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EIN ALBTRAUM, DER REALITÄT IST – PIETER HUGOS NEUES BUCH

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Es gibt manche hervorragende Foto-Bücher. Doch nur ganz selten, blättert man durch ein Buch und erschaudert vor den Bildern. Nicht weniger als das gelingt dem in Kapstadt lebenden Fotografen Pieter Hugo in schöner Regelmäßigkeit. In seinem Band über die nigerianischen Hyänen-Männer zeigte er Schausteller und Wunderheiler, die bullige Tiere an imposanten Eisenketten durch die Straßen führen. In „Nollywood“ beschäftigte er sich mit der boomende Filmindustrie Nigerias. Sein neuer Band „Permanent Error“ hat nun eine riesige Elektro-Schrott-Halde in Ghana zum Thema.

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TEXT: Marc Peschke | RESSORT: Allgemein
10. März 2011 | 3 Kommentare




RÄTSELHAFTE STILLE – GERHARD RICHTERS MALEREI NACH FOTOGRAFISCHEN VORLAGEN ALS BUCH ODER AUSSTELLUNG

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Gerhard Richters Werk ist ohne die Fotografie nicht denkbar. Von Anfang an, seit Richter Anfang der 60er Jahre aus Dresden in den Westen übersiedelte, malte er nach fotografischen Vorlagen. Die Ausstellung „Bilder einer Epoche“ im Bucerius Kunst Forum in Hamburg stellt jetzt sein frühes Werk vor.
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TEXT: Marc Peschke | RESSORT: Allgemein
5. März 2011 | 4 Kommentare




NADAV KANDER: YANGTZE – THE LONG RIVER

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Der 1961 in Israel geborene Fotograf Nadav Kander wuchs in Südafrika auf, doch schon bald zog er nach London: ein Leben, das früh durch den Blick auf andere Länder geprägt wurde. Kander fotografierte für die wichtigsten englischen Zeitungen und Magazine, mit seiner Serie „Obama’s People“ wurde er international bekannt. Vor kurzem ist sein Fotobuch „Yangtze – The Long River“ erschienen.
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TEXT: Marc Peschke | RESSORT: Literatur
20. Februar 2011 | Keine Kommentare




GRANZ ZAPPA. FRANK ZAPPA FÜR FORTGESCHRITTENE

zappa_money.jpgGRAND ZAPPA“ ist der Titel eines Buchs, das sich dem Phänomen Frank Zappa in neuer Weise nähert. Der DIN A3-Schmöker versteht sich als kritisch-vergleichende Diskologie. Etwas ganz Besonderes für Zappatisten.

Dieses Buch ist nicht groß, es ist sehr groß. Beinahe im DIN A3-Format kommt es daher – und schon der Titel setzt eine Duftmarke: „GRAND ZAPPA. Internationale Frank Zappa Discology“ steht auf dem Cover. Doch dieser Band ist nicht nur im Umfang üppig, auch die Ausstattung ist nicht ohne: 1000 Abbildungen, allesamt gedruckt auf 200 Gramm schwerem Bilderdruckpapier.

Doch vor allem überwältigt der Inhalt. Denn der Autor Frank Wonneberg hat dem Jubilar Zappa – er wäre am 21. Dezember 70 Jahre alt geworden – ein Denkmal gesetzt. Der Zappa-Experte hat insgesamt 850 Vinyl-Alben-Versionen der 44 regulären, zu Lebzeiten erschienenen Alben gesammelt, die nun in diesem Band vorgestellt werden – ergänzt um alle seit 1994 erschienenen CDs. Da darf man sich schon fragen: Was ist der Sinn des Ganzen?
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TEXT: Marc Peschke | RESSORT: Reviews
15. Februar 2011 | 3 Kommentare




GESCHICHTE UND GEGENWART – FOTOGRAFIE IN SÜADFRIKA

00002718Jeden Abend flattern die Bilder aus Südafrika über die Bildschirme nach Deutschland. Bilder des großen Fußball-Spektakels, farbige Bilder, bunt bemalte Fans, Bilder phantasievoller Kostüme, denen andere gegenüberstehen, die weniger bekannt sind. So scheint auch genau der richtige Zeitpunkt gekommen, die künstlerische Fotografie Südafrikas mit einer Ausstellung und einem Buch in den Fokus zu rücken. Ein Schelm, wer Arges dabei denkt. Der Qualität des Bandes indes tut das keine Abbruch.

Etwa 180 Arbeiten umfasst eine Schau, die jetzt im Museum Goch und auch im Stadthaus Ulm zu sehen ist. Vertreten sind beinahe alle wichtigen Namen der Fotografie Südafrikas. Das Werk der Fotografen umfasst die Zeitspanne von 1950 bis heute – sechzig Jahre des Landes. Sehr genau lassen sich die politischen Entwicklungslinien anhand der Bilder nachvollziehen: Das Leben in der Apartheid, der Widerstand, der Befreiungskampf bis hin in die Gegenwart – entlang der sozialen Entwicklungen wird auch die Fotografie des Landes präsentiert.
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TEXT: Marc Peschke | RESSORT: Reviews
21. Juli 2010 | 1 Kommentar




DU FREUST DICH JA GAR NICHT!

Vee Speers Serie „Birthday Party“ ist jetzt als Buch erschienen

artwork_images_3276168_401045_vee-speersDie Liste jener Fotokünstler, welche die Kindheit als Thema für sich entdeckten, ist lang. Das kann man verstehen, denn sie ist ein lohnendes fotografisches Sujet. Es ist die Zwischenposition, das Uneindeutige am Kind-Sein, das fasziniert: Das Selbst des Kindes ist fragil, es stehen Möglichkeiten offen. Es ist erst am Anfang: ein, wie oft geschrieben worden ist, paradiesischer Zustand?

Wenn die 1962 geborene australische Fotografin Vee Speers für ihre Serie „The Birthday Party“ Kinder vor eine immer gleiche weiße Wand stellt, um sie in ihren Kostümierungen zu fotografieren, dann mag diese Bildidee anfangs verwundern. Mit Kindheit assoziieren wir eher spontane Bewegung als Statik. Bei Vee Speer ist das anders: Es gibt einen streng festgelegten Rahmen, in dem ihre Modelle agieren.

Eine der ersten Fotokünstlerinnen, die junge Menschen nicht in ihrer Freizügigkeit, sondern hinsichtlich ihrer zukünftigen Rolle fotografierte, war Lisette Model. Die Kindheit ist eine Zeitspanne, in der man sich übt, Rollen einzunehmen – davon erzählt auch Vee Speers Serie „Birthday Party“, die jetzt im Heidelberger Kehrer Verlag als Buch erschienen ist. Nicht, dass ihr Rollenkorsett schon übermächtig zu werden droht, dennoch sind die hier Gezeigten alles andere als frei und unschuldig. Sie stehen da, in ihren phantastischen Kostümen, doch sehen sie gar nicht glücklich aus. „Ja, freust Du Dich denn gar nicht?“, will man sie fragen. Doch nein, auch wenn manche von ihnen sogar lächeln oder lachen. Wirklich froh scheinen sie sich nicht.
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TEXT: Marc Peschke | RESSORT: Reviews
3. Juli 2010 | 7 Kommentare




GUY TILLIM – AVENUE PATRICE LUMUMBA

Koloniale Ruinen.

Er fotografierte Kindersoldaten im Kongo, ganz ohne Hoffnung und ungeschönt, dann zeigte er die Stadt Johannesburg, „Jo’burg“ – diesmal mit einem positiveren Blick auf die Veränderungen, auf die Transformation der vergangenen Jahre. Seine Serie „Congo Democratic“ über die ersten freien Präsidentschafts- und Parlamentswahlen im Kongo wurde im Jahr 2007 auf der documenta präsentiert. Jetzt stellt der Südafrikaner Guy Tillim sein neues Buch vor.

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Er ist einer der bedeutendsten Fotografen des afrikanischen Kontinents. Engagiert, ernsthaft, sensibel, kritisch, aber auch bisweilen geprägt von einer gewissen Distanz zu seinen Sujets, zeigt der 1962 in Johannesburg geborene Fotograf prekäre Lebensumstände in seiner südafrikanischen Heimat. Doch stets sind es auch die stillen, intimen Momente, die ihn faszinieren, wie auch sein neues Buch „Avenue Patrice Lumumba“ (Guy Tillim: Avenue Patrice Lumumba. Texte von Robert Gardner und Guy Tillim. Englisch, Französisch und Portugiesisch. 128 Seiten. Gebunden. 57 Abbildungen. Prestel Verlag 2008. ISBN 9783791340661. 49,95 Euro) vor Augen führt. „Eines kann man jedoch immer“, sagt Tillim, „ … etwas Hässliches, Brutales in etwas Erhabenes und Erlösendes verwandeln …“ Der in Kapstadt lebende Tillim tut dies, indem er tief blickt: diesmal auf die Architektur der kolonialen und postkolonialen Gesellschaft Afrikas.
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TEXT: Marc Peschke | RESSORT: Reviews
30. April 2010 | 1 Kommentar