AMON TOBIN – ISAM
Eines ist sicher: Amon Tobin bewegt sich in Sphären, die nicht für Jeden zugänglich sind. Nachdem er seit der Veröffentlichung der EP „Taxiderma“ vor rund drei Jahren von der musikalischen Bildfläche verschwand, erscheint nun ein Album (Ninja Tunes), auf dem der gebürtige Brasilianer verwobene Klanggerüste errichtet, nur um diese wieder zum Einsturz zu bringen. Die Klimax eines jeden Stückes ist gepaart mit einem Bruch in Bezug auf Dynamik und Grundkonzept. Der DJ und Produzent experimentiert mit dem bestehenden Avantgardistischen, frei nach dem Motto: Hinter dem Gipfel wartet noch ein Berg. Volle Konzentration ist beim Genuss dieser Platte gefragt, denn stringente Muster sucht man hier vergeblich. Cineastische Klänge treffen auf Grundstrukturen des Drum’ n’ Base, die sich wiederum immer wieder aufs Neue verlieren und schlussendlich völlig auflösen.
Seine Film- und Computerspiele-Affinität klingt auf „Isam“ deutlich durch. Auch seine kulturellen Wurzeln verewigt er hier in kurzen Hommagen an Samba-Strukturen, die jedoch vom Gewohnten bis fast hin zur Unkenntlichkeit abstrahiert werden. Würde man versuchen die Chaostheorie musikalisch darzustellen, wäre Amon Tobin gewiss eine Anfrage sicher. Aufmerksam anhören, dann erscheint es stimmig!
30. April 2011 | Kommentieren | Trackback setzen | Kommentare als Feed




