrain Transmissions/RTD) Das Leben der beiden amerikanischen Schwestern Sierra und Bianca, die als CocoRosie zusammen musizieren, liest sich wie Jack Kerouac’s „On the Road“. Auch für die Aufnahmen des vierten Langspielers hat das Duo die heimischen Zelte abgebrochen und ist von Buenos Aires nach Melbourne und weiter nach Berlin und New York gereist. Gerne würde ich behaupten, dass diese Städte Einfluss auf den Sound von Grey Oceans hatten, aber das dort aufgewiesene Soundrepertoire ist vielseitiger denn je zuvor. Sphärischer Gesang dominiert das Album während ansonsten sich an so ziemlich allem bedient wird, was sich zum musizieren eignet. Elektrodrums, die sogar ein tanzbares CocoRosie Stück hervorbringen, orchestrale Untermalung, die einem eine ordentliche Ladung Pathos in den Gehörgang pflanzt und Synthesizer, deren Möglichkeiten bis zum Anschlag ausgereizt werden. All dies geschieht in alter und wohlbekannter Manier, obwohl die Songs strukturierter sind, jedoch nicht ihren kryptischen Charme verlieren. Mit Gael Rakotondrabe wurde für diese Aufnahme noch ein fabelhafter Jazz-Pianist aus La Réunion an Bord genommen, der mit seinem präsenten Auftreten Grey Oceans den letzten Feinschliff verpasst, der dafür sorgt, dass diese Veröffentlichung – abgesehen von einem grausamen Artwork – eine wirklich gelungene Platte ist.

TEXT: Maximilian Römer | RESSORT: Reviews
16. April 2010 | Keine Kommentare