HELL
1. Der Film in einem Satz:
Die Hölle auf Erden: wenn man in einen bayrischen Bauernhof einheiraten muss.
2. Darum geht‘s:
Das Jahr 2016. Die Temperatur 10 Grad höher. Die Erde ein unwirtlicher Flecken. Die Sonne ein unbarmherziger Killer. Durch die hohen Temperaturen ist das Leben auf der Erde beinah zum Erliegen gekommen, Wasser eine Rarität, Essen ebenso. Wir lernen eine Gruppe Überlebender kennen, die in die Berge wollen, wo noch Wasser vorhanden sein soll. Marodierende Horden nutzen die Notsituationen aus, jeder ist sich selbst der Nächste und so dauert es nicht lange, bis unsere Gruppe in Gefangenschaft gerät…
Gelungene, gut aussehende deutsche Genre-Filme sind Seltenheiten. Deutsche Science-Fiction-Dystopien gar rare Einzelfälle. “Hell” ist beides: zu Beginn ein starkes Endzeitmovie, dem es mit einfachen Mitteln gelingt, die Verwüstung der Erde darzustellen. Alles in helle
Filter getaucht, blendet das Bild auf der Leinwand die Zuschauer wie die Sonne die Helden blendet. Auch die Ödnis der Landschaft ist durchwegs nachvollziehbar, gelungen aufbereitet. Im zweiten Teil entwickelt sich der Film von Science-Fiction-Dystopie zu einem klassischen Backwoods-Horror – und das ist geradezu erfrischend, nicht immer nur amerikanische Hillbillys am Menschenfressen zu sehen, sondern einen einfachen bayrischen Bauernhof als Hort der Brutalität kennenzulernen. Und wer vom Land kommt, der weiß, dass das es keine
arge Überzeichnung ist, welchen Weg eine Bauernmutti auf sich nimmt, um doch noch eine Frau für den Sohn zu finden!
3. Der beste Moment:
Die Science-Fiction-Hälfte ist etwas origineller geraten als die zweite Horrorhälfte – und für eine deutsche Produktion auch überraschender. Hier überzeugt die Ausgestaltung durchwegs.
4. Diese Menschen mögen diesen Film:
Wer weder Mitglied im Deutschen Bauernverband noch bei Sonnenanbeter e.V. ist.
* Regie: Tim Fehlbaum
21. September 2011 | Keine Kommentare




