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FRANCIS INTERNATIONAL AIRPORT

FIA_7inch_cover Punk ist tot. Es lebe Pop! Falco würde vor Freude hüpfen. Christian, Gittarist der Band, trägt das schwere Erbe Neffe des berühmten österreichischen Pophelden zu sein. Aber so leicht lässt sich Francis International Airport nicht auf eine Formel bringen. Der Song „Monsters“ erscheint wie ein Rückgriff auf „Running from the Rain“ von Thursday, allerdings wirkt die Band im Vergleich eher wie die erste Ausgabe der NEON 2003, die wir damals alle gekauft haben – neu, mit diesen faszinierend körnigen Bildern, nicht zu politisch, aber schön anzuschauen – eine perfekte Band für das Immergut-Festival.

Ästhetik steht hier im Vordergrund. Die Musik funktioniert im Großstadtjungle als Beruhigungsmittel, wie auch im Wald, um der Stille zu entkommen – nun gut, vielleicht wird dieser Gedanke durch das Video provoziert. Irgendwie sucht man Hass vergeblich. Da existiert Stumpfsinn und Massenkultur, aber wütend ist trotzdem keiner. Francis International Airport zeigen, dass die Attitüde von Punk vorbei ist – irgendwie ist da wieder Zukunft – wir wissen alle nur nicht wie sie aussieht – und das spiegelt auch ihre Musik wieder. Schwermütiger Pop, gepaart mit Angst und dann sind da noch die geordneten Strukturen, poppig arrangiert, trotz lauter Stellen, immer perfekt. Hier wird kein Glas zerbrochen. Die Zeit, in der Musik noch der Soundtrack zur Revolution war, ist vorbei. There is furture. There is Past…

„Feed of Clay“ wie auch „Monsters“ sind sehr stimmig, könnten international erfolgreich sein und das ohne dabei eintönig zu wirken. Zur ersten Singleauskopplung „Monsters“ wurde ein verträumtes Video mit einer kleinen Geschichte produziert. Die Monster, beziehungsweise eine Band aus Waldtieren, suchen einen menschlichen Spielgefährten, leider wenig angetan rennt der Junge ängstlich fort, stolpert und wird selbst zum Waldmonster. Reale Naturbilder, kreative Tierkostüme und ein verwirrter Hauptdarsteller liefern ein bezauberndes Schauspiel. Bitte, kein Realitätsterror, sagen sich FIA. Ach, seht selbst.

TEXT: Nadine Schildhauer | RESSORT: Musik, Reviews
24. August 2010 | Kommentieren | Trackback setzen | Kommentare als Feed





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