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COM TRUISE

Wieso eigentlich hat Com Truise nicht den Soundtrack zum TRON-Remake gemacht? Weil den Schnarchnasen vom Film nichts besseres eingefallen ist, als die laschen Onkel von Daft Punk zu fragen! Morgen endlich erscheint die überarbeitete Version von Com Truises „Cyanide Sisters“ auf Ghostly International. Com Truise steht Rede und Antwort.
 
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TEXT: Lucia Newski | RESSORT: Feature, Musik
24. Januar 2011 | 2 Kommentare




ER FRANCE – PARDON MY FRENCH, CHERIE

Er France_Cover(lolila/Brokensilence) „Music itself is going to become like running water or electricity“, gab David Bowie 2002 der New York Times zu Protokoll. Seine Zukunftsvision hat sich bisher nicht bewahrheitet. Musik ist zwar allgegenwärtig. Solange sie jedoch nicht vollends individuell nutzbar gemacht wird, behauptet wohl jedes Erzeugnis Einzigartigkeit. Nicht zuletzt deshalb werden unsere Erwartungen geschürt. Wir entfernen hektisch jede CD-Cellophanierung in der Hoffnung, den nächsten großen Popentwurf vorliegen zu haben. Manchmal ist das sogar der Fall. Die Freude ist dann groß, die Begeisterung trägt eine ganze Weile. Viel zu häufig allerdings verhält es sich wie bei Er France. Deren gefälliger Garage-Pop ist nämlich bereits nach wenigen Minuten derart ermüdend, dass er entweder zur Nebensache wird – einige nennen das „charmant“. Oder sich durch seine Leere förmlich aufdrängt, mit launiger Stadtfest-Stimmungsmache, die naturgemäß zu Trübseligkeit und Fluchtreflexen führt. „The Cheapo Bar“ mag als veritabler Dancefloorkracher entgegenkommen. Keine Frage. Mit Bowies Elektrizität hat aber auch dieser Song nichts zu tun, mehr schon mit dem angesprochenen Wasser, das allenthalben unaufregend vor sich hinplätschert.

TEXT: Lucia Newski | RESSORT: Musik, Reviews
18. März 2010 | Keine Kommentare




MARTIN BÜSSER – DER JUNGE VON NEBENAN

(Verbrecher Verlag) „Scheidungskind. Homo. Satan. Liebesentzug. Jeder beknackte Psychiater könnte darin lesen wie im offensten aller offenen Bücher.“
Deutschland in den 1970er Jahren, ein Junge entdeckt seine Homosexualität. Seine Eltern tragen dunkle Brillen und hochgeschlossene Mäntel: Terroristen. Nachdem sie über den Haufen geschossen werden, wächst der Junge bei seinen Großeltern auf. Opa Hermann erzählt. Das Drama von Dresden, die Zeit bei der Waffen-SS, Kameradschaft, Abenteuer usw.: ein ehemaliger Nazi. Auf der Suche nach Identität stellt der Junge fest, dass auch das schwule Berlin der 1980er Jahre keine Option bietet, er zieht sich zurück und sucht in Büchern Antworten auf seine Situation.

Und täglich...

Martin Büsser, bekannt als Kulturkritiker, Verlagsbetreiber und Herausgeber der „testcard“-Reihe, wechselt hier die Seiten: von faktual zu fiktional. Seine Coming of Age-Geschichte dockt nicht nur an queeren Diskurs an und thematisiert Identitätsfragen und –brüche. Sie ist sprachlich mitunter explizit und v.a. so entwaffnend naiv gezeichnet, dass man diese Graphic Novel gleich mehrere Male hintereinander lesen muss. Danach dann vielleicht wirklich Jean Genet…

TEXT: Lucia Newski | RESSORT: Literatur, Reviews
22. Februar 2010 | Keine Kommentare