LAURA GIBSON/ETHAN ROSE – BRIDGE CAROLS
(Baskaru/A-Musik) Ethan Rose hat ein Händchen für luzide Klangwelten. Sein Beitrag zum Soundtrack von Gus Van Sants „Paranoid Par“k, der so wunderbar benebelt und orientierungslos durch die 8mm-Aufnahmen irrlichtert, zeugt davon. Auf seinen letzten Veröffentlichungen lotete Ethan Rose die Grenzen zwischen analogem und digitalem Klang aus; wie etwa die alte ausgemusterte Orgel eines stillgelegten Eishockey-Stadions, die er auf „Oaks“ behutsam mit digitalen Schlieren durchzog.
Für „Bridge Carols“ hat sich Ethan Rose mit der Singer/Songwriterin Laura Gibson zusammengetan, die in den letzten Jahren durch zwei wunderbare Alben auf Hush Records zu begeistern wusste. Spärliche Sound-Fragmente durchsetzen die filigranen Gesangslinien. Ein minimales und dennoch einnehmend betörendes und raumgreifendes Klangnetz stricken die beiden auf knapp 35 Minuten.
Auch wenn das Album mit seinen Glöckchen, dem Hall getränkten Tamburingerassel und dem ätherischem Gesang manchmal fast schon zu gefällig in Richtung Wohlfühlelektronik abzudriften scheint, so schafften es Gibson und Rose dennoch immer wieder mit ungeahnten Wendungen, den Fokus von Klangtapete zu bewusstem Zuhören zu verschieben – und das auf eine sehr warme und helle Weise.
8. Mai 2010 | Kommentieren | Trackback setzen | Kommentare als Feed





