TELEVISION PERSONALITIES

Rolf Zuckowski kann einpacken, denn Dan Treacy ist unter die Kinderliedmacher gegangen – so hört es sich erst an, wenn man „A Memory Is Better Than Nothing“ in den Player schiebt und sich dazu das Cover der neuen Television Personalities-Platte anguckt. Aber nein, dazu ist die ganze Sache viel zu fragil, viel zu kaputt. Seit 1978 haut der „Übervater all der komischen Käuze“ der Popwelt, wie Dan Treacy im Popblog der Taz genannt wird, entgegen aller Widrigkeiten – wie auseinanderbrechende Bands, Drogensucht, Gefängnisaufenthalte – mal mehr, mal weniger regelmäßig und fleißig Alben heraus.
Bei den dauernden Umbesetzungen in der Band ist es wohl kaum erheblich, wer aktuell neben ihm als Quasi-Gastmusiker wirkt. Wichtiger ist wohl die Kindlichkeit der Songs, gepaart mit unglaublicher Kaputtheit. Es gibt Momente, in denen finde ich dieses Album schlicht und ergreifend genial. Meistens aber dann doch nervig, pathetisch, fertig, dilettantisch. Aber eins auf jeden Fall immer: Absolut authentisch. Echt. Ungekünstelt. Oft wird gesagt, dass man über Musik nicht reden und schon gar nicht schreiben kann, ob das nun stimmt, darüber lässt sich trefflich streiten. Aber bei dieser Platte ist es wahr: Sie ist kein Gegenstand zur Diskussion, sie ist undefinierbar, irgendwo zwischen Schrott, Zeitverschwendung und manchmal auch Meisterwerk.
Anspieltipps:
She’s My Yoko
If You Don’t Want Me
11. August 2010 | Kommentieren | Trackback setzen | Kommentare als Feed






joa am 11. August 2010
dan tracey ist berufs-destrukteur und ein lebendiges kunstwerk. jede platte,ein fest.