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VERGESSENE STILE XXXIII

FRIEDRICH LEID: MEHR ALS BEWUSSTSEIN

EsmarchFriedrichvon_210_280Das Überbewusstsein muss
im Überdruss sein.
Auf der Oberfläche
des tätigen Seins
bilden sich Risse klein-
die werden wir selbst sein!

Denn über der Reflexion
schwebt das Schaffen,
das wir sind schon
längst und täglich.
Unser Körper sinniert
kläglich, verträglich
und synchron
über Bananen und Affen

Über die Psychoanalyse könne er nur lachen, gibt Friedrich Leid (geb. am 23.9.1939, nicht umsonst Freuds Todestag. Daher auch das Sprichwort: „Freud und Leid liegen manchmal nicht weit auseinander“), tschechischer Doktor der Anthroposophie und gleichzeitig Dichter und Meinungsbildner, gern mal bei Tisch zu Protokoll, wenn er seine Gedichte einer auserwählten Anzahl an Freunden, Geschäftspartnern und Bewunderern vorträgt.

Schon als Kind weigerte er sich, jede Art von Bewusstsein und erst recht Unterbewusstsein anzuerkennen, wenn er mit dem Ball eine Scheibe einschlug, wenn ihm die Leviten gelesen wurden und er verschmitzt meinte: „Meine Hand ist schuldig, mein Kopf rein!“ Die Schläge, die er daraufhin erhielt, blieben nicht an ihm haften, genauso wenig wie gesellschaftliche Konventionen und die Moral der Väter, ja nicht einmal eigene Wünsche und Begehren ließ der junge Leid zu. Er wollte nur tun und wurde nach langjährigen Aufenthalten im Amazonas gefeierter Doktor und Dichter, der Foucaults Kopfschmerzen therapierte, indem er ihn auslachte und der auf die häufig gestellte, spitzfindige Frage, woher denn bitteschön seine Gedichte kommen wenn nicht aus seinem Geist, nur mit einem Stift in der Hand auf den Kopf des Fragenden schreibt: „Der Leib ist gut/ Nur Körper tut:/ Die Hand!“ Solcherart Beschriebene wurden bei Ebay bereits für Millionenbeträge versteigert. Geld, was Leid den Geistlosen dieser Welt spendet, deren Freude er teilt, wenn sie das geschenkte Geld vertun und verschleudern.

TEXT: Sebastian Schreck | RESSORT: Vergessene Stile
9. August 2011 | Kommentieren | Trackback setzen | Kommentare als Feed





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