OPAK | wir müssen reden » Blog Archive » INCEPTION

INCEPTION

1. Der Film in einem Satz:

Dream a little dream with Leo. Oder auch vier. Oder fünf.

2. Darum geht‘s:

Ein so verworrenes Story-Labyrinth hat Christopher Nolan für „Inception“ erdacht, dass eine Inhaltsangabe entweder sehr lang oder sehr kurz wird. Entscheiden wir uns für letzteres: Leonardo DiCaprio besitzt die Fähigkeit, Traumwelten zu entwerfen, in Träume anderer Menschen einzusteigen und benutzt dieses Können, um ihnen im Traum Geheimnisse zu entlocken.

„Inception“ ist ohne Zweifel die größte Kinosensation des Jahres. Nach gut drei Wochen Laufzeit steht die imdb-Uhr auf 9.2 von 10 Punkten und der Film auf Platz 3 der besten Filme aller Zeiten. Man muss auch unbedingt der originellen Grundidee im Zeitalter des ewigen Recyclens, dem Wagemut, sie auch umzusetzen und der Brillanz in ihrer visuellen Ausführung applaudieren. So etwas wie „Inception“ hatte man noch nicht gesehen – und so hatte man einen Film auch noch nicht gesehen.

Ohne Zweifel schwingt sich „Inception“ damit zum wichtigsten Science-Fiction-Film seit „Matrix“ auf. „Inception“ wird das Kino der kommenden Jahre beeinflussen, die Faustkämpfe in Schwerelosigkeit, das Verbiegen der Realitäten – man möchte mehrere hundert Euro darauf setzen, dass man Versatzstücke der „Inception“-Bildsprache in den kommenden Jahren in vielen Filmen wiederfinden wird.

Aber dennoch fehlt „Inception“ bei aller visueller Brillanz und Cleverness etwas Elementares: ein Herz. Nolan treibt hier das Rätselraten auf die Spitze, denkt sich seine in „Following“ und „Memento“ ausgiebig erprobten Ideen über Realität und Wahrnehmung zu Ende, schafft es aber wieder nicht, uns für seine Figuren zu interessieren. „Inception“ ist ein großer Rätselspaß, der aber das Beschreiten seines Logik-Labyrinths derart in den Mittelpunkt stellt,
dass der Zuschauer im Bemühen, die Erzählfäden nicht aus den Händen zu verlieren und im Versuch, das Rätsel zu dechiffrieren, eine so große Distanz aufbaut, dass der Film ihn nie gefangen nehmen kann. In jeder Sekunde ist uns klar, dass wir einen Film sehen. Einen sehr cleveren und guten zwar, aber entfliehen können wir diesem Gefühl eben nie.

3. Der beste Moment:

Als Ellen Page ihre erste Traumwelt entwirft und wir mit ihr gemeinsam bestaunen, dass im Traum tatsächlich alles möglich ist.

4. Diese Menschen mögen diesen Film:

Wer gerne durch einen Irrgarten wandert und lieber dabei einen Rubiks Würfel löst als Menschen trifft.

TEXT: Christian Ihle | RESSORT: At the Movies mit Ihle, Film
9. August 2010 | Kommentieren | Trackback setzen | Kommentare als Feed





KOMMENTIEREN