DER SCHMALE GRAT ZWISCHEN SCHWEISSTREIBEN UND LANGEWEILE
OPAK hat sich Teenagers in Tokyo (AUS) und FM Belfast (IS) auf der Berlin Independent Night angeschaut. Regen, unfreundliche Türsteher, Wartezeiten vor den Clubs und ein sehr junges Publikum konnten auch dem letzten Besucher den Spaß bei der trashigen Performace von FM Belfast nicht nehmen.

Teenagers in Tokyo. Gehören die eigentlich auf diese Seite? Naja, vier von fünf Bandmitglieder sind Frauen, damit wäre der interessante Teil auch schon gesagt. Ansonsten handelt es sich auf der Bühne um glatt produzierten Pop, der noch nicht schlecht klingt, aber dafür komplett an Spannungslosigkeit leidet. Die Performance wirkt angestrengt, die Musik eher fad und wie tausendmal durch den Musikwolf gedreht. Da hilft auch der Goldumhang als Showelement und das gute Hall & Oates–Cover nicht. Positiv hervorzuheben: Vielleicht hören die Fans irgendwann all die Bands, auf die Bezug genommen wird.
Nein, eigentlich gehören sie nicht auf diese Seite.
FM Belfast sind da konsequenter. Maximaler Trash bei minimalem Aufwand. Dafür bedarf es kein Schlagzeug, Bass oder Keyboad. Die Samples werden per Notebook live eingespielt, keiner suggeriert die große Rockgeste. Das trifft den Nerv der Zeit. Powerpop inklusive Ausziehen, Durchschwitzen, Stinkefinger, hässlicher Kleidung, Nerdbrille und Wabbelbauch. Technotronics „Pump up the Jam“ oder „Killing in the Name of“ von Rage Against Mashine lassen die Zuschauermenge durchdrehen. Ein witziges Schauspiel zwischen Band und Meute.
Einziges Manko: Der Gittarist steht etwas überflüssig auf der Bühne.
Photos: Lukas Danneberg
TEXT: Nadine Schildhauer | RESSORT: Allgemein, Und sonst, Unterwegs29. September 2010 | Kommentieren | Trackback setzen | Kommentare als Feed






