THIS IS JUST A MODERN ROCK SONG #02
LENNART THIEM, Jahrgang 1984, lebt in Hamburg, mag das Internet sehr gerne und noch viel lieber Musik. Beides kommt zusammen, wenn es darum geht, KünstlerInnen, die aus unterschiedlichsten Gründen wenig Aufmerksamkeit bekommen, vorzustellen, was hier unternommen werden soll.
Man sollte Acts wie Health oder den Fuck Buttons für das, was sie tun, dankbar sein, nicht nur, weil sie gute Musik spielen, sondern auch, weil sie das vermeintlich Unaufregende durch all ihr wunderschönes Getöse wieder ein wenig interessanter machen.
Frankel alias Michael Orendy aus Los Angeles zum Beispiel schreibt keine neuartige Musik, er ist ein Songwriter im klassischen Sinne, mit klassischer Instrumentierung und klassischen Arrangements, Parameter werden hier keine verschoben. Bereits zwei Alben erschienen seit 2007, das letzte, „Anonymity Is The New Fame“, erst 2009, beide jedoch vorerst nicht in Europa. Doch auch in den USA wird Orendy nicht gerade übermäßig bestürmt und umworben, woran das liegt, wird zumindest beim Hören des titelgebenden Songs der letzten Platte (siehe unten) nicht deutlich.
Gut zu wissen, dass diese Art von Popmusik dennoch immer Ihr Publikum finden wird, man denke nur an den ebenso großartigen wie sträflich unterschätzten Ron Sexsmith. Dessen und Orendys Musik nämlich gehört bei allem musikalischem Konservativismus zu den erträglichen Folgen der voranschreitenden Historisierung des Pop, hier produziert sich ein Genre so lange wieder, bis es eine Güte erreicht, die berührt, ohne aufzuwühlen, die wächst und nicht vom Zeitgeist gepflückt so lange in der Vase erster Begeisterung präsentiert wird, bis sie welkt oder vertrocknet.
Frankel – Anonymity Is The New Fame
TEXT: Lennart Thiem | RESSORT: Musik, This is just a modern rock song4. November 2009 | Kommentieren | Trackback setzen | Kommentare als Feed





