ÜBERSCHRIFTEN

Es hat geschätzte drei Wochen gedauert, bis sich die Überschrift gefunden hatte. Ein recht experimenteller Artikel in Anlehnung an Thomas Bernhard. Zitate, Schnitte, Bedeutungsebenen, verschiedene Handlungsstränge zeichnen Bernhards Spirit nach, seinen politischen Gehalt, die Verweigerungstaktik wird in die Jetztzeit übertragen. Aber ehrlich gesagt: Wie soll die Überschrift lauten?
„Ein Mann geht keinen Weg“ – hm…
„Eine Faust fährt durchs Land!“

Letztere Überschrift ist natürlich ein Geniestreich. Keine Frage: 1a Punchline! Leider vollkommen unpassend und irreführend, weil zu gaggig. Trotzdem machen? Der Autor ziert sich. Ja, aber ist doch super! Der Autor sagt, das sei natürlich ein ausgezeichnetes Argument, nur stehe diese Überschrift dem Text wirklich nicht zu Gesicht. Na gut, okay. Das ist ein Punkt. Außerdem sei doch kommuniziert worden, dass bei OPAK anders gearbeitet würde. Überschriften seien nicht der Willkür redaktioneller Entscheidungen ausgesetzt, der Autor hätte da ein bedeutendes Wörtchen mitzureden. Ein prinzipielles Problem also. Ja, stimmt auch wieder. Dahinter sollte man nicht zurück. Hinter Absprachen, die sein müssen, wenn man es ohne Kohle probiert. Schon wieder eine unangenehme Diskussion.

Und welche Überschrift ist es letztlich geworden? Bitte das Heft aufschlagen. Ab 27. März.

TEXT: Oliver Koch | RESSORT: Heft, OPAK #01
10. März 2009 | Kommentieren | Trackback setzen | Kommentare als Feed



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