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HOWL

1. Der Film in einem Satz:

“Howl” – das berühmteste Gedicht von Allen Ginsberg, seine Entstehung und Ginsbergs Verwicklung in eine Obszönitätsanklage.


2. Darum geht‘s:

Das Spielfilmdebüt von Rob Epstein (Regisseur der Harvey Milk – Dokumention) und Jeffrey Friedman besteht aus drei miteinander verwobenenen, abwechselnd weiter verfolgten Erzählsträngen: einmal ein Vortrag des Gedichts selbst, dann ein nachgespieltes, aber wohl auf Originalmitschrift beruhendes Interview mit Ginsberg über seine frühe Karriere und die Genese von “Howl” sowie zuguterletzt die Gerichtsverhandlung, die die Beschlagnahmung von “Howl” und Anklage wegen Obszönität zum Gegenstand hat.

Insbesondere die Gerichtsverhandlung verleiht “Howl” seine stärksten Momente, denn die aus dem Originalprotokoll nachgespielten Szenen behandeln das Thema von Kunst vs. Schund und inwieweit Kunst frei sein solle, alle Worte zu verwenden, die der Dichter benutzen will. Die Staatsanwaltschaft lässt einige Experten auftreten, die wiederum mit hanebüchenen Begründungen “Howl” als Schund klassifizieren wollen – so dass das Buch wegen Obszönität beschlagnahmt werden könnte. Ginsberg selbst tritt im Prozess nicht auf, aber sein Verteidiger wird von Jon Hamm gespielt, der hier seine “Mad Men”-Rolle erneut voll ausleben darf.

Problematisch ist dagegen vor allem der Vortrag des Gedichts. Ein kleiner Teil wird als Lesung Ginsbergs (gespielt von James Franco) in einem Club in Greenwich Village gezeigt, der weitaus größere jedoch durch Animationen illustriert – was erstens nach einiger Zeit ermüdend wirkt und zweitens dem Gedicht durch seine buchstabengetreue Bebilderung eher Kraft raubt denn schenkt.

3. Der beste Moment:

Die Kämpfe vor Gericht und die vergeblichen Begründungen beider Seiten, warum ein Werk Kunst wäre.

4. Diese Menschen mögen diesen Film:

Wer “I’ll Be There” über Bob Dylan mochte und sich gerne noch einen xten Handlungsstrang mit einer comichaften Bebilderung von Dylans “Subterranean Homesick Blues” gewünscht hätte.

Regie: Rob Epstein / Jeffrey Friedman

TEXT: Christian Ihle | RESSORT: At the Movies mit Ihle
27. Januar 2011 | Kommentieren | Trackback setzen | Kommentare als Feed



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