SHINING – BLACK JAZZ

Shining_Blackjazz_Cover (Indie Recordings/Soulfood) Oh Mann! Die hatten mich mit ihrem letzten Album „Grindstone“ wirklich umgehauen. Ultrakomplexer Grind/Metal/Core-Jazz mit Saxophon, wie ihn sonst wohl niemand macht: Dillinger Escape Plan? Nun ja, immer ein wenig auf der Harte-Männer-Seite, ein bisschen prollig. Alboth oder Naked City auf der anderen Seite sind da zwar ähnlich vertrackt und ganz gewiss in ihrem Landstrich Könige, wenn nicht Kaiser. Aber Shining verbanden mit der Rasanz eine Brachialität, die sie zu etwas Einzigartigem macht. Verbanden – und verbinden. Zwar sind sie hier nicht ganz gefeit gegen Tendenzen zur Bedeutungshuberei, was auf „Grindstone“ zumindest nicht so hörbar war.
Gemischt wurde „Blackjazz“ nämlich von Sean Beavan, der auch schon für NIN und Marilyn Manson tätig war, was wahrscheinlich die gelegentlichen Industrial-Metal-Kapriolen bedingt, die von der Band allerdings auch explizit gewünscht wurden, schwebte ihnen doch nach Aussage von Sänger, Gitarrist, Saxophonist, Komponist und Produzent Jörgen Munkeby ein „extremes experimentelles Jazz-Metal-Album vor, das in einer Arena oder einem Stadion nicht deplatziert klingen würde“ (und sie machen sich durchaus einen Spaß daraus, indem sie dem Song „Blackjazz Deathtrance“ Massenjubel untermischen). Ich wäre wirklich gespannt, ob das funktionieren würde. Gekrönt wird „Blackjazz“ dann von einer selbstredend erdrückend brutalen Version des King-Crimson-Klassikers „21st Century Schizoid Man“, gesungen von Enslaved-Sänger Grutle Kjellson. Großes Kino!

TEXT: Andreas Schnell | RESSORT: Musik, Reviews
3. März 2010 | Kommentieren | Trackback setzen | Kommentare als Feed



ANZEIGE:
<-->

KOMMENTIEREN