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PIERRE SCHAEFFER – LE TRIÈDRE FERTILE

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War Mego seinerzeit schon ein sehr durchlässiges Label, was verschiedene Stile anging, so verfügt der Nachfolger Editions Mego über eine doch recht große Anzahl an Sublabels für die verschiedensten Spielarten experimenteller und elektronischer Musik. Jüngster Spössling ist das Recollection GRM Label, das in Kooperation mit dem Französischen Institut für Elektroakustische Musik „Groupe de Recherche Musicales“ (GRM) die Aufgabe übernimmt, alte Veröffentlichung aus dem Programm der GRM wieder neu aufzulegen. Den Anfang macht „Le Trièdre Fertile“ von Pierre Schaeffer, der in den späten 40er Jahren neben Pierre Henry einer der Pioniere der französischen Musique Concrète war. Während der Hauptfokus von Schaeffer auf der Arbeit mit Sound-Schnipseln und Tape-Collagen lag, verlässt er mit „Le Trièdre Fertile“ sein etabliertes Terrain mit einem Werk, das als seine einzige Arbeit ausschließlich aus Synthesizer-Klängen besteht. Auch wenn der Ausgangspunkt diesmal etwas anders ist, fügt sich die Arbeit inhaltlich gut in Schaeffers Klangkosmos und reiht dissonante Cluster, fragmentierte Tonfolgen und Flächen entlang der drei Achsen Frequenz, Dauer und Intensität auf.
 
Die Vielschichtigkeit weiß trotz des oberflächlich doch begrenzten Vokabulars auch heute noch zu begeistern. Die Art wie Notenfolgen beschleunigt, abgelöst, verdichtet oder in neue Muster überführt werden, hat nichts an Faszination verloren. Auch wenn die Originalveröffentlichung schon weit über 30 Jahre zurückliegt und Teile des Diskurses elektronischer Musik in das breite Wissen der Popkultur übergegangen sind, wirken diese Klänge noch immer sehr roh, die Bewegungen weiterhin drastisch und direkt. Die Fragen, die Schaeffer hier aufwirft, sind auch heute noch spannend und virulent. Diskussionen um Harmonie, der Bedeutung von Timbre-Verschiebungen versus Melodie werden hier aus früheren Musikdiskursen der Moderne aufgegriffen und durch die synthetische Erzeugung noch weiter verstärkt.
 
Schaeffers „Le Trièdre Fertile“ reiht sich so, trotz des späten Produktionsdatums in den Kontext von Arbeiten wie etwa Morton Subotnicks „Silver Apples of the Moon“ ein, das bereits in den 60ern entstand.
 
Das Vorhaben von Editions Mego, ausgewählte Werke aus dem Archiv der GRM auf Vinyl wieder zu veröffentlichen ist äußerst begrüßenswert. Werden so Schlüsselwerke moderner Musik wieder ans Tageslicht geholt und erlauben auf diese Weise, einen wichtigen Teil der Musikgeschichte der letzten 30 Jahre lebendig zu halten und Werke wieder verfügbar zu machen, die bislang nur noch schwer erhältlich waren.
 
http://editionsmego.com/releases/recollection-grm/

TEXT: Nils Quak | RESSORT: Allgemein, Musik, Reviews
6. Juni 2012 | Kommentieren | Trackback setzen | Kommentare als Feed



9 KOMMENTARE


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