OPAK | wir müssen reden » Blog Archive » “WAS SOLL DER IDIOT DA, ICH WILL DOCH NUR SAUFEN!”

“WAS SOLL DER IDIOT DA, ICH WILL DOCH NUR SAUFEN!”

Gerade ist es erschienen, Nagels zweites Buch “Was kostet die Welt”. Hier gibt es nun das Video zum Buch, einen Textauszug, einen Bericht zur euphorischen Lesung im “Wiener Blut” und die Tourdaten. Check it out!

nagelNagel läuft durch die ranzig rote, schummrige Bar und plaudert interessiert mit den Gästen. Neben einem kläglichen Mikrofon deutet hier nichts auf eine Lesung hin – zu verraucht ist es, fast alle scheinen sich zu kennen. Zur Begrüßung beglückwünscht Nagel sich selbst zum Buch, alle lachen.

Wahrscheinlich ähnelt das „Wiener Blut“, dieser Absturzschuppen, dem “Radetzky”. Der Stammkneipe von Meise, dem Protagonisten von „Was kostet die Welt“, an dem Nagel anderthalb Jahre gearbeitet hat: „Drei Monate Schreiben und 13 Monate Kürzen“.

Meise, dieser mies gelaunte Ostberliner, hat Macken: Kettenrauchen, Kaffeesucht, Drogen und Sex bestimmen seinen langweiligen Alltag. Nachdem er das Erbe seines Vaters innerhalb weniger Monate durchgebracht hat, begibt er sich auf eine Reise, die zum unerwarteten Selbstfindungstrip wird. Nicht Indien, sondern die Mosel dient als Bühne, Wahnsinn und Stumpfsinn geben sich die Hand (Textauszug).

Eine Passage aus dem 13. Kapitel von „Was kostet die Welt“ sorgt für einige Lacher: „Wie ist das wohl im Winter, wenn man nicht mal mehr draußen sitzen kann, dann kann man hier ja gar nichts mehr machen, außer sich in der Bude verkriechen. Wird bestimmt sehr dunkel und einsam hier, wenn die Dampfertouristen ausbleiben. Bei der Vorstellung habe ich direkt Bilder aus Shining vor Augen. Der Wahnsinnige Jack Nicholson und das irre Kind auf dem Dreirad, so muss das hier sein, wenn das Wetter die Menschen hinter den fein herausgeputzten Fassaden einschließt. REDRUM REDRUM“.

An der Mosel schlägt Meises Langeweile in Hass um, ein Friseur-Besuch ist Auslöser für den Gedankensplatter:

Nagel fühlt sich sichtlich wohl in diesem intimen Kreis und leitet den Anfang vom langen Ende des Abends ein: „Wodka und Sambuca gehen auf meinen Deckel! Wir singen heute noch ALLE Nationalhymnen, die es gibt. Das wird ein Spaß!“

„Was kostet die Welt“ – ein Leseabend mit Nagel.
Präsentiert von Intro, taz und OPAK.

08.10.2010 Enkirch/Mosel, Weingut Immich-Anker
09.10.2010 Köln, Gebäude 9
11.10.2010 Hamburg, Uebel & Gefaehrlich
12.10.2010 Berlin, Volksbühne/Roter Salon
20.10.2010 München, Muffat Cafe
21.10.2010 Stuttgart, Zwölfzehn
22.10.2010 Frankfurt, Das Bett
23.10.2010 Künzelsau, Kokolores
24.10.2010 Trier, Chat Noir
26.10.2010 Oberhausen, Druckluft
27.10.2010 Münster, Sputnikhalle
28.10.2010 Flensburg, Volksbad
29.10.2010 Bremen, Schnürschuhtheater
30.10.2010 Kiel, Luna Club
01.11.2010 Potsdam, Waschhaus
02.11.2010 Jena, Rosenkeller
03.11.2010 Dresden, Scheune
04.11.2010 Leipzig, Conne Island
05.11.2010 Hannover, Bei Chez Heinz
06.11.2010 Osnabrück, Lagerhalle-Spitzboden

TEXT: Redaktion | RESSORT: Literatur, Präsentationskorb
2. Oktober 2010 | Kommentieren | Trackback setzen | Kommentare als Feed



2 KOMMENTARE


  1. das video ist jawohl super. freue mich schon auf leipzig!


  2. “Wir singen heute noch alle Nationalhymnen”. höhöhö!



KOMMENTIEREN