NEOANGIN – SAY HI TO YOUR NEIGHBORHOOD

sayhi_vorn(neoangin.info) Wenige Künstler sind wie Neoangin a.k.a. Jim Avignon sowohl Chronisten wie Protagonisten ihrer Zeit. Seine hört auf den Namen „Die Neunziger“ – und sie hält bis heute an. Damit ist also keineswegs bloß eine in Raum und Zeit bestimmte Dekade gemeint– weder als Retro-Referenzhölle, noch als Sicherheitszone ewig-adoleszenter Sehnsucht. Hier geht es vielmehr um eine Haltung, einen Sound, die unideologische Urbarmachung elektronischer Musik im Indie-Gitarren-Kontext – et vice versa. Eine Haltung, die durchaus überzeitlichen Anspruch hat. So kreuzt der Wahl-New Yorker auch auf Album Nummer 9 preiswertes Lo-Fi-Equipment mit mal stolpernden, mal 4/4 Beats, Walzer mit Offbeats, Gitarren und den wundersamsten Keyboardmelodien. Das klingt mal nach Lou Reed im Kinderzirkus, mal nach The Cure auf Trevilor. Mal niedlich, mal abgründig, zwischen Utopie und Dystopie, Nähe und deren Unmöglichkeit balancierend, erzeugt Avignon ein ums andere Mal jene Ambivalenz, die auch seiner Kunst eigen ist. Unterstütz wird er auf „Say Hi…“ erneut von Chris Immler, Masha Qrella und anderen: 15 Pretiosen für gute und schlechte Zeiten gleichermaßen. Unnötig zu erwähnen: Das gewohnt herausragende Artwork.

TEXT: Markus Göres | RESSORT: Musik, Reviews
23. Februar 2010 | Kommentieren | Trackback setzen | Kommentare als Feed



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