JUNKBOY – KOYO
(Enraptured) Man stelle sich folgendes vor: Amerikanischer Film. Ein Pärchen, das sich irgendwo zwischen empathischer Zustimmung durch den Zuschauer und nicht ganz klischeefreiem Turteln bewegt. Das ganze natürlich in Slow-Motion und an einem Sommertag, den nichts trüben kann. Die Musik, die bei eben dieser Szene im Hintergrund läuft, könnte von Junkboy stammen. Melodiöse Gitarren und ein dezentes Drumming plätschern so vor sich hin, ohne jemals aufdringlich zu sein, um die perfekte Idylle bloß nicht zu zerstören.
Auf der Habenseite finden sich dennoch ein paar Streicherarrangements, der gekonnte Einsatz eines organischen Klaviers und der hohe, teils zerbrechliche Gesang, was der nunmehr vierten Veröffentlichung des britischen Trios den Feinschliff hin zu einem Langspieler verpasst, der nicht durch Abwechslung oder Experimente, aber durch einen stetig warmen Sound gefällt. In Interviews sprechen die drei Herren gerne über den Strand und die späte Folk-Bewegung. Passt perfekt ins Bild, obwohl man über “Koyo” auch sagen muss: Die Musik im Hintergrund der oben entworfenen Filmszene könnte von Junkboy stammen, muss sie aber gewiss nicht.
Maximilian Römer
TEXT: Maximilian Römer | RESSORT: Reviews6. Juni 2010 | Kommentieren | Trackback setzen | Kommentare als Feed





