TRENTEMøLLER – INTO THE GREAT WIDE YONDER
Elektronische Musik lebt von Innovation und Veränderung. Anfang des neuen Jahrtausends ging den Machern leider jeglicher Ideenreichtum flöten und man distanzierte sich wieder von der treibenden Kraft der Maschinen. Außer ein paar guten Tracks wiederholte sich der Brei immer und immer wieder. Die Erlösung kam 2006 ausgerechnet aus Dänemark. Sie hörte auf den Namen “Trentemøller” und ihr Debüt “The Last Resort” ließ alle wieder aufatmen. Selten zuvor war es einer elektronischen Platte gelungen, als Album zu funktionieren. Die Sounds waren gleichzeitig modern und doch alt. Die Songs hatten Struktur, boten aber gleichzeitig viel Raum um auszubrechen. Die spärlich eingesetzten Gastvocals hatten wenig Text, aber dennoch eine eindringliche Aussage. Hurra! Alle waren glücklich und der Output der Konkurrenz konnte sich auch endlich wieder hören lassen. Zwischenzeitlich hat sich Trentemøller auch als angesagter Remixer etabliert und stellte dies mit der Zusammenstellung “The Trentemøller Chronicles” deutlich unter Beweis.
Wieder 2 Jahre später erscheint nun das langerwartete neue Album. Allein der Opener “The Mash And The Fury” ist über jeden Zweifel erhaben. 7 Minuten sinnvoll genutzt um klarzustellen, dass auch Maschinen eine Seele haben. Wie beim Debüt geizt der Multi-Instrumentlalist auch diesmal nicht mit passendem Gastvocals.
Zum einen wäre da Marie Fisker, welche die erste Single “Sycamore Feeling” zart besingt. Auch Fyfe Dangerfield von den GUILLEMOTS und die beiden Sängerinnen Solveig Sandnes und Josephine Philip vom Gesangsduo DARKNESS FALLS, schaffen es sich in das Eigenleben des Albums einzufügen, ohne sich selbst dabei zu verlieren.
Alle bekommen ihre Tracks auf den Leib produziert oder werden passend dafür ausgewählt. Der Mann weiß was er tut. Das stellt er mehrfach unter Beweis.
Und wenn dann noch der Surfsound seinen Platz auf diesem Album findet, sollte spätestens jetzt klar sein, dass es keine Schranken und Schubladen mehr gibt.
4. Juni 2010 | Kommentieren | Trackback setzen | Kommentare als Feed




